Die Bartholomäusnacht

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Die Bartholomäusnacht

Inmitten einer Pause der französischen Hugenottenkriege, versucht man das Volk zu vereinen. Dies soll durch eine Zwangsehe geschehen. Die katholische Königsschwester Margarete von Valois, soll den protestantischen Adeligen Heinrich von Navarra heiraten, was beiden absolut nicht gefällt, sie sich letztlich aber dem Zwang unterwerfen. Zur Feier kommen auch 10000 Protestanten nach Paris. Doch allein wegen einer Hochzeit, ist der Hass zwischen Protestanten und Katholiken nicht einfach beizulegen. Zu tief sitzen die Wunden der ersten 3 Hugenottenkriege. Da unter den Gästen auch Anführer der Hugenotten anwesend sind, wittern Intriganten eine Chance und ein unsägliches Gemetzel beginnt in der Bartholomäusnacht, die sich auf viele Teile Frankreichs ausweitete und eine unvorstellbare Blutspur nach sich zog.

Französische Geschichte dürfte wahrscheinlich nicht bei jedem im Fokus stehen, aber der Film hat es absolut in sich. Auch durch eine großartige Garde an Darstellern ist dieses dunkle Kapitel der Vergangenheit absolut sehenswert. Eine unglaubliche Isabell Adjani ist hier zu sehen und wird von Daniel Auteuil, Asia Argento und Thomas Kretschmann unterstützt, um nur ein paar der Namen zu nennen. Die literarische Vorlage dazu stammt von Alexandre Dumas, der sich natürlich der echten Geschichte angenommen hat, aber eben auch ein wenig veränderte. Regisseur Patrice Chereau begeht aber den "Fehler" sich ein wenig zu sehr auf die Geschichtskenntnisse seiner Zuschauer zu verlassen. Ist aber auch legitim, denn im Erscheinungsjahr 1994 war es noch nicht wie heute an der Tagesordnung, dem Publikum alles wie einem Säugling beizubringen, sondern setzte einfach Interesse am Thema voraus. Im Heimatland war er natürlich absolut erfolgreich, aber in den USA spielte er lediglich 2 Millionen Dollar ein, was eben wahrscheinlich an "HÄH?" lag. Ja man muss aufpassen, um dem Film und seinen Figuren zu folgen. Wenn das gelingt, lohnst sich der Film, der nicht wie ein übliches Epos mit Gut und Böse oder "Alles für Sparta" Action angelegt wurde. Der Film funktioniert eher wie ein spiralförmiger Abgrund, der von Anfang an zeigt, dass es nur Verlierer geben kann. Auch die Unvereinbarkeit und der Hass zwischen den Fronten ist hervorragend inszeniert und nicht nur einmal wird die Frage gestellt, wie man hinterher den Massenmord vor Gott rechtfertigen soll. Der Film ist toll fotografiert, mit wunderbaren Locations durchsetzt und liefert Ausstattung und Kostüme zum Zunge schnalzen. Dennoch klar zu sagen, dass die "Bartholomäusnacht" kein Mainstreamer ist, den man als Heldensage mit tollen Schlachten konsumiert. Eher sinnloses Abschlachten, dass nie heroisch anzusehen ist, behält hier die Oberhand. Beeindruckende Geschichtsstunde, bei der aber tatsächlich Vorkenntnisse absolut hilfreich sind.
 

Die wilde 13

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Hui, von diesem Meisterwerk gab es immer noch keine KK? Merci, das du das geändert hast, deadly.

Dieser schwer verdauliche Film ist der Auslöser dafür, mich damals (um 2010) mehr mit dem Thema Hugenotten auseinanderzusetzen. Ein sehr trauriges aber auch interessantes Gebiet, das es so ja in fast ganz Europa gab. Was u.a. Luther oder Calvin ausgelöst hatten, war ein Flächenbrand , der (zu) viele Opfer gefordert hat. Ein "Höhepunkt" davon war eben diese Bartholomäusnacht, die der Film in meinen Augen sehr authentisch auf die Leinwand bannt. Hat mich danach sehr schwer wieder losgelassen und ich war wohl nicht in der Lage, dazu eine KK zu schreiben. Als die UHD vor wenigen Jahren bei Capelight erschien, wollte ich mal wieder eine Sichtung starten aber es ist kein Film, der Spaß macht. Ich nehme aber an, das du dir diese besagte UHD angeschaut hast, oder?

Das Thema begegnet mir auch dauernd bei meinen Recherchen und Besuchen zu den französischen Kathedralen. Viele dieser gotischen Monumente wurden in jener Zeit mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen, was sehr bedauerlich ist.

