Das Dorf der Verdammten

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Gesamtübersicht aller Kritiken zu Das Dorf der Verdammten:

#02 05.02.2026 deadlyfriend

Gesamtübersicht aller Kritiken zu Die Kinder der Verdammten:

#03 06.02.2026 deadlyfriend

Gesamtübersicht aller Kritiken zu Das Dorf der Verdammten (1995):

#04 06.02.2026 deadlyfriend
 
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Das Dorf der Verdammten

Im britischen Örtchen Midwich gehen seltsame Dinge vor. Innerhalb einer Sekunde werden alle Tiere und Menschen bewusstlos und fallen an Ort und Stelle um. Nicht nur da, denn auch jeder der einen bestimmten Umkreis des Dorfes betritt, fällt sofort ins Reich der Träume. Das in der Nähe stationierte Militär errichtet sofort eine Sperrzone um den Ort und lässt niemanden mehr hinein. Versuche mit Gasmasken die unsichtbare Grenze zu durchschreiten, scheitern kläglich. Wie von Geisterhand stehen plötzlich alle Bewohner und Tiere wieder auf, können sich aber an nichts erinnern. Weitere Untersuchungen verlaufen ergebnislos. Wenige Monate später gibt es die nächsten seltsame Ereignisse, denn die Frauen im Ort vermelden ihre Schwangerschaft. Einige davon hocherfreut, andere dagegen am Boden zerstört, weil es unmöglich sein kann und sie gar nicht wissen, wie das passiert sein soll. Allerdings wird bald klar, dass die Schwangerschaft am Tag des seltsamen Ausfalls entstand und somit werden 9 Monate später äußerst merkwürdige Kinder geboren, die sehr schnell heranwachsen und hochgradig intelligent sind.

John Wyndham war Anfang der 50er auf dystopische Stoffe spezialisiert, weshalb wir ihm neben den "Midwich Cuckoos" auch die "Triffids" zu verdanken haben. Die Geschichte über die Kuckuckskinder wurde bereits vor Veröffentlichung des Buchs an ein Filmstudio verkauft und gehört heute quasi zum Allgemeinwissen unter Sci-fi Fans. Zumindest wird man auch ohne den Film gesehen zu haben, irgendwann mal darüber gestolpert sein.
Der Film wurde 1960 von Wolf Rilla gedreht, der auch gar nicht erst den Fehler beging, die Ungereimtheiten zu erklären. Stattdessen rätseln zwar die Protagonisten darüber, was hier vor sich geht, liefern aber keinen klaren Hinweis. Deshalb funktioniert der Film hervorragend und steuert nicht darauf zu, eine Erklärung zu finden, sondern kümmert sich lieber um die Gedanken, wie man die "Dinger" wieder losbekommt und ob man das überhaupt tun sollte, da es ja schließlich Kinder sind. Er stellt lieber die Wissenschaftler, die gerne mehr wissen wollen, den Menschen gegenüber, die berechtigt Angst vor den lieben Kleinen haben. Denn je älter sie werden, desto mehr Menschen sterben in der kleinen Gemeinde. Zudem sind sie einfach nur unheimlich. Durch diese nüchterne Herangehensweise entflieht er den Trash-Möglichkeiten und schafft es, dass man den Film ernsthaft verfolgt. Das sahen wohl auch die Kinozuschauer so, denn er war überaus erfolgreich. So erfolgreich, dass es kurz danach bereits eine Fortsetzung gab und in den 90ern sogar ein Remake von John Carpenter. Inzwischen wurde anscheinend auch eine Serie dazu gedreht.

Auch darstellerisch war der Film hervorragend besetzt. Neben George Sanders, den man mehrfach bei Hitchcock und bei vielen anderen Klassikern sehen konnte, spielte auch noch Barbara Shelley mit. Der Clou ist dann der Kinderdarsteller Martin Stephens, der bereits in "Das Schloss des Schreckens" Furcht auslösen konnte. Hier nochmal zusätzlich durch den Effekt mit den weiß leuchtenden Augen, die ikonisch für den Film wurden.
 
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Die Kinder der Verdammten

6 Kinder, die über die Welt verteilt leben, werden von der UNESCO untersucht, weil sie erstaunliche Fähigkeiten aufweisen. Sie sind in der Lage Aufgaben in einer Geschwindigkeit zu lösen, die auch kein Erwachsener hinbekommt. Für diese Aufgaben benötigen sie allerdings exakt die gleiche Zeit und das völlig unabhängig voneinander. Man führt die Kinder in London zusammen, um weitere Tests durchzuführen. Natürlich interessieren sich auch die politischen Mächte dafür, da man einerseits Panik vor ihnen hat, aber andererseits auch Vorteile für die eigene Nation erkennt, wenn diese Wunderkinder für ihre Interessen angelernt werden. Allerdings gibt es da ein weit größeres Problem, denn die Kinder spielen nicht mit, weshalb es schon bald die ersten Todesfälle in ihrem Umfeld gibt.

