Liebe und Intrigen

Tarantino1980

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Passion

Die erfolgreiche Christine leitet eine Werbeagentur in Berlin und arbeitet, gemeinsam mit Ihrer Angestellten Isabelle, an einer neuen Kampagne. Was zunächst wie eine gute berufliche Freundschaft aussieht, entwickelt sich jedoch zu etwas anderem.

Lange hat es gedauert bis man wieder von einem neuen Projekt von Brian De Palma hörte. Umso höher waren wahrscheinlich nicht nur meine Erwartungen an diesen Film. Zunächst einmal möchte ich ganz klar sagen, dass sie nicht vollkommen enttäuscht wurden, allerdings er mit dieser aktuellen Produktion auch nicht mit seinen alten Werken mithalten konnte. Dennoch erkennt man deutlich seine Handschrift und seine Liebe für interessante Kameraeinstellungen und gute Inszenierung. Allerdings hat De Palma es stellenweise zu sehr versucht, einen aktuellen Film zu drehen. Einerseits ist dieser Versuch sehr löblich da es zeigt, dass De Palma sich offenbar mit der aktuellen Filmwelt auseinandergesetzt hat und nicht versucht hat, alte Werke zu kopieren, da Filme meines Erachtens auch immer ein Produkt Ihrer Zeit sind. Allerdings muss man hier ehrlicher Weise zugeben das ihm das ihm das im das 1996 mit Mission: Impossible und1998 mit Spiel auf Zeit besser gelungen ist, da diese Filme sowohl damals sehr gut funktioniert haben, als ich zum damaligen Zeitpunkt mit 16 Jahren bzw. mit 18 Jahren eben noch nicht wusste wer Brian De Palma ist bzw. was für Meisterwerke er der Filmwelt schon geschenkt hat, aber auch nachher, nachdem ich mich Jahre später mit ihm genauer befasste, immer noch funktioniert haben und ich seinen Stil deutlich spüren konnte. Das ist leider bei Passion nicht der Fall. Hätte ich diesen Film gesehen, ohne zu wissen das er von Brian De Palma ist, bzw. nicht seine vorrangegangenen Werke kennen würde, wäre Passion wahrscheinlich etwas schlechter bei mir weggekommen. Ich unterstelle jedoch De Palma einfach mal, das vieles nicht schlampig inszeniert bzw. wie ich von einigen Leuten welche den Film gesehen haben, als uninteressant dargestellt worden ist, sondern einfach als einen bewussten Versuch, eine alte klassische Thrillerstory in ein neues Gewand zu stecken und sie dadurch moderner zu inszenieren. An manchen Stellen ist ihm das besser gelungen, an manchen stellen etwas weniger gut. Das Erzähltempo seiner Strory ist in meinen Augen genau richtig gewählt, allerdings hätte er so gute 20 Minuten länger sein sollen, um das große Finale etwas fulminanter zu präsentieren. Ich mag zwar das Ende vom Film, allerdings hätten ein paar Szenen mehr dem Ende bestimmt keinen Abbruch getan, sondern es eher noch etwas mehr untermauert.

Vom Cast her, auch wenn ich da wahrscheinlich mit dieser Meinung auch recht alleine darstehen werde muss ich sagen das mich die weiblichen Hauptdarsteller durch die Bank positiv überzeugt haben. Sei es Rachel McAdams, die eben mal nicht die süße und warmherzige Person gespielt hat wie sie es häufig sonst so tut, oder Noomi Rapace, die gekonnt sehr viele Facetten gezeigt hat und durchaus für mich das Potential hat in sehr vielen Filmen noch mitzuspielen. Ich hoffe einfach das viele Studios bzw. Regisseure auf sie aufmerksam werden und man sie in aktuellen Produktionen immer mal wieder sieht. Für mich wirklich eine sehr tolle Schauspielerin. Aber auch Karoline Herfurth hat erneut unter beweis gestellt. dass sie auch in internationelen Produktionen gut mithalten kann, also nicht nur in deutschen Filmen unter deutschen Regisseuren gerne gecastet wird. Sie ist für mich auch mit den Jahren zu einer sehr wandlungsfähigen Person geworden. Wenn ich mich noch an ihre ersten Rollen in irgendwelchen Teeniefilmen zurückerinnere hat dies mit der heutigen Person Karoline Herfurth eigentlich kaum noch was zu tun. Also für mich auch ein sehr großes Talent, welches ich weiterhin gerne in internationalen Produktionen sehen wollen würde.

