Uhrwerk Orange

S

stanleydobson

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AW: Uhrwerk Orange

ich kann mich an so nen jungen burschen erinnern, der mal rummaulte, wie man denn einen film bewerten/ktirisieren kann den man nicht zuende gesehen hat :rolleyes:

ich bewerte ja nicht den film clockwork orange.... ich sage nur das was ich gesehen habe,hat mir nicht gefallen ;)
 

BladeRunner2007

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AW: Uhrwerk Orange

Quatsch, der wusste einfach nicht, wie er den Film enden lassen soll. Deswegen gibt es nun auch kein richtiges Ende :D
 

TheEnemy_Inside

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AW: Uhrwerk Orange

Die Faszination des Films wuchs bei mir und die Vorstellung, dass ein Mensch mithilfe einer Methode, also mithilfe von Konditionierung, keine Gewalt mehr ausübt und sich somit an die Gesetze hält, war phänomenal und beängstigend zugleich.

Ich empfand, dass der Film gar nicht unbedingt von dieser Methode hauptsächlich handelt. Für mich ging es ja nicht mal primär um die Story. Eher um die Verpackung einer merkwürdigen Story - und diese Verpackung wurde wunderbar dargestellt. Skurrile Szenen stachen nur durch die Ausführung hervor, denn sie waren teils perfekt aufgesetzt.
Der Story sollte man meiner Meinung nach nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Es ist eine voller Gewalt, die absurd, aber hauptsächlich auch äußerst amüsant ist. Sie ist eine, welche einfach geschieht, aber nicht langweilig oder gar unnötig ist. Dieses verwirrende und absonderliche gefällt mir jedoch generell sehr. Es ist ein Film, der einfach sagen will, poowww, hier bin ich. :hoch:

Zu deiner "Facharbeit":
So richtig habe ich nicht verstanden, was die Lerntheorie mit dem Film zu tun hat. Zumal eine weiße Ratte erstmalig kein lächeln hervorruft. Denn dann wäre da ja schon etwas angelernt. Es ist bei jedem neutralen Reiz die Aufmerksamkeit und mehr nicht. Genauso hat Sex und Gewalt keine neutrale Reaktion wie Spaß. Immerhin heißt es ja >neutrale Reaktion<. Weiter bildet sich erst über das operante Konditionieren eine "Festigung" aus.
Naja genrell hat all das eigentlich rein gar nichts mit dem Film zu tun.
So tiefgreifend wollte der Film imo auch gar nicht sein.
 

Willy Wonka

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AW: Uhrwerk Orange

Ich empfand, dass der Film gar nicht unbedingt von dieser Methode hauptsächlich handelt. Für mich ging es ja nicht mal primär um die Story. Eher um die Verpackung einer merkwürdigen Story - und diese Verpackung wurde wunderbar dargestellt. Skurrile Szenen stachen nur durch die Ausführung hervor, denn sie waren teils perfekt aufgesetzt.
Der Story sollte man meiner Meinung nach nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Es ist eine voller Gewalt, die absurd, aber hauptsächlich auch äußerst amüsant ist. Sie ist eine, welche einfach geschieht, aber nicht langweilig oder gar unnötig ist. Dieses verwirrende und absonderliche gefällt mir jedoch generell sehr. Es ist ein Film, der einfach sagen will, poowww, hier bin ich. :hoch:

Das ist der erste Eindruck von diesem Film und ich mag behaupten, dass es auch so gewollt ist, dass der Zuschauer bei der Erstsichtung von den skurrilen Szenen und grotesken Momente förmlich „erschlagen" wird. Viele Szenen stellen in meinen Augen auch eine eindeutige Provokation dar. Im übrigen habe ich nach der Sichtung genauso gedacht/gefühlt wie du jetzt.
Nachdem man sich mehr mit der Materie und der Geschichte des Films beschäftigt hat, erhält der Zuschauer eine andere Perspektive auf das Geschehene und der Film bietet erst jetzt genug Interpretationsraum.

Zu deiner "Facharbeit":
So richtig habe ich nicht verstanden, was die Lerntheorie mit dem Film zu tun hat.

Erst einmal freut es mich sehr, dass du meine komplette Facharbeit gelesen hast. :) Aber anscheinend hast du sie nicht aufmerksam genug durchgelesen, denn deine Frage wurde explizit in meiner Facharbeit behandelt. Oder du musst deine Frage präzisieren.

Zumal eine weiße Ratte erstmalig kein lächeln hervorruft. Denn dann wäre da ja schon etwas angelernt.
Es ist bei jedem neutralen Reiz die Aufmerksamkeit und mehr nicht.

