Mein Bruder Kain

Tarantino1980

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Mein Bruder Kain


Der Kinderpsychologe Dr. Carter Nix hat sich eine Auszeit von seinem Beruf gegönnt um für seine kleine Familie da zu sein. Was auf den ersten Blick nach trauter Familienidylle aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick schnell zu etwas anderem.

Brian De Palma inszenierte im Jahr 1992 diesen wirklich tollen Thriller welcher leider offenbar nicht sehr gut bei Kritikern, aber auch bei manchen Fans nicht sehr gut ankam. Vorweg möchte ich sagen das ich ihn sehr mag, aber auch verstehen kann, dass es Kritikpunkte gibt. Unverkennbar ist hier wieder der Regiestil von De Palma erkennbar. Tolle Settings, geniale Kamerafahrten und die Tatsache das sich gewisse Szenen wieder absolut in meinem Filmauge eingebrant haben, machen diesen Film für mich persönlich wieder zu etwas ganz besonderen. Hinzu kommt noch eine sehr interessante Mischung aus Traumsequenzen und wieder realen Szenen in Verbindung mit sehr guten Überleitungen/Schnitten, das es einfach eine Freude ist, sich dieses anzusehen.

Der Cast ist mit John Lithgow wirklich sehr gut und passend besetzt. Seine Rolle trägt, neben der wirklich tollen Regie Arbeit von Brian De Palma den Film. Zwar hat mir auch Lolita Davidovich gut gefallen, jedoch ist der gesamte Film deutlich um den Charakter von John Lithgow inszeniert worden. Zwar könnte man aus heutiger Sicht teilweise seine Darstellung als Overacting bezeichnen, ich fande es dennoch sehr gut und passend.

Brian De Palma hatte mit Mein Bruder Kain mit Sicherheit nicht vor den Thriller Bereich zu revolutionieren. Vielmehr muss man es als eine Hommage an dieses Genre sehen. Nicht umsonst wird dieser Film als De Palma´s Version von Psycho bezeichnet, was auch mehr als eine Hommage an Alfred Hitchcock zu verstehen ist, als der Versuch ein Remake von Psycho zu inszenieren.

Ich bezweifle das man sich für den Film begeistern kann wenn man nur aktuelle Thriller, oder bekannte Genre Beiträge favorisiert. Brian De Palma, welche diesen Film noch nicht kennen, sollten auf jeden Fall einmal einen Blick riskieren. Alle Anderen, die eher nur auf gute moderne Thriller stehen sollten lieber einen Bogen um den Film machen.

Wertung: 8.5/10
 

Tarantino1980

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AW: Mein Bruder Kain

Gestern ist mir bei Mein Bruder Kain glaube ich etwas aufgefallen was ein Zufall sein kann, aber eventuell auch eine Hommage des Regisseurs Bruce A. Evans. Evans war verantwortlich für Mr. Brooks - Der Mörder in dir Dort fährt Kevin Costner´s Charakter Mr. Brooks, wenn er nachts auf Beutezug geht, aus meiner Sicht das selbe klassische Volvo Modell in er selben Farbe des Autos welches John Lithgow´s Charakter in Mein Bruder Kain fährt. Natürlich kann es auch nur ein Zufall sein, aber die Tatsache das dieser Wegen im Entstehungsjahr von Mr. Brooks - Der Mörder in dir, mit Sicherheit kein aktuelles Modell war und die Tatsache, das beide Filme sich mit einer ähnlichen Grundthematik beschäftigen, ließ bei mir nun den Verdacht aufkommen, dass es eine kleine Hommage zu diesem Film sein könnte.
 

smee

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AW: Mein Bruder Kain

Gestern ist mir bei Mein Bruder Kain glaube ich etwas aufgefallen was ein Zufall sein kann, aber eventuell auch eine Hommage des Regisseurs Bruce A. Evans. Evans war verantwortlich für Mr. Brooks - Der Mörder in dir Dort fährt Kevin Costner´s Charakter Mr. Brooks, wenn er nachts auf Beutezug geht, aus meiner Sicht das selbe klassische Volvo Modell in er selben Farbe des Autos welches John Lithgow´s Charakter in Mein Bruder Kain fährt. Natürlich kann es auch nur ein Zufall sein, aber die Tatsache das dieser Wegen im Entstehungsjahr von Mr. Brooks - Der Mörder in dir, mit Sicherheit kein aktuelles Modell war und die Tatsache, das beide Filme sich mit einer ähnlichen Grundthematik beschäftigen, ließ bei mir nun den Verdacht aufkommen, dass es eine kleine Hommage zu diesem Film sein könnte.

