Metroid Prime 4 fühlt sich im Kern wie ein echtes Metroid an, auch wenn die Reihe mit einer frei erkundbaren Wüste und einem Motorrad zwei neue Elemente bekommt. Klingt ungewöhnlich, funktioniert aber gut – die Wüste ist überschaubar, und die eigentlichen Levels liefern den klassischen „Neue Fähigkeit → neuer Weg“-Flow, der zuletzt in Metroid Dread gefehlt hat.
Viele Kritikpunkte der üblichen Fachtrottel von Gaming-Webseiten und YouTube kann ich nicht nachvollziehen. Der Soldat, der Samus angeblich „ständig“ vollquatscht, meldet sich nur gelegentlich. Die meiste Zeit ist man wie gewohnt allein unterwegs. Kurze Begleitabschnitte gibt es, aber sie stören nicht.
Gameplay und Steuerung sind präzise und flott, nur das manuelle Zielen ist etwas schwammig – Auto-Aim löst das aber. Die Levels sind schön gestaltet, bieten Rätsel und abwechslungsreiche Gegner. Technisch läuft das Spiel auf der Switch 2 sauber mit 60 FPS, auch wenn manche Texturen eher nach Switch 1 aussehen. Der Soundtrack ging mir mit seinem Dauergesang schnell auf die Nerven, aber man kann ihn zum Glück abschalten.
Der einzige wirklich große Schnitzer ist das Kristallsammeln fürs Endgebiet. Man weiß nicht, wie viele man braucht, die Menge pro Fund ist unklar, und man muss sie ständig in Schreinen abgeben. Das führt zu unnötigem Grind. Ein paar klar platzierte große Kristalle hätten das Problem elegant gelöst.
Und natürlich der bereits erwähnte finale Bossfight, der aber nach Phase 1 doch besser funktioniert auch wenns hier wieder Trial & Error ist.
Trotzdem: Metroid Prime 4 hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe nur, dass Prime 5 so lange auf sich warten lässt.