Riddick

Dieses Thema im Forum "Kurzkritiken und Diskussion" wurde erstellt von Pretender, 29. März 2009.

  1. Pretender

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    Gesamtübersicht aller Kritiken Pitch Black - Planet der Finsternis:

    #02 29.03.09 Pretender
    #05 17.02.10 Alexboy

    Gesamtübersicht aller Kritiken zu Riddick - Chroniken eines Kriegers:

    #03 29.03.09 Pretender

    Gesamtübersicht aller Kritiken zu Riddick - Überleben ist seine Rache:

    #19 09.10.14 Russel Faraday

    Gesamtübersicht aller Kritiken zu Riddick - Krieger der Finsternis (Anime):

    #04 10.04.09 Pretender
     
    Zuletzt bearbeitet von Willy Wonka - 9. Oktober 2014
  2. Pretender

    Pretender Walk of Fame

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    Pitch Black - Planet der Finsternis


    Alles beginnt ruhig, wie in einer bekannte SciFi-Serie, der Blick schweift über ein Raumschiff und ein paar Planeten, im Frachter sieht man ein paar Passagiere, die im Kryo-Schlaf sind, doch die „gemütliche“ Stille wird plötzlich durch Hämmernde geräusche durchbohrt, ein Meteorhagel trifft den Raumfrachter und den Kaptain, das Schiff muss notlanden…
    Neben normalen Passagieren, wie eine Arbeiterin, ein paar Pilgern & einen Geschäftsmann befindet sich auch noch ein Sträfling (Riddick) sowie dessen Bewacher, mit im Frachter.
    Auf der Suche danach wie sie von dem Planeten wieder schnellstens verschwinden können, müssen sie sich wohl oder übel der Hilfe von Riddick annehmen, als sie eine verlassene Forschungseinrichtung entdecken müssen sie aber feststellen, das es noch was viel bösartigeres auf dem Planeten als Riddick gibt und schon bald geht die Sonne unter…

    Pitch Black führt die Person Riddick und das Universum ein wenig ein, ausserdem ist es Diesels erste größere Internationale Rolle die ihm ein wenig ansehen beschert. Gerade zu anfang als der Planet und dessen Oberfläche gezeigt wird, wird mit dem überblenden nicht gegeizt und es wird eindrucksvoll in Szene gesetzt, wie heiß es doch auf dem Planeten sein muss, man erkennt in den Weitaufnahmen das Hitzeflimmern am Horizont und manchmal sowas wie ein Flammenzittern. Als dann die Sonnen weg sind ist alles in Dunkelheit getaucht und man sieht durch Riddicks Augen, was imo auch sehr gut dargestellt wurde.
    Den Schauspielern wird hier zwar nicht viel abverlangt und die meisten lernt man auch nicht sehr gut kennen, da der Film im „Zehn-kleine-Negerlein“ Prinzip daherkommt, doch allein die Person des Riddick reicht vollkommen aus um den Film zu tragen, Diesel spielt die Rolle perfekt, anfangs Kühl wie ein absoluter Killer, der nur darauf wartet jemanden zu töten, doch später wird er durch Fry (gespielt von der attraktiven Rhada Mitchell) ein wenig aufgetaut und er tut etwas was er wahrscheinlich nie gedacht hätte…