Genauso hat Sex und Gewalt keine neutrale Reaktion wie Spaß. Immerhin heißt es ja >neutrale Reaktion<.


Ich beziehe mich auf das Experiment von Watson mit dem Probanden Albert aus dem Jahre 1920 und dieses Experiment hat tatsächlich stattgefunden mit den von mir beschriebenen Reaktionen.

Natürlich hat das Kind vorher eine gewisse Erfahrung d.h. er hat vorher schon bewusst und unbewusst gelernt. Bei der Ausgangssituation des Experiments wurde die erste sichtbare Reaktion als „neutrale" Reaktion angesehen/definiert. In diesem Fall war es das Lächeln und das Greifen nach dem Gegenstand.

„Neutral“ bedeutet im Zusammenhang mit diesem Experiment, dass die Reaktion noch nicht mithilfe unserer Konditionierens beeinflusst worden ist. „Neutral“ bedeutet in diesem Kontext nicht, dass gar keine Reaktion sichtbar wird (bzw. nur „Aufmerksamkeit), sondern das die übliche Reaktion des Probanden in Erscheinung tritt. Bei Albert das Lächeln und bei Alex der Spaß.


Weiter bildet sich erst über das operante Konditionieren eine "Festigung" aus.

Du hättest schreiben sollen, dass sich auch beim operanten Konditionieren eine Festigung ausbildet, denn auch die klassische Konditionierung bildet eine Festigung aus. Der Grad der Festigung hängt bei beiden Methoden von der Dauer und Intensität des Konditionierens ab. Im Fokus des Films ist eindeutig nur das klassische Konditionieren.

So tiefgreifend wollte der Film imo auch gar nicht sein.

Oh, doch. Wir reden von einem Buch aus der Feder von Anthony Burgess und einer Adaption von Stanley Kubrick!

Der Film versucht sogar den Zuschauer zu konditionieren, was am deutlichsten wird in der Szene als Alex eine Frau vergewaltigt und dazu „Singing in the Rain“ singt. Das Lied ist absolut unschuldig, naiv und entstammt der heilen Welt des Gene Kellys und wird in diesem Film mit der bestialischen Vergewaltigung in Verbindung gesetzt. Daher hat das Lied seine „Unschuld“ verloren und wurde zur damaligen Zeit von vielen in Verbindung mit diesem Film gesetzt und nicht mehr mit dem ursprünglichen Lebensbejahenden-Gefühl. Auch die klassische Musik im Film wird mit der Gewalt in einem krassen Kontrast gesetzt und könnte zur klassischen Konditionierung des Zuschauer beigetragen haben.
 

TheEnemy_Inside

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AW: Uhrwerk Orange

Ich beziehe mich auf das Experiment von Watson mit dem Probanden Albert aus dem Jahre 1920[...] „Neutral“ bedeutet in diesem Kontext nicht, dass gar keine Reaktion sichtbar wird (bzw. nur „Aufmerksamkeit), sondern das die übliche Reaktion des Probanden in Erscheinung tritt.

Dann ist mir der genaue Ablauf des Experiments wohl entfallen. Aber Aufmerksamkeit ist ja eigentlich auch eine Reaktion. So weiß ich das jedenfalls noch aus meinem Psychologie-Abi.

Du hättest schreiben sollen, dass sich auch beim operanten Konditionieren eine Festigung ausbildet, denn auch die klassische Konditionierung bildet eine Festigung aus. Der Grad der Festigung hängt bei beiden Methoden von der Dauer und Intensität des Konditionierens ab.

Also das stimmt wirklich leider nicht. Es kommt erst das klassische und dann das operante Konditionieren. Das operante ist einfach die Wiederholung.

Oh, doch. Wir reden von einem Buch aus der Feder von Anthony Burgess und einer Adaption von Stanley Kubrick!

Kenne ich leider beide nicht. :D

Das ist der erste Eindruck von diesem Film und ich mag behaupten, dass es auch so gewollt ist, dass der Zuschauer bei der Erstsichtung von den skurrilen Szenen und grotesken Momente förmlich „erschlagen" wird. Viele Szenen stellen in meinen Augen auch eine eindeutige Provokation dar. Im übrigen habe ich nach der Sichtung genauso gedacht/gefühlt wie du jetzt.

Na dann freue ich mich schonmal auf die nächste Sichtung. :)
 
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Alexboy

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AW: Uhrwerk Orange

Nachdem den Film sehr viele missverstanden hatten( und wahrscheinlich immer noch haben ) wurde er auf Kubricks Veranlassung jahrelang aus dem Verkehr gezogen.
Mich hat er konditioniert - ich mag klassische Musik und Filme mit Gewalt.:grr:
 
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meix

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AW: Uhrwerk Orange

Hat mich beim zweiten Mal einfach umgehauen. Ein Brett von einem Film. Ich habe das Gefühl Kubrick Filme werden besser, je öfter man sie schaut. Unglaublich intensiv und handwerklich brilliant. Jetzt wo ich drei Kubrick Filme hintereinander geschaut habe, lerne ich den Mann immer mehr zu schätzen. Freu mich schon auf die nächsten.
 