das kann gut sein, kurioserweise ist gerade dieses Volvo Modell schon einmal gegenstand von so einer kleinen Hommage gewesen, auch von zwei verschiedenen Regiesseuren aber im selben Action-bombast-Format;

In " The Rock " lässt Michael Bay Nicolas Cage einen "ganz gewöhnlichen, beige-farbenen Volvo" fahren, was er bei einem hitzigem Gespräch zwischen ihm und Sean Connery zum ausdruck bringt & 2 Jahre später ist er in John Woo`s " Face off " wieder in einem beige-farbenen Volvo unterwegs:)
Laut der Legende soll es sich sogar um ein und denselben handeln, das habe ich der Tv Movie mal entnommen, die ein sehr schönen kleinen Service bei den Filmbewertungen eingebaut haben, indem sie zu fast jedem Film lustige, kuriose oder auch ernste Hintergrundinformationen liefern.
Vielleicht ist dieser Wagen ja ein kleiner Insider unter Regiesseuren die sich auf diese weise ihre gegenseitige Achtung o. bewunderung zum ausdruck bringen :D:D

Auf jeden Fall werd` ich die Augen weiterhin offen halten nach einem beige-farbenen Volvo, wer weiß wo noch andere versteckt sind:), ich hab` nämlich `ne menge solcher kleinen spielchen/vergleiche/kuriose gemeinsamkeiten in mehreren Filmen entdeckt ;)

Als Thread wär dieses Thema auch nicht uninteressant ..

Den Film hab` ich mir zufälligerweise vor einer Woche erst gekauft & bin mehr als begeistert gewesen, hat sich auf meiner De Palma liste mit gaanz nach oben geschossen, eine kleine Thrillermaschine :hoch:

8.5/10 Punkten
 
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Tarantino1980

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das kann gut sein, kurioserweise ist gerade dieses Volvo Modell schon einmal gegenstand von so einer kleinen Hommage gewesen, auch von zwei verschiedenen Regiesseuren aber im selben Action-bombast-Format;
...
Vielleicht ist dieser Wagen ja ein kleiner Insider unter Regiesseuren die sich auf diese weise ihre gegenseitige Achtung o. bewunderung zum ausdruck bringen :D:D

Auf jeden Fall werd` ich die Augen weiterhin offen halten nach einem beige-farbenen Volvo, wer weiß wo noch andere versteckt sind:), ich hab` nämlich `ne menge solcher kleinen spielchen/vergleiche/kuriose gemeinsamkeiten in mehreren Filmen entdeckt ;)

Als Thread wär dieses Thema auch nicht uninteressant ..

Auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema wie ich finde. Ich würde vorschlagen Du machst so einen Thread auf dem Roten Teppich auf. Ich denke da wird sich mit Sicherheit etwas Diskussionspotential auftun. Freut mich auf jeden Fall das ich offenbar nicht der einzigste bin dem dieser Volvo aufgefallen ist ;)
 

Willy Wonka

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AW: Mein Bruder Kain

Zwar könnte man aus heutiger Sicht teilweise seine Darstellung als Overacting bezeichnen, ich fande es dennoch sehr gut und passend.

Ich habe mir den Film letztes Jahr im August zum ersten Mal angesehen und mich hat allein dieser Aspekt massiv gestört. Damals schrieb ich zum Film:

Ich weiß nicht, wie der Film im Erscheinungsjahr 1992 gewirkt hat, aber heute machte der Thriller von Brian de Palma einen leicht angestaubten Eindruck. Die deutlichsten Kennzeichen sind einige Kamera- und Musikeinsätze, die so überdramatisiert arrangiert worden sind, dass sie mittlerweile einen ironischen Beigeschmack bekommen haben. Darüber hinaus gibt es einige Schönheitsfehler im Drehbuch: u.a. ein massiv funktionalisierter innerer Monolog sowie das fehlende Motiv, wieso sich die Handlung erst jetzt ereignet und nicht bereits vorher.
John Lithgow gelingt der Spagat zwischen den einzelnen Rollen leider nur durch massives „Überspielen“ und der Rückgriff auf klassische Muster von Stereotypen. Richtig toll empfand ich dagegen die einzelnen Wechsel zwischen Traum- und Realität und einige Montagesequenzen.

Zumindest bietet der Film mit einer Laufzeit von knapp 90 Minuten eine nette, kurzweilige Unterhaltung. 5/10
 

Tarantino1980

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AW: Mein Bruder Kain


Ich weiß nicht, wie der Film im Erscheinungsjahr 1992 gewirkt hat, aber heute machte der Thriller von Brian de Palma einen leicht angestaubten Eindruck.