Das schlimmste aber ist, das der Mensch aus der Vergangenheit aber auch gar nichts lernt und doof wie fünf Meter Feldweg war, ist und leider auch bleibt. Auch wenn Filme wie dieser oder z.B. auch Schindlers Liste in der Dauerschleife laufen würden, es würde sich nichts ändern. :(
 

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Hui, von diesem Meisterwerk gab es immer noch keine KK? Merci, das du das geändert hast, deadly.
Hat mich jetzt nicht überrascht. :nice:
Dieser schwer verdauliche Film ist der Auslöser dafür, mich damals (um 2010) mehr mit dem Thema Hugenotten auseinanderzusetzen. Ein sehr trauriges aber auch interessantes Gebiet, das es so ja in fast ganz Europa gab.
Tatsächlich sah ich den Film bei seiner VÖ auf VHS und ich glaube ich habe damals nicht allzu viel verstanden. War wahrscheinlich von den Bildern beeindruckt, weshalb der Film einen Platz in meiner Erinnerung hatte.
Was u.a. Luther oder Calvin ausgelöst hatten, war ein Flächenbrand , der (zu) viele Opfer gefordert hat. Ein "Höhepunkt" davon war eben diese Bartholomäusnacht, die der Film in meinen Augen sehr authentisch auf die Leinwand bannt. Hat mich danach sehr schwer wieder losgelassen und ich war wohl nicht in der Lage, dazu eine KK zu schreiben. Als die UHD vor wenigen Jahren bei Capelight erschien, wollte ich mal wieder eine Sichtung starten aber es ist kein Film, der Spaß macht.
Tatsächlich rückte das Thema bei mir durch die wiederkehrenden Besuche in Paris in den Fokus. Durch die Museen und Kunstwerke wird man dort ja häufiger damit konfrontiert, weshalb ich im Nachgang auch heilfroh war, dass es den Film dazu gab. Bei meinem letzten Besuch war ich dann auch am Grab von Dumas im Pantheon. Aber wie du richtig schreibst, macht der Film jetzt keinen Spaß im herkömmlichen Sinne, da es eine einzige Abwärtsspirale ist. Man sieht sofort, das die Heirat bei niemandem für Freude sorgt und man spürt den bevorstehenden Knall an jeder Ecke und in jedem Augenblick des Films. Auch interessant im Nachgang ist, dass man damals daraus dennoch keine Leeren zog. Letztendlich startete in der Bartholomäusnacht ja lediglich der vierte Hugenottenkrieg von insgesamt Acht! Menschen sind halt blöd. Damals wie heute!
Ich nehme aber an, das du dir diese besagte UHD angeschaut hast, oder?
Tatsächlich nein. Ich bin von dem Weg abgekommen, neben eine ungesichtete VÖ direkt das Update zu stellen. Es hat für mich einfach keinen Sinn mehr ergeben. Es gab mal Zeiten, in denen ich neben eine eingeschweißte DVD eine eingeschweißte Blu Ray gestellt habe. Völlig sinnlos! Da ich das wirklich gelungene 4-Disc Mediabook bereits hatte, habe ich keine UHD besorgt. Da man den Film ja jetzt auch nicht ständig schaut, reicht mir diese tolle Edition völlig aus.
Das Thema begegnet mir auch dauernd bei meinen Recherchen und Besuchen zu den französischen Kathedralen. Viele dieser gotischen Monumente wurden in jener Zeit mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen, was sehr bedauerlich ist.
Wie weiter oben erwähnt, begegnet man in Paris ja immer wieder den Spuren. Sowieso klasse, dass du die Stadt auch so magst. Sie ist immer wieder einen Besuch wert und selbst wenn man öfter da war, gibt es immer wieder was zu entdecken oder aber auch zum vertiefen.
Das schlimmste aber ist, das der Mensch aus der Vergangenheit aber auch gar nichts lernt und doof wie fünf Meter Feldweg war, ist und leider auch bleibt. Auch wenn Filme wie dieser oder z.B. auch Schindlers Liste in der Dauerschleife laufen würden, es würde sich nichts ändern. :(
Da sind wir komplett einer Meinung. Mich nervt ja bereits diese zunehmende Interessenlosigkeit an der Vergangenheit. Ich bin immer wieder erschüttert, wie wenig die Menschen wissen. In meiner Naivität denke ich dann an eher an Sarkasmus, bis ich erkenne, dass es gar keiner ist.
 
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