- Perfect Days 9/10
Der Film lag schon seit letztem Sommer auf einem Ungesehen-Stapel.
Hirayama arbeitet als Toilettenreiniger in Tokyo. Dabei verfolgt der Film keiner wirklichen Story. Man begleitet den schweigsamen Hirayama eigentlich "nur" durch seinen - sich wiederholenden - Alltag. Bis auf ein Kapitel gibt es sehr wenige Dialoge. Oft sprechen einfach andere.
Ich kann absolut verstehen, wenn Leute den Film als langweilig betiteln. Aber seine ruhige, unaufgeregte Machart, die teils toll und kreativ gefilmten Bilder entwickeln zusammen mit dem 4:3 Format und den hin und wieder sehr passend eingespielten Musikstücken eine tolle Sogwirkung.
Für das westliche Auge ist das japanische Setting dann auch noch eine herrliche Abwechslung. Oft beobachtet man durch Hirayamas Augen die Welt und Menschen.
Es hat einfach sehr gutgetan einen Menschen zu beobachten, der mit sich und seinem simplen Leben komplett im Reinen ist. Wenn auch im letzten 1/3 ein wenig angeteasert wird, das da womöglich etwas mehr dahinter stecken könnte.
Hauptdarsteller Kôji Yakusho spielt sehr überzeugend und eindringlich.
Ein schöner Film und eine kleine Perle, finde ich. Den hätte ich mir, trotz meiner Entscheidung kaum noch was zu kaufen, auch rückwirkend in die Sammlung gestellt.
- Downrange 6/10
Zweitsichtung.
Da ich gestern Nacht noch nicht pennen konnte, habe ich in meine Horror-Film Kiste gegriffen und etwas simples, dummes zum "Hirn auf Standby" gesucht.
Dafür eignet sich "Downrange" ganz gut. Eine Gruppe Jugendlicher bleibt mit ihrem Auto auf einer verlassenen Straße irgendwo im Nirgendwo stehen. Dummerweise hockt da auch ein Sniper im Baum und hat dann seinen Spaß mit ihnen.
Die ersten 10-15 Minuten sind irgendwie sehr holprig, obwohl der Film sich keine Zeit lässt und gleich loslegt. Die Figuren sind einem egal, man erfährt auch kaum was über sie oder wie sie zueinander stehen und zueinander gefunden haben. Ist auch egal. Die Spannung ist so lala, dafür bietet der Film aber sehr nettes und teils auch etwas fieses Gekröse.