    Pitch Black ist nicht „Star Trek“ und versucht deswegen auch gar nicht erst, mit (pseudo-)tiefsinnigen Dialogen aufzutrumpfen. Das wenige, was gesprochen wird, sind die knappen Kunstdialoge mit lakonischen Pointen, die man eben vorrangig in Actionfilmen findet. Zwar ist mit dem Sparbudget von 23 Millionen Dollar natürlich nicht der große Reißer an Effekten zu erwarten. Das macht aber nichts, denn Pitch Black begeht nicht den Fehler, sich an zu Großem zu überheben und damit auf die Nase zu fallen. Die fiesen „Raptoren“ bleiben meist zu großen Teilen im Schutz der Dunkelheit verborgen und laufen daher auch nicht Gefahr, zu billig auszusehen. Statt verfehlt zu klotzen, wird eine kontrastreiche Ästhetik und mit ihr atmosphärische Dichte aufgebaut, garniert durch einige eindrucksvolle und bizarre Kalenderbilder aus einer fremden Welt. Zwar gibt es auf dem Fußmarsch in der zweiten Hälfte ein oder zwei Längen, im Großen und Ganzen aber saugt einen Pitch Black über die volle Länge auf und bleibt vor allem aufgrund seiner eigenwilligen Licht- und Farbgestaltung in der ersten Hälfte eindeutig hängen im Gedächtnis. 8/10
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. März 2009
  3. Pretender

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    Riddick - Chroniken eines Kriegers


    Seit den Geschehnissen in „Pitch Black“ sind 5 Jahre vergangen, Riddick versteckt sich auf einem Eisplaneten vor den Gesetzeshütern und zu alle dem hat auch noch jemand einen Kopfgeldjäger auf die Suche nach ihm geschickt. Um herauszufinden, wer das Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hat muss sich Riddick wohl oder übel wieder in die Zivilisation wagen, genauer gesagt nach Helios Prime um herauszufinden, das kein geringerer als Imam, einer der überlebenden aus „Pitch Black“ das Kopfgeld auf ihn gesetzt hat um ihn um Hilfe zu bitten gegen die Necromonger, ein Volk das alle Planeten und jeden darauf vernichtet der sich ihnen nicht anschließt. Angeführt vom „Lord Marshall“ beginnt die Invasion von Helios…

    Hier wird die Geschichte um den Charakter Riddick weitergesponnen, man erfährt was von seiner Herkunft und man sieht, das er etwas „weicher“ geworden ist, seit den geschehnissen aus „Pitch Black“
    Die Kulissen bieten eine sehr beeindruckende Größe und wissen zu überzeugen, die Bilder die gezeigt werden, gerade zu Anfang mit dem Anflug auf Helios sind eine wahre Augenweide, sowie auch das Design der Schiffe und der Bauwerke, gigantisch! Das alles kommt dem Film natürlich zu gute, doch auch Diesel trägt wieder einiges dazu bei, seine Leinwandpräsenz ist einfach allererste Sahne!

    Riddick ist mit Sicherheit kein Film über den man groß nachdenken sollte, es gibt Logiklöcher ohne Ende, was aber meiner Meinung nach egal ist, bei dem Actionfeuerwerk heißt es für mich einfach nur Hirn aus, Popcorn herbei Zimmer abdunkeln, Boxen voll aufdrehen und genießen… 9/10
     
  4. Pretender

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    Riddick - Krieger der Finsternis


    Was passierte nach der Flucht vom schwarzen Planeten & vor den Ereignissen in Riddick – Chroniken eines Kriegers? Genau dieser Frage widmet sich Krieger der Finsterniss, das Schiff mit dem Jack, Imam & Riddick geflohen sind wird im All von Mercs, einer Gruppe Kopfgeldjäger geborgen und die drei wurden inhaftiert. Die Anführerin der Mercs sammelt jene seltenen Krieger um sie in ihrer Halle zur Schau zu stellen, doch da hat sie mit Riddick den falschen am Haken…

    Auch wenn der Film nur gute 30min geht, so weiß er doch zu unterhalten und schafft ein paar Fragen aus der Welt, die evtl. in
    Riddick – Chroniken eines Kriegers auftauchen. Er schließt die Lücke zwar nicht perfekt, schafft aber einen weicheren Übergang zum Nachfolger, auch die Person Toombs wird eingeführt. Klar, um einen guten Handlungsbogen zu spannen braucht es mehr als eine halbe Stunde, aber diesen Bogen braucht der Film gar nicht, mir hat es so absolut gereicht und es sind ein paar Fragen aus der Welt geschafft.