Ich bin mir ziemlich sicher das Passion einer dieser Filme ist, welcher sogar unter den Brian De Palma Fans, die Lager teilen wird. Die einen, so wie ich, werden durchaus Schauwerte und inszenatorische Stil mittel in dem Film erkannt bzw. für sich gefunden haben die es absolut rechtfertigen ihn sich anzusehen, andere werden von der stellenweise recht bekannten und ohne große Paukenschläge daherkommende Story enttäuscht sein. Leider kann ich nicht mehr beurteilen wie der Film vor ein paar Jahren noch auf mich gewirkt hätte, bevor ich De Palma´s alte Werke kannte. Daher würden mich auch solche Meinungen sehr interessieren von Leuten, die eben nicht seine Filmographie vor Augen haben, aber natürlich bin ich auch auf die Meinung eingefleischter Brian De Palma Fans gespannt.

Wertung:
7/10
 

deadlyfriend

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Liebe und Intrigen

Christine ist eine leitende Angestellte in einer großen Pariser Filiale eines Weltkonzerns. Mit ihrer Mitarbeiterin Isabelle arbeitet sie gerade an einem lukrativen Geschäft, wobei Isabelle alle entscheidenden Dinge einbringt und letztendlich auch den Abschluss perfekt macht.
Christine hingegen verkauft alles als ihre Ideen an die Konzernleitung, wodurch auch eine Beförderung nach New York winkt. Isabelle ist deshalb sichtlich irritiert, wird aber dadurch zunächst beruhigt, dass es eben so in der Geschäftswelt wäre und am Ende der Teamgedanke zählen würde.
Allerdings merkt sie schon recht bald, dass hier jeder nur auf seinen Vorteil bedacht ist und Intrigen zur Tagesordnung gehören. Da sie eine außerordentlich intelligente Taktikerin ist, steigt sie ins Spiel ein. Dafür hat sie allerdings ganz eigene Regeln.

Im Jahr 2010 wurde dieser Thriller in Frankreich von Alain Corneau gedreht, was auch gleichzeitig sein letzter Film war, da er im gleichen Jahr verstarb. Mit "Love Crime" hat er aber einen intelligenten und auch spannenden Thriller hinterlassen, der 2 Jahre später von Brian De Palma nochmal verfilmt wurde.
Es ist allerdings nicht die Art Spannung, dass man vor Aufregung an den Fingern knabbert, sondern eher absolut interessiert verfolgt, was als nächstes passiert, da der Film äußerst wendungsreich inszeniert wurde. Die Figuren sind zusätzlich reizvoll geschrieben, allerdings so, dass man keinen wirklichen Sympathieträger hat.
Diese verschlagenen Geschäftsleute bieten nämlich kaum Identifikationspotential, wobei die beschriebene Klientel mit Sicherheit viele Dinge aus dem Alltag wiedererkennt. Hoffentlich nicht sich selbst. In der Beobachterrolle ist das somit auch wirklich eine spaßige Angelegenheit, aber man kann nur schwierig mitfiebern.
Zudem ist der Film auch unterkühlt inszeniert, was aber natürlich auch hervorragend zu den Charakteren passt. An manchen Stellen vielleicht etwas zu lang geraten, was ihm ein wenig das Tempo nimmt. Auch die Entscheidung in der ersten Hälfte kaum Musik einzusetzen, ist zwar völlig nachvollziehbar, wäre mit Musik aber möglicherweise intensiver gewesen.
In der zweiten Hälfte kommt dann zwar etwas mehr hinzu, allerdings war die Auswahl für mich nicht wirklich perfekt. Trotzdem hatte ich eine Menge Freude am Film, was an der ausgeklügelten Story, aber auch an den hervorragenden Darstellerinnen lag, denn Ludivine Sagnier und Kristin Scott Thomas spielen ihre Rollen glänzend.
Zusätzlich blitzt auch immer wieder schwarzer Humor hindurch, der aber eher auf subtile Weise dargeboten wird, ohne die Geschehnisse zu verwässern, aber dennoch genügend Seitenhiebe auf diese Art von Gesellschaft hinterlässt. Insgesamt hat mir der Film also wirklich gut gefallen und Freunde von kleinen europäischen Thrillern,
könnten hier einen gelungenen Filmabend verbringen, sofern man auch die ruhigeren Genrevertreter mag.
 
