Die Kinder der Verdammten
6 Kinder, die über die Welt verteilt leben, werden von der UNESCO untersucht, weil sie erstaunliche Fähigkeiten aufweisen. Sie sind in der Lage Aufgaben in einer Geschwindigkeit zu lösen, die auch kein Erwachsener hinbekommt. Für diese Aufgaben benötigen sie allerdings exakt die gleiche Zeit und das völlig unabhängig voneinander. Man führt die Kinder in London zusammen, um weitere Tests durchzuführen. Natürlich interessieren sich auch die politischen Mächte dafür, da man einerseits Panik vor ihnen hat, aber andererseits auch Vorteile für die eigene Nation erkennt, wenn diese Wunderkinder für ihre Interessen angelernt werden. Allerdings gibt es da ein weit größeres Problem, denn die Kinder spielen nicht mit, weshalb es schon bald die ersten Todesfälle in ihrem Umfeld gibt.
Durch den Erfolg des Vorgängers wollte man unbedingt einen Nachfolger, wusste aber nicht wie man die Geschichte fortführen soll. Auch den Autor des Originalromans zog man hinzu, der sich an die Arbeit machte und schließlich aufgab, da ihm nichts passendes einfiel. Nun traf man die Entscheidung, keinen wirklichen Anschluss zu erfinden, sondern das Thema lediglich aufzugreifen, andere Perspektiven zu setzen und den Vorgänger handlungstechnisch zu ignorieren, weshalb die Geschehnisse in Midwich nicht erwähnt werden und keine Grundlage bilden. Genau aus diesem Grund könnte der Film so interessant geworden sein, allerdings ist er wahrscheinlich auch der Urheber für den ausbleibenden Erfolg. Dabei ist das Ergebnis richtig stark. Er beleuchtet nämlich auch philosophische Ansätze und kümmert sich um das Ziel dieser seltsamen Menschenart und legt den Fokus darauf herauszubekommen, was sie antreibt. Selbstverständlich bleiben die Kinder auch in diesem Teil brandgefährlich, aber die Fragen ob sie lediglich eine unverhältnismäßige Reaktion zur Verteidgung anwenden, oder ein Ziel verfolgen, ist hervorragend herausgearbeitet und auch richtig spannend, da der Film keine klare Trennung vorgibt.
Bei den Darstellern ist man ein wenig von den ganz bekannten Namen weg, was vielleicht für einen größeren Erfolg gesorgt hätte, aber da gibt es trotzdem nichts auszusetzen. Die Synchro stammt aus den 2000ern und ist richtig gut geworden. Der Film wurde nämlich zu dieser Zeit erstmalig in Deutschland veröffentlicht. Der Film kränkelt wenn überhaupt nur daran, dass man die Idee um die Kinder eben bereits kennt aber qualitativ ist der wirklich stark. Das liegt auch an den phänomenalen Kulissen. Ein wesentlicher Faktor dabei ist eine Kirche, die einen großen Teil des Films der Hauptschauplatz ist. Als ich das Portal sah, kam es mir auch seltsam vertraut vor, so als ich ob ich schon einmal dort gewesen wäre. Tatsächlich haben wir es mit St. Dunstan in the East zu tun. Die Kirche, die im zweiten Weltkrieg bei einer Bombardierung eine Menge abbekommen hat und nicht mehr renoviert werden konnte. Heute stehen dort nur noch der Turm und einige Mauern, die aber gleichzeitig in einen Park umgestaltet wurden. Einer meiner absolute Lieblingsorte in London, nur 1963 hatte man noch nicht mit den Abrissarbeiten begonnen, weshalb er jetzt auch als Zeitzeuge fungiert, da man die Kirche im Film auch innen genutzt hat. Halb zerbombt und zerfallen, was einfach zusätzlich für eine unglaubliche Atmosphäre sorgt, da die Kulissen echt sind. Natürlich mit ein wenig Material angereichert.
Insgesamt ist das für mich also ein Top-Sequel, welches sich wirklich lohnt, da es einmal andere Schwerpunkte setzt und trotzdem genauso unheimlich und spannend wie der Vorgänger ist.