    Der Film ist nicht unbedingt ein Muss, auch wird er nicht jedermanns Geschmack treffen, wenn man sich jedoch für das Riddick Universum interessiert, dann lohnt sich die Anschaffung auf jeden Fall! 7/10
     
  5. Alexboy

    Alexboy Filmgott

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    Pitch-Black -Planet-der-Finsternis


    Vin Diesel, vielen durch einige Action-Filme oder Komödien bereits bekannt, gibt hier absolut überzeugend einen Rechtsbrecher der besonderen Art.
    Als Gefangener gehört er zur Besatzung eines Raumschiffes, das auf einem Planet notlanden muss, welcher einige böse Überraschungen für die Gestrandeten bereit hält.
    Nun ja - manch einer fühlt sich an bereits gesehene SciFi-Movies erinnert, seien es die Alien - Quadrologie oder die verschiedenen Predator Abkömmlinge ( während bei denen auch die Erde mit involviert ist und die Fremdlinge darauf landen).
    Doch Pitch Black mag durchaus noch zu überzeugen, was hauptsächlich an den visuellen Feinheiten, den eigenartigen neuen Feinden und der speziellen Situation der Raumfahrer liegt.
    David Twohy, dem Autor und Regisseur gelingen wirklich wunderbare Farbspiele, realistische Weltraumbilder und hervorragende FX - Wesen verbunden mit einer spannenden Geschichte.
    Die Schauspieler bieten eine solide Vorstellung, die nur zeitweise leicht ins Stocken gerät aber nie zu durchsichtig serviert wird.
    Alles in allem ein sehenswerter SciFi-Actioner mit allem was dazu gehört.
    ( Die australische Abstammung bezüglich der unwirtlichen Gegend schimmert auch etwas durch. )

    7/10
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Februar 2010
  6. Pretender

    Pretender Walk of Fame

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    AW: Pitch Black – Planet der Finsternis

    Jepp, ich schaue mir den Film auch immer wieder gerne an! Würde mich auch freuen wenn du Kritiken über die anderen Teile schreibst!
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Februar 2010
  7. Alexboy

    Alexboy Filmgott

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    AW: The Chronicles Of Riddick

    Ich hätte mir die Worte für Pitch Black gespart wenn ich deine Kritiken eher gefunden hätte, denn sie decken schon alles ab.

    Riddick gefällt mir etwas besser als Pitch Black, weil er mit mehr Action und besserer Grafik aufwarten kann, wobei sich die beiden Filme eigentlich gar nicht vergleichen lassen. 8/10

    Den Kurzfilm habe ich noch nicht gesehen.
     
  8. Darkknight666

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    AW: The Chronicles Of Riddick

    Sollte das nicht eigentlich eine Triologie werden, oder täusche ich mich da.
     
  9. Pretender

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    AW: The Chronicles Of Riddick

    Nein, da täuscht du dich nicht, es ist glaube ich in Planung, bzw. es war zumindest mal in Planung! Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen Riddick wieder zu sehen!
     
  10. Darkknight666

    Darkknight666 Filmgott

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    AW: The Chronicles Of Riddick

    Ich auch in die Rolle passt Vin Diesel einfach, ich mag den auch sehr gerne, und ich muss mir die noch auf Blu Ray holen.
     
  11. kelte

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    AW: The Chronicles Of Riddick

    ich mag Riddick nicht mehr wirklich als gesamten Film,- denn sobald er auf den Planeten kommt den es zu Retten gilt verkommt der Film etwas in seiner Philosophie. Zuviel Religion, zuwenig harte Gewalt. Mir gehen auch die Necromongos nicht ab...
    der Film ist tief gefallen in meiner Liste
     
  12. Russel Faraday

    Russel Faraday Filmgott

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    AW: The Chronicles Of Riddick

    die stecken grad mitten in der vorbereitung für teil 3, der aber offenbar den stil von teil 2 nicht weiterverfolgen wird:
    http://www.filmvisionaere.com/showthread.php?p=150164#post150164
     
  13. Darkknight666

    Darkknight666 Filmgott

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    AW: The Chronicles Of Riddick

    Naja vielleicht wird es ja ein Quasi Vorgänger zum ersten oder so, mal sehen, ich freu mich drauf, ich mag die Serie gern.
     