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deadlyfriend

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Christine ist eine leitende Angestellte in einer großen Berliner Filiale eines Weltkonzerns. Mit ihrer Mitarbeiterin Isabelle arbeitet sie gerade an einem lukrativen Geschäft, wobei Isabelle alle entscheidenden Dinge einbringt und letztendlich auch den Abschluss perfekt macht.
Christine hingegen verkauft alles als ihre Ideen an die Konzernleitung, wodurch auch eine Beförderung nach New York winkt. Isabelle ist deshalb sichtlich irritiert, wird aber dadurch zunächst beruhigt, dass es eben so in der Geschäftswelt wäre und am Ende der Teamgedanke zählen würde.
Allerdings merkt sie schon recht bald, dass hier jeder nur auf seinen Vorteil bedacht ist und Intrigen zur Tagesordnung gehören. Da sie eine außerordentlich intelligente Taktikerin ist, steigt sie ins Spiel ein. Dafür hat sie allerdings ganz eigene Regeln.


Bereits 2 Jahre nach dem französischen Original "Crime d'amour", verfilmte Brian De Palma den Stoff erneut. Bemerkenswert hierbei ist, das auf der Produktionsseite in Frankreich die meisten Firmen erneut beteiligt waren, allerdings diesmal auch die deutsche Filmwirtschaft mit einstieg. Für mich persönlich irgendwie befremdlich, dass De Palma 5 Jahre nach seinem letzten Film mit einem Remake weitermachte, allerdings ist es tatsächlich sehr interessant geworden. Zum großen Teil ist es zwar eine 1:1 Umsetzung der Handlung, aber visuell völlig anders arrangiert, weshalb ein Vergleich durchaus Spaß macht. Während im Original alles eher absichtlich kalt arrangiert wurde, verwendet er hier völlig andere Farbtöne und verzaubert uns mit seiner für ihn typischen Thriller-Optik. Nicht nur das! Während im Originalfilm in der ersten Hälfte weitestgehend auf Musik verzichtet wurde, ist hier Pino Donaggio am Werk und verschafft "Passion" auch dadurch eine andere Atmosphäre, während dennoch fast die gleiche Handlung abläuft. Durch diese unterschiedliche Herangehensweise ans gleiche Thema, ist es dann wahrscheinlich eher Geschmackssache, was man bevorzugt. Mir gefielen beide Varianten. Die Änderungen auf der Handlungsebene liegen dann auch eher im Detail, was sich aber in der zweiten Hälfte ändert. Zwar ist der Handlungsverlauf immer noch äußerst ähnlich, aber hier gibt es einige Änderungen. Auch die Ausrichtung verändert sich, da De Palma jetzt eher die Register eines Psychothrillers zieht, während das Original den ausgeklügelten Masterplan in den Vordergrund stellt. Auch hier ist es Geschmackssache, da beide Varianten sehr gut funktionieren. Aus Sicht des De Palma Fan, freut man sich natürlich über seine Stilmittel wie Spliztscreen und seine Kamerafahrten. Auch einige Selbstreferenzen und Traumebenen sind natürlich vorzüglich gelungen. Dem Original muss man aber mindestens genauso viel Respekt zollen, da nun mal die wirklich tolle Geschichte dort ihren Ursprung hat. Die Zukunft wird zeigen, welche Variante man irgendwann bevorzugt.
 

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Genauso wie Du deadly habe ich nun im Rahmen der Retrospektive von De Palma mir gestern zunächst das Original Liebe und Intrigen aus dem Jahr 2010 angesehe und heute Passion. Damals wusste ich noch nicht das es ein Remake war, war wohl offenbar auch blind, da dies sogar im Vorspann groß erwähnt wird. Vielleicht war damals die Vorfreude auf Passion auch einfach zu groß, das ich es schlicht übersehen hatte. Ich hatte den Film damals leