Borat

Dieses Thema im Forum "Kurzkritiken und Diskussion" wurde erstellt von Travis, 2. Dezember 2008.

  1. Travis

    Travis Regie Mitarbeiter

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    Gesamtübersicht aller Kritiken zu Borat:

    #02 02.12.08 Vince
    #04 02.12.08 Travis
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Dezember 2008
  2. Travis

    Travis Regie Mitarbeiter

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    AW: Borat

    Kritik von Vince

    BORAT - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen

    Ich denke, da gibt es gar nicht viel zu erklären: Sasha Baron Cohens Humor im Allgemeinen und der seiner Kunstfigur "Borat" im Speziellen dürfte im höchsten Maße vom persönlichen Geschmack des Einzelnen abhängen. Dass Komödie ohnehin für eher kleine Zielgruppen gemacht ist, dürfte allgemein bekannt sein; dass Cohen dann einen derart bombastischen Erfolg feiern konnte, war so nicht abzusehen.

    Nun bin ich auch ein extrem unpolitischer Mensch, was aber nicht heißt, dass ich mich nicht etwa bei "Team America" königlich amüsieren konnte, teilweise auch bei "Bowling for Columbine" aufgrund seiner gewollten, zum Teil auch unfreiwilligen, bizarren Komik.
    Der Humor von "Borat" ist eigenwillig und zäh, er will gleichermaßen flach wie ein Teller und doch gesellschaftskritisch wie eine seriöse Dokumentation sein. Die Grenzen vermischen sich ständig, ergeben aber nur selten ein zusammenpassendes Ganzes. Der Antrieb der Handlung ist in Form von Pamela Anderson zunächst ein passendes Stück im Getriebe, da man Frau Anderson inzwischen in ikonischer Funktion als Abbild des anzustrebenden "American Dream" begreifen kann. Doch die Art, wie dieses Streben nach einem höheren Ziel geschieht, unterschiedet sich nicht sonderlich von der Motivation eines "Bud & Doyle", in ein Biotop zu ziehen und dort Unsinn zu stiften.

    "Borat" ist im fast unerträglichen Maße provokativ und vielleicht trotzdem ein wichtiges Zeitdokument. Für mich bleibt es jedoch bemüht komisch, mit etwas zu vielen Ausrutschern unter die Gürtellinie und einem asynchronen Gesamtbild.
    4/10
     
  3. Travis

    Travis Regie Mitarbeiter

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    BORAT


    Borat ist weder großes Kino, noch großartige Comedy. Borat ist schlicht und ergreifend weitestgehend sinnentleerter Unfug. Nachdem ich dem Film zuerst mir äußerster Skepsis gegenüberstand, haben mich diverse euphorische Kritiken in der Presse doch hellhörig gemacht. Auch der große Erfolg des Films und letztendlich die interessanten Äußerungen meiner geschätzten Forumsmitglieder haben mich nunmehr veranlaßt, mir den Film gestern völlig unvoreingenommen anzusehen. Ich habe schon sehr wenig erwartet und wurde dennoch enttäuscht. Auch eine Leistung. Aber beginnen wir am Anfang.

    Sacha Baron Cohen schlüpft in diesem auf Dokumentation getrimmten Comedy.Quark in die Figar des kasachischen Reporters Borat, der sich auf den Weg in die USA macht, um dort - was auch immer - nutzvolles für seine Heimat zu lernen. Dies ist das Grundkonstrukt, auf dem Cohen eine billige Nummernrevue abzieht, die über weite Strecken aus einer wahllosen Aneinanderreihung plattester Gags besteht. Diese sind meist im tiefsten Schlamm sexueller oder fäkaler Abgründe zu finden. Wenn Borat sich seiner Morgenwäsche mittels der Toilettenschüssel unterzieht, ständige Witze rund um seinen "Johannes" reißt und dem angeblichen familiären Inszest zum Running Gag erhebt, vermag dies wirklich nur sehr simple Gemüter zu erheitern. Auch der weitaus größte Rest dieses Sammelsuriums an dümmlichen Geschmacklosigkeiten ist dieser Kategorie zuzuordnen. Doch dies ist noch längst nicht das Ärgerlichste an diesem wahrhaftig dummen Film.

    Angeblich sollen doch (fast) alle Personen, die Cohen mit seinem hirntoten eigenwilligen Humor konfrontiert völlig ahnungslos sein. Bei manchen Szenen mag dies ja evntuell zutreffen. Doch bei einer ganzen Reihe drängt sich der Verdacht förmlich auf, das dem absolut nicht so ist. Als Beispiele seien hier nur die Sequenzen mit den älteren jüdischen Zimmervermietern und die Prostituierte genannt. Vieles wirkt viel eher gestellt und konstruiert, als auch nur annähernd zufällig oder aufgrund von Provokation zu Stande gekommen. Und die wenigen Gags, die tatsächlich den Anschein des authentischen vermitteln, büßen aufgrund ihrer extrem fragmentarischen Darstellungsform ein Großteil ihres Potentials sofort wieder ein. Somit bleibt hier auch wenig übrig, über das man wirklich herzhaft lachen könnte.

    Zum letzten Punkt, über den gerade in diesem Thread sehr angeregt diskutiert wurde - die antisemitische Provokation. Diese bieten, im Vergleich zu zahlreichen Quervergleichen zu Cohens anderem Alter Ego Ali G., auch keinerlei wirkliche Aufreger. Viel zu zahm und zahnlos versucht Cohen mühevoll ein paar provozierende Statements herauszukitzeln, was ihm jedoch meist nur, wohl auch für ihn, in nur höchst unbefriedigender Form gelingt. So bleiben in dieser Beziehung nur die Seitenhiebe auf den wirtschaftlich und religiös motivierten Antisemitismus osteuropäischer Prägung ein wenig haften, die er in den Eingangs- und Schlußsequenz in Kasachstan einfügt. Somit bleibt nur die Erkenntnis, daß Borat so ziemlich jeden "Gag" bei Ali G. geklaut und diesen in ziemlich unbedarfter Form zu einem lausigen Film zusammengefügt hat. Bei den Deleted Scenes gäbe es so einige Szenen, die durchaus mehr Potential haben, als jene im fertigen Film verwendeten. Doch da diese nicht Bestandteil des Films, sondern nur Bonusmaterial sind, können und dürfen diese keinen Einfluß auf die Bewertung haben.

    Alles in allem ein dummer und in gewissen Phasen auch ärgerlicher blöder Film, der eine derartig lange Rezension eigentlich nicht wert ist. Dieses Teil wird ebenso schnell wieder der Vergessenheit anheim fallen, wie es auf der Bildfläche erschien.

    Wegen vielleicht zwei oder drei einigermaßen netter Lacher gebe ich noch gnadenvolle 4/10
     
  4. ma(c)festus

    ma(c)festus Oscar-Preisträger

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    AW: Borat

    Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen

    Borat will den Kasachen die amerikische Kultur näher bringen,er fährt von Ort zu Ort und macht seine Scherze die manchmal unter die Gürtellinie gehen z.B Judenlauf,Feministinnen;Schwulenparade oder das Kniggetraining.Das beste am Film war das Borat 80 min nur provoziert hat,das reichte auch.Für diesen Art von Humor kann ich mich nicht begeistern.

    Wertung: 2,5 / 10 Punkte
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Dezember 2008
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