  14. Pretender

    Pretender Walk of Fame

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    AW: The Chronicles Of Riddick

    Hab mir die Teile mal alle kurz nacheinander gegeben und halte sie immer noch für sehr sehr gute Unterhaltung. Auch der Animationsfilm passt hervorragend hinein und schließt die Lücke die zwischen Teil eins und zwei ein wenig geklafft hat.
     
  15. deadlyfriend

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    AW: The Chronicles Of Riddick


    Stimmt! Das ist so ziemlich alles, an was ich mich noch erinnern kann:D Ich fand ihn damals aber trotz Vin Diesel ganz okay. Zumindest habe ich das noch so im Gedächtnis. In den Player ist er aber eher wegen dem Mitwirken von Claudia Black gewandert, weil ich noch auf Farscape hängen geblieben war. Riddick habe ich mir aufgrund der dämlichen Vorschau aber dann nicht mehr angesehen.
     
  16. Pretender

    Pretender Walk of Fame

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    AW: The Chronicles Of Riddick

    Habe mir heute noch mal Riddick gegeben und der hat nichts von seiner Magie verloren. Das Bild der DVD ist meiner Meinung nach immer noch nahe an Referenz so wie der Film auch. Bärenstarke 9/10 Jetzt freue ich mich noch mehr auf den dritten Teil und bete das bald ein Trailer oder zumindest mal ein Teaser veröffentlicht wird.
     
  17. Willy Wonka

    Willy Wonka Locationscout Mitarbeiter

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    AW: The Chronicles Of Riddick

    Auf die Fortsetzung bin ich auch ziemlich gespannt und vor dem Kinostart werde ich mir auf jeden Fall noch einmal erneut „Pitch Black" und „Riddick" ansehen. Beide Filme haben mir damals auch sehr gefallen und die letzten Sichtungen sind mittlerweile viele Jahre her. So habe ich „Pitch Black“ bislang auch nur einmal gesehen und „Riddick“ lediglich zwei Mal.
     
  18. Cable

    Cable Filmvisionaer

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    AW: The Chronicles Of Riddick

    Pitch Black war damals sehr gut und habe ich in Blau. Riddick habe ich erst einmal auf Sky gesehen, gefiel mir aber nicht ganz so gut. Muss aber auch mal in Blau her. Geschaut wird Teil 3 auf jeden Fall, wenn auch nicht im Kino, da sind bei mir derzeit maximal 4 Filme im Jahr drinnen durch Zeitmangel und Nachwuchs. Vor allem, seit Schwiegermuttern einen neuen Freund hat und mit dem ständig irgendwo unterwegs ist habe ich fast keine Möglichkeit mehr, da die lieben Kleinen für einen Kinoabend abzuschieben.
     
  19. Russel Faraday

    Russel Faraday Filmgott

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    Riddick - Überleben ist seine Rache


    Fünf Jahre sind seit den „Chroniken“ vergangen, und in Riddick keimt der Verdacht, dass es eine blöde Idee war, sich zum Obermotz der Necromonger ausrufen zu lassen. Nicht nur, weil das halbnackte Weibsvolk eben mal wieder ein Mordattentat auf ihn verübt hat, sondern weil er sich königlich zu langweilen beginnt und fürchtet, seine Killerinstinkte mögen ob der geordneten Umstände, die ein Leben in Saus und Braus mit sich bringen, irgendwie verkümmern. Also liegt die Lösung auf der Hand: auf nach Furya, legendäre Heimat seines ausgerotteten Volkes. Dummerweise setzt man ihn nicht eben dort, sondern auf einem unwirtlichen Planeten am Arsch des Universums ab, um ihn dort elendig verrecken zu lassen. Riddicks Überlebenskampf gegen die feindliche Umwelt beginnt. Als dann noch ein paar Kopfgeldjäger auftauchen, geht der Spaß erst richtig los.

