Titanic

deadlyfriend

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Die Mini-Serie konnte ich überhaupt nicht leiden.
Zum einem wegen der wirren Erzählweise und zum anderen wegen vieler fragwürdigen Szenen wie z. B. dass man die italienischen Arbeiter bewusst ersaufen lassen will.
Ja, in dieser Variante sind einige seltsame Erzählweisen enthalten. Allerdings sind auch wirklich reale Dinge integriert, die sonst keine Beachtung fanden. Da es allerdings auch widersprüchliche Aussagen gab, sind unterschiedliche Darstellungen natürlich möglich. Zu den eingesperrten Italienern hingegen, konnte ich nirgends eine Aussage finden und fand die Szene deshalb ebenfalls ziemlich mies.
 

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Die Geister der Titanic

James Cameron brach im Verbund mit Bill Paxton im Jahre 2001 ein weiteres Mal zur Titanic auf. Die hier vorliegende Dokumentation begleitet diese Expedition, die über mehrere Tauchgänge verteilt ist.
Dabei sehen wir absolut gespenstische Bilder vom Wrack in knapp 4000 Metern Tiefe. Zunächst mal den Blick von außen und wir blicken auf den Bug der Titanic, wie er majestätisch aus dem Meeresgrund ragt. Wenn man sich mit dem Thema länger beschäftigt hat und das Schiff ein wenig kennt, sehen diese Bilder einfach nur gewaltig aus. Wenn man nicht sofort mitbekommt, was der jeweilige Schiffsteil darstellt, legt man gekonnt Spielszenen drüber, damit man spätestens an dieser Stelle weiß, wo man sich gerade befindet. Mit 2 Tauchrobotern wird zusätzlich auch das Innere im Schiff abgefahren und wir sehen viele erstaunliche Dinge. Es ist unglaublich, dass beispielsweise verschiedene Glasbehälter noch völlig intakt sind, dafür andere Dinge völlig zerstört und unkenntlich am Boden liegen. Auch diverse Fenster im Innern haben den Untergang komplett überstanden. Das ist alles wirklich aufregend und die Dokumentation bereitet das auch äußerst spannend auf. Man kann die Nervosität und Aufregung von Bill Paxton absolut greifen. Zusätzlich entsteht weitere Spannung, weil es technische Probleme gibt, was ebenfalls sehr zur Atmosphäre der Reise passt. 4000 Meter unter der Oberfläche zu sein, ist wahrscheinlich auch nicht jedem seine Sache. Zusätzlich sind diese Bilder für die Nachwelt äußerst wichtig, da die Titanic zerfällt. Durch Bakterien, die den Stahl auflösen, wird in einigen Jahren nicht mehr viel von diesem Anblick übrig sein. Ebenfalls interessant sind auch die Meeresbewohner, die bei diesem unglaublichen Druck, munter durch die Gegend schwimmen. Eine absolut sehenswerte Dokumentation, die zusätzlich auch in der Narrativen spannend aufbereitet wurde.
 

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Titanic: Blood and Steel

Dr. Mark Muir ist ein Metallurg, der durch den mächtigen Mogul J.P. Morgan nach Belfast dirigiert wird, um bei der Werft Harland & Wolff anzuheuern, die sich gerade in der Planungsphase zum Bau der Titanic befindet. Dort soll er durch sein Wissen im Fachgebiet tatkräftig unterstützen. Lord Pirrie, der Vorsitzende der Werft, ist von ihm begeistert, während Thomas Andrews ihn zu Beginn etwas weniger erfreut empfängt. Insgesamt hat Dr. Muir einen nicht ganz einfachen Start, da er seine Vergangenheit zwar verschweigt, sie ihn aber wieder einholt. Zusätzlich gibt es Probleme zwischen den verfeindeten Katholiken und Protestanten, wie auch zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. Kein optimales Umfeld, um das größte Schiff der Welt zu bauen.

Statt sich mit dem Untergang des berühmten Schiffes zu beschäftigen hat man an dieser Stelle etwas Neues versucht und konzentriert sich auf den Bau der Titanic. Um eine Serie mit 12 Folgen zu füllen, erschafft man aber auch sehr viele fiktive Dinge, die das Format auch rechtfertigen. Es wurden zwar viele reale Personen porträtiert, aber sie interagieren meistens mit fiktiven Personen. Wer also lediglich am Bau der Titanic interessiert ist, könnte hier möglicherweise verzweifeln, da die Serie oftmals den Fokus auf Liebschaften und andere private Dinge lenkt, die es eben nicht gab. Hat aber bei den anderen Titanic Verfilmungen ebenfalls prächtig funktioniert. Dennoch erschafft man ein faszinierendes Bild von Belfast in dieser Zeit, da die Unruhen wiederum real waren. Leider sogar immer noch, da sich Katholiken und Protestanten auch 100 Jahre später noch nicht vertragen. Ein Zeichen dafür ist eine riesige Mauer in der Stadt, die auch als Friedenslinie bezeichnet wird, um die Bewohner voneinander ein wenig zu trennen und für weniger Begegnungen sorgt. Das nur nebenbei.

Dieses äußerst unruhige Bild der Stadt und eben auch innerhalb der Werft wirkt in jedem Fall spannend und auch die Liebschaften sind sehr gut und ausgeklügelt dargebracht. Das liegt auch an den wirklich superben Darstellerinnen und Darstellern, die hier eine richtig gute Leistung abliefern. Deshalb kann man auch bei den fiktiven Handlungsfäden mitfiebern und zwischendrin immer wieder einen Blick auf die im Bau befindliche Titanic werfen. Mit einigen Dingen ist man dennoch historisch ein bisschen zu weit gegangen. Die Kollision der Olympic mit der Hawke beispielsweise fand zu einem völlig anderen Zeitpunkt statt. Hier und auch bei anderen Ereignissen hat man also „geflunkert“, um es noch ein wenig dramatischer zu gestalten. Auch wenn in Belfast gar keine Passagiere eingestiegen sind, hat man die Spannung ebenfalls daraufhin ausgelegt, wer am Ende mit der Titanic mitfahren wird. Das war zwar komplett falsch, aber dramaturgisch ein sehr guter Kniff.

Die Serie war also wirklich sehenswert, sofern man nicht alles für bare Münze nimmt. Wenn man darauf eingestellt ist und gut geschriebene Charaktere vor einem realen Hintergrund mag, liegt man hier nicht verkehrt. Dennoch sind für mich auch einige unschöne Verzerrungen der Geschichte zu kritisieren.
 
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