The Bride! - Es lebe die Braut
Chicago in den 30er Jahren und "Frank" ist es leid! Seit ihn Dr. Frankenstein vor über 100 Jahren erschaffen hat, ist er einsam. Nun muss endlich eine Frau her. Gemeinsam mit Dr. Euphronius, die auch mal gerne Totes zu neuem Leben erweckt, buddeln sie auf dem Armenfriedhof eine willkürliche Dame (die kurz zuvor ermordet wurde) aus dem frischen Grab aus und die Romanze kann beginnen. Oder lieber doch nicht? Denn "Penelope Rogers" hat andere Pläne...
Klingt bekloppt? Ist es auch! Aber Maggie Gyllenhaal hat die weibliche Sicht der monströsen Dinge, die wir aus zig Filmen - vor allem natürlich die absoluten Ikonen
Frankensteins Braut und
Frankenstein von James Whale - kennen, in eine Art Road-Movie verpackt, das zwar schrill und rasant ist aber auch immer den notwendigen Respekt vor dem Original wahrt. Die Optik ist absolut gelungen, die Musik von Hildur Guðnadóttir unterstützt das Geschehen prächtig und zum Cast muss natürlich auch was gesagt werden.
Jessie Buckley haut nach ihrer Oscar-Glanzvorstellung in
Hamnet wieder eine absolute Meisterleistung raus! Ihre Mimik, ihre überbrodelnde Energie hat mich von Anfang an total gepackt und es ist eine wahre Freude, ihrer herrlichen Performance beizuwohnen. Dagegen haben es dann sogar Hochkaräter wie z.B.
Christian Bale als Frankensteins Monster oder Annette Bennig als schrullige Wissenschaftlerin schwer, wobei beide ihren Job mehr als gut machen.
Maggie Gyllenhaals
The Bride! ist zudem eine Ode an das Kino. Es gibt so viele Verweise und Remineszensen auf Filme, Schauspieler oder Rollennamen, das des alleine schon das Anschauen wert ist. Als Beispiele seien da nur "Ida Lupino" oder "Bonnie & Clyde" erwähnt.
The Bride! ist ein mutiger Stilmix und ist erfrischend anders als man(n) erwartet. Dieser Film will gar kein Horrorfilm sein (die Wiederbelebungsszene ist fulminant kurz geraten!) und ein reiner Frauenfilm ist er schon gar nicht, obwohl mir der Part von Penelope Cruz dann doch irgendwie eine Prise zuviel Feminismus ist. Und das Frank einen Tanzstar à la Fred Astaire (Jake Gyllenhaal) anhimmelt, macht es für den ein oder anderen (maskulinen) Zuschauer gewiss auch schwerer verdaubar. Aber geschenkt,
The Bride! macht vor allem Dinge (mir) viel Freude und versprüht eben diese Magie des Kinos, die ich in vielen Filmen so vermisse. Das dann nicht alles so perfekt ist, kann ich dann gerne verschmerzen.
Danke, Maggie Gyllenhaal, für diesen seltenen Schatz!
9/10