Willy Wonka

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Meine letzte Sichtung war tatsächlich im Jahr 2008 gewesen. Obwohl mittlerweile 14 Jahre vergangen sind, hatte ich nur wenig vergessen, was u.a. daran liegt, dass ich mich in meiner Abi-Zeit bereits intensiver mit dem Film beschäftigt hatte. Auch hier im Thread nachzulesen.

Nun habe ich den Film endlich erneut gesehen und zum ersten Mal im Kino auf der großen Leinwand. Mit fast 100 Zuschauern war der Film auch sehr gut besucht, was bei Filmklassikern ja nicht immer der Fall ist.

Leider hatte die Qualität der DCP durchaus Schwächen. Wobei ich nicht beurteilen kann, ob es am Mastering der DCP, der digitalen Restaurierung oder am ursprünglichen Filmmaterial liegt.

Insgesamt unterscheidet sich „Uhrwerk Orange“ in seiner Ästhetik und Inszenierung auch stark von Kubricks direkten Vorgängerfilm („2001 – Odyssee im Weltraum“), den ich in den letzten Jahren häufiger im Kino gesehen habe. Während das Weltraumepos durch absolut akkurat kadrierte und klinisch-sterile Bilder überzeugt, geht es bei „Uhrwerk Orange“ dynamischer, roher und dreckiger zu. Bei dem Thema der archaischen Gewalt ist das eigentlich nicht sehr überraschend, aber ich hatte den Film visuell so abgespeichert, dass er mehr wie „2001“ oder auch „Shining“ aussehen würde.

Lange Zeit war „Uhrwerk Orange“ in meiner persönlichen Kubrick-Bestenliste auf Platz 1, aber ich denke, dass er nun auf Platz 2 abgerutscht ist, und nun „2001 – Odyssee im Weltraum“ an der Spitze steht. Aber es wird einfach Zeit, dass ich mir die anderen Kubrick-Filme auch mal wieder häufiger ansehen sollte. Einige Sichtungen reichen wieder viele Jahre zurück und die Filme würde ich heute evtl. anders bewerten.
 

deadlyfriend

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Insgesamt unterscheidet sich „Uhrwerk Orange“ in seiner Ästhetik und Inszenierung auch stark von Kubricks direkten Vorgängerfilm („2001 – Odyssee im Weltraum“), den ich in den letzten Jahren häufiger im Kino gesehen habe. Während das Weltraumepos durch absolut akkurat kadrierte und klinisch-sterile Bilder überzeugt, geht es bei „Uhrwerk Orange“ dynamischer, roher und dreckiger zu. Bei dem Thema der archaischen Gewalt ist das eigentlich nicht sehr überraschend, aber ich hatte den Film visuell so abgespeichert, dass er mehr wie „2001“ oder auch „Shining“ aussehen würde.

Bei Kubrick fand ich immer interessant, das seine Filme so unterschiedlich aussehen. Auch die Vielfalt seiner inhaltlichen Themen finde ich immer wieder unglaublich. Film Noir, Kriegsfilm, Melodram, Horror, Sci-fi, Komödie etc.., es ist alles dabei.

Lange Zeit war „Uhrwerk Orange“ in meiner persönlichen Kubrick-Bestenliste auf Platz 1, aber ich denke, dass er nun auf Platz 2 abgerutscht ist, und nun „2001 – Odyssee im Weltraum“ an der Spitze steht. Aber es wird einfach Zeit, dass ich mir die anderen Kubrick-Filme auch mal wieder häufiger ansehen sollte. Einige Sichtungen reichen wieder viele Jahre zurück und die Filme würde ich heute evtl. anders bewerten.

2001 folgt bei mir auch recht bald wieder, da ich mir gestern die 4K UHD gekauft habe und die soll verdammt gut aussehen.
 

Willy Wonka

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2001 folgt bei mir auch recht bald wieder, da ich mir gestern die 4K UHD gekauft habe und die soll verdammt gut aussehen.

Komm am besten spontan in Essen vorbei. :nice:Am 14.05. gibt's ein Double Feature von Blade Runner in der Lichtburg und am 15.05. gibt's 2001 - Odyssee im Weltraum auf 70mm. Besser kann ein Filmwochenende im Kino gar nicht aussehen. :bart:
 
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