    Nach dem Überraschungserfolg „Pitch Black“ und dem finanziell gescheiterten Mega-Projekt der „Chroniken“ (den ich persönlich wegen seiner opulenten, barocken Opernhaftigkeit seeeeehr mag), wurde es ruhig um den nachtaktiven Killer Riddick. Die Ankündigung, ihn ein drittes Mal auf die Menschheit loszulassen, grenzte da schon an ein Wunder, welches von mir allerdings recht wohlwollend aufgenommen wurde. Irgendwie ist der wortkarge Glatzkopf mit der Grummelstimme halt knuffig.

    Dass es nicht im Stile der verschwenderischen „Chroniken“ weitergehen würde, war auch rasch klar. Selbst die raschen „Back to the roots“-Versprechen schreckten nicht weiter ab, so dass mein Optimismus weiter ungetrübt blieb. Und zunächst macht „Riddick“ auch alles richtig: in einer kurzen Rückblende werden die „Chroniken“ abgehakt (alles schaut budgetbeding deutlich schmaler als zuvor aus), ehe man Richard B. schnell, aber nicht schmerzlos vom Thron fort und in Gottes planetaren Lokus befördert. Hier spielt Regisseur und Autor David Twohy seine Stärken aus, inszeniert den Auftakt nahezu dialogfrei und weiß zu jeder Zeit, seinen Hauptdarsteller, der mit wahrlich spielerischer Leichtigkeit einmal mehr in seine Paraderolle schlüpft, ins rechte Licht zu setzen. Der Auftakt ist dreckig, roh, selbst die „Raumschiff Enterprise“-Gedächtniskulissen versprühen einen angenehmen B-Movie-Pappmaché-Charme, der, wenn man sich mit ihm anfreundet, ziemlich viel Spaß macht.

    Leider, leider kommen irgendwann die Söldner ins Spiel. Und sobald diese auf der Bildfläche erscheinen, ist erstmal Schluß mit lustig… für den Zuschauer. Denn für rund eine Stund’ stellt der Film jegliches Tempo ein, präsentiert uns schablonenartige Charaktere, denen zuviel Zeit eingeräumt wird, zumal sie eh’ komplett farblos bleiben und ohnehin nur als Kanonenfutter dienen. Aber damit kann man zur Not leben, immerhin ist das in anderen Belagerungs- und/oder Söldnerfilmen nicht anders: kennt man eine Gruppe Kopfgeldjäger, kennt man sie vermutlich alle. Viel schlimmer ist, dass „Riddick“ von nun an komplett auf der Stelle tritt, sich nicht nach vorn und nicht nach hinten rührt und streckenweise nicht nur zäh, sondern regelrecht langweilig wird. Dies wird offenbar irgendwann auch Twohy klar, und fast zu spät beschließt er, die Reißleine zu ziehen. Anstatt sich allerdings etwas Originelles einfallen zu lassen, springt er quasi direkt in „Pitch Black“ zurück und bietet einen nur mäßig aufbereiteten Aufguss des Erstlings, quasi „Pitch Black 2.0“. Wieder wird man von fiesem Viehzeug belagert, wieder muss eine Strecke überwunden werden, um in Sicherheit zu gelangen, wieder ist es an Riddick, die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Das funktioniert noch immer, aber es wirkt lauwarm, als wäre Twohy einfach nichts Besseres eingefallen.