Durch den Erfolg des Vorgängers wollte man unbedingt einen Nachfolger, wusste aber nicht wie man die Geschichte fortführen soll. Auch den Autor des Originalromans zog man hinzu, der sich an die Arbeit machte und schließlich aufgab, da ihm nichts passendes einfiel. Nun traf man die Entscheidung, keinen wirklichen Anschluss zu erfinden, sondern das Thema lediglich aufzugreifen, andere Perspektiven zu setzen und den Vorgänger handlungstechnisch zu ignorieren, weshalb die Geschehnisse in Midwich nicht erwähnt werden und keine Grundlage bilden. Genau aus diesem Grund könnte der Film so interessant geworden sein, allerdings ist er wahrscheinlich auch der Urheber für den ausbleibenden Erfolg. Dabei ist das Ergebnis richtig stark. Er beleuchtet nämlich auch philosophische Ansätze und kümmert sich um das Ziel dieser seltsamen Menschenart und legt den Fokus darauf herauszubekommen, was sie antreibt. Selbstverständlich bleiben die Kinder auch in diesem Teil brandgefährlich, aber die Fragen ob sie lediglich eine unverhältnismäßige Reaktion zur Verteidgung anwenden, oder ein Ziel verfolgen, ist hervorragend herausgearbeitet und auch richtig spannend, da der Film keine klare Trennung vorgibt.
Bei den Darstellern ist man ein wenig von den ganz bekannten Namen weg, was vielleicht für einen größeren Erfolg gesorgt hätte, aber da gibt es trotzdem nichts auszusetzen. Die Synchro stammt aus den 2000ern und ist richtig gut geworden. Der Film wurde nämlich zu dieser Zeit erstmalig in Deutschland veröffentlicht. Der Film kränkelt wenn überhaupt nur daran, dass man die Idee um die Kinder eben bereits kennt aber qualitativ ist der wirklich stark. Das liegt auch an den phänomenalen Kulissen. Ein wesentlicher Faktor dabei ist eine Kirche, die einen großen Teil des Films der Hauptschauplatz ist. Als ich das Portal sah, kam es mir auch seltsam vertraut vor, so als ich ob ich schon einmal dort gewesen wäre. Tatsächlich haben wir es mit St. Dunstan in the East zu tun. Die Kirche, die im zweiten Weltkrieg bei einer Bombardierung eine Menge abbekommen hat und nicht mehr renoviert werden konnte. Heute stehen dort nur noch der Turm und einige Mauern, die aber gleichzeitig in einen Park umgestaltet wurden. Einer meiner absolute Lieblingsorte in London, nur 1963 hatte man noch nicht mit den Abrissarbeiten begonnen, weshalb er jetzt auch als Zeitzeuge fungiert, da man die Kirche im Film auch innen genutzt hat. Halb zerbombt und zerfallen, was einfach zusätzlich für eine unglaubliche Atmosphäre sorgt, da die Kulissen echt sind. Natürlich mit ein wenig Material angereichert.
Insgesamt ist das für mich also ein Top-Sequel, welches sich wirklich lohnt, da es einmal andere Schwerpunkte setzt und trotzdem genauso unheimlich und spannend wie der Vorgänger ist.
 
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Das Dorf der Verdammten (1995)

1995 inszenierte kein Geringerer als John Carpenter erneut den Stoff von John Wyndham, allerdings hielt er sich dabei ziemlich nah an die Verfilmung von Wolf Rilla. Er legte ihn aber mehr in die Nähe eines Horrorfilms, obwohl er eine Vielzahl von Geschehnissen 1:1 umsetzte, ihnen aber einen expliziteren Anstrich verpasste. Dies ist dennoch ein kleines Problem des Remakes, weshalb er auch eher zu den schwächeren, aber trotzdem guten Filmen von Carpenter gehört. Er kreiert Bilder und Stimmungen die an "The Fog" erinnern und glänzt natürlich durch diese Atmosphäre. Die Effekte sind logischerweise in die Moderne übertragen und zeitgleich äußerst wirkungsvoll. Im Gegensatz zum Original stellt er zu Beginn etwas mehr die späteren Protagonisten vor, bis es dann mit den Merkwürdigkeiten beginnt. Die Ohnmacht-Szenen sind natürlich jetzt um ein vielfaches spektakulärer, aber ab da startet erstmal eine 1:1 Umsetzung. Wenn man die beiden Filme frisch hintereinander sieht, kann man dann sogar von unnötig sprechen. Durch den Carpenter-Einschlag aber auch wieder nicht, weil er es halt einfach kann. Trotzdem ändert er zwischendrin die Abläufe um einige Nuancen, um im letzten Drittel nochmal Vollgas zu geben, was eine deutliche Änderung zum Original darstellt. Einige andere Änderungen sind allerdings hervorragend ausgesucht und verleihen dem Remake dann doch eine etwas andere Note und einen anderen Blickwinkel, was ich persönlich als sehr interessant empfunden habe. Gerade die Rolle von David, innerhalb der Kindergruppe, ist hier ausgesprochen wirkungsvoll und spannend eingearbeitet. Nur die versuchte Erklärung der Herkunft, hätte man besser sein lassen. Von der Idee her, als auch von der Umsetzung.
Allerdings ist der Film absolut stark besetzt, bis in die Nebenrollen hinein. Christopher Reeve und Kirstie Alley bilden die Hauptfiguren ab und dennoch sehen wir zusätzlich Michael Pare und Meredith Salenger, sowie Mark Hamill, was schon Freude bereiten kann. Der Score ist meistens typisch Carpenter, wobei er diesmal für meine Begriffe keine so hohe Intensität besitzt wie sonst und man ihn nicht automatisch mit diesem Film verbindet, wie es bei anderen Werken von ihm der Fall ist.
Insgesamt ein sehenswertes Remake, was durch die Inhaltsgleichheit an manchen Stellen aber auch ein wenig überflüssig wirkt, aber durch einige andere Ideen eben wieder interessant genug ist, um es sich anzusehen.
 
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