Interessanter Weise empfand ich bei meiner Erstsichtung des Filmes nun eher ein Gefühl, das es sich um einen Film aus den 70ern handelt. Von daher störte mich der leicht angestaubte Eindruck nicht im geringsten, im Gegenteil da ich Thriller aus dieser Zeitepoche sehr liebe, konnte der Film hier schon bei mir Punkten!



...sowie das fehlende Motiv, wieso sich die Handlung erst jetzt ereignet und nicht bereits vorher.

Hier gebe ich Dir absolut recht. Das Motiv, das Dr. Carter Nix vollkommen verrückt und geistesgestört ist konnte ich noch nachvollziehen, aber warum offenbar seine Krankheit erst zu dem Zeitpunt wieder ausgebrochen ist konnte ich mir auch nicht wirklich erklären.


John Lithgow gelingt der Spagat zwischen den einzelnen Rollen leider nur durch massives „Überspielen“ und der Rückgriff auf klassische Muster von Stereotypen.

Genau das fand ich ehrlich gesagt sehr interessant da man so zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel hatte ob es nicht doch einen Zwillingsbruder gäbe. Bereits in der ersten Szene war mir klar, der Typ hat eine Multiple Persönlichkeit und daher emfand ich sein "Overactinng" auch nicht als störend, da es so nur verdeutlicht wurde. Ich hatte sogar angenommen das sein Vater auch nur eine weitere Persönlichkeit von ihm ist, das es tatsächlich noch lebte war für mich eine Überraschung.


Richtig toll empfand ich dagegen die einzelnen Wechsel zwischen Traum- und Realität und einige Montagesequenzen.

Die haben mir auch richtig gut gefallen. Und das Finale, in dem der Uhrzeiger eine sehr große Rolle spielte, fand ich einfach nur grandios. Ich weiß nicht wie genau Du den Film noch vor Augen hast, aber diese Einstellung wo auf mehreren Ebenen des Hotels etwas passiert ist und man als Zuschauer alles in einer Totalen gesehen hat, fand ich einfach nur genial. Eine herrliche Einstellung! Die Spannung war kaum auszuhalten in Verbindung mit der Tatsache das man nicht wusste wen der Uhrzeiger erwischen würde da dieser Lieferwargen scheinbar vollkommen ohne Rückblick gefahren ist :D. Diese Szene hatte eine dermaßen hohe Spannung für mich geparrt mit einer absolut genialen Einstellung, das dies alleine schon Grund genug war den Film zu sehen!
 

Willy Wonka

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AW: Mein Bruder Kain

In Bezug auf das „Overacting" ist vielleicht wirklich eine Geschmackssache. Generell bin dem „Aufspielen" oder „Überspielen" eines Schauspielers nicht abgeneigt wie beispielsweise Daniel Day-Lewis in „There Will Be Blood" oder Leonardo DiCaprio in „Django Unchained".

Nur ist das „Overacting" im Thriller-Genre für mich noch anders zu bewerten vor allem in Bezug auf gestörte Persönlichkeiten, denn dann grenzt es meistens schon an einer Parodie und hat genau den gegenteiligen Effekt zur Folge – Komik statt Spannung.


Und das Finale, in dem der Uhrzeiger eine sehr große Rolle spielte, fand ich einfach nur grandios. Ich weiß nicht wie genau Du den Film noch vor Augen hast, aber diese Einstellung wo auf mehreren Ebenen des Hotels etwas passiert ist und man als Zuschauer alles in einer Totalen gesehen hat, fand ich einfach nur genial. Eine herrliche Einstellung! Die Spannung war kaum auszuhalten in Verbindung mit der Tatsache das man nicht wusste wen der Uhrzeiger erwischen würde da dieser Lieferwargen scheinbar vollkommen ohne Rückblick gefahren ist :D. Diese Szene hatte eine dermaßen hohe Spannung für mich geparrt mit einer absolut genialen Einstellung, das dies alleine schon Grund genug war den Film zu sehen!

Ungefähr habe ich das Finale noch vor Augen und die Einstellungen haben mir auch sehr gefallen, aber diese intensive Spannung, die du beschreibt, habe ich nicht im Geringsten verspürt, was wohl einfach an der Geschichte und den Charakteren lag. Vieles wirkte heute zu altbacken und konnte für mich nicht durch die guten Kameraeinstellungen und Perspektiven wettgemacht werden.
 
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