    Darstellerisch gibt es nicht viel zu sagen: Vin Diesel ist Riddick und schlägt sich mehr als anständig. Besonders in der ersten halben Stunde macht es Spaß, ihm zuzusehen, wie er vom „verweichlichten“ Halbmistkerl wieder zur fiesen Ein-Mann-Armee mutiert. Das ist zackig, dreckig, gewalttätig. Vom restlichen Cast ist mir eigentlich lediglich Katee Sackhoff (Starbuck in der „BSG“-Neuauflage) bekannt, die wohl als Darstellerin auch keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen und sich mit Nebenrollen wie dieser in ihren noch verbleibenden Karrierejahren begnügen wird. Karl Urban absolviert einen Kurzauftritt in seiner bekannten Vakoo-Rolle, hat da aber nicht mehr zu tun, als ein bekanntes Gesicht aus dem Vorgängerfilm zu sein. Die anderen Darsteller spielen die obligatorische Söldnerschar. Nichts, was einem im Gedächtnis bleibt, nichts, was übermäßig nervt. Lediglich Santanas Wandlung vom alleskönnenden Obersöldner zur miesepetrigen Totallusche wirkt etwas erzwungen. Sympathisch ist hier niemand (soll’s wohl auch nicht sein), so dass einem die teilweise angenehm explizit ausfallenden Abgänge meist eher am Allerwertesten vorbeigehen.

    Wie schaut’s an der Effektefront aus? Im Genre ja nicht unbedingt ein unbedeutender Faktor. Nun, um bei der Wahrheit zu bleiben: mit Ruhm bekleckert sich hier niemand. Womit wir mal wieder bei einer Crux sind: wenn mir als Regisseur ein eher mickriges Budget zur Verfügung steht (im Falle von „Riddick“ 38 Mio.), warum produziere ich dann nicht ein paar wenige, aber GUTE Spezialeffekte, sondern mülle meinen Film mit miesem CGI-Geschlonz zu? Damit ist niemandem geholfen. Wenn ich keine Raumschiffarmada darstellen kann, dann zeige ich sie eben nicht. Wenn es nur für einen halbwegs brauchbar animierten Wildhund reicht, warum schicke ich ein halbes Dutzend in die Schlacht, anstatt gewisse Dinge einfach anzudeuten? Und wenn ich keine fliegenden Mopeds so darstellen kann, dass sie nicht wie aus einem zwanzig Jahre alten Videospiel anmuten, dann lasse ich meine Söldner gefälligst in einem Strandbuggy durch die Gegend heizen! Sieht ohnehin cooler aus. Ja, „Riddick“ ist für SF-Verhältnisse ein billiger Film, der nicht klotzen kann, aber etwas mehr Einfallsreichtum wäre hier wirklich wünschenswert gewesen, denn die Effekte sehen teilweise wirklich übel aus.

    So bleibt unterm Strich ein Film, der mich zwiespältig zurücklässt: der Auftakt ist super, der zweite Akt schon fast sträflich langweilig, die letzte halbe Stunde schließlich ein 1:1-Aufguss der „Pitch Black“-Formel. Neun Jahre auf den Film zu warten und dann etwas so Halbgares vorgesetzt zu bekommen, ist schon etwas unbefriedigend. Der Film ist nicht schlecht, aber eben auch nicht das geworden, was man sich gewünscht hat. Mit 126 Minuten (Extended Cut) ist das Ganze dann auch eindeutig zu lang geraten, da es einfach nicht genug Handlung für über 2 Stunden gibt. Twohy sollte noch mal Hand anlegen und das Ding runterkürzen, dann könnte was draus werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Oktober 2014
  20. Willy Wonka

    Willy Wonka Locationscout Mitarbeiter

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    AW: Riddick

    Tolle Kritik! Nach meinem damaligen Kommentar aus dem Jahre 2012 (#17) habe ich noch immer nicht die Filme ein weiteres Mal gesehen und nach den vielen schlechten Kritiken habe ich mir auch das dritte Abenteuer von Riddick im Kino gespart. Dennoch übt die Figur noch einen gewissen Reiz aus und daher werde ich mir beizeiten bestimmt noch einmal den neuen Film ansehen. Deine Kritik hat mir auf jeden Fall schon sehr geholfen, was ich von dem Film zu erwarten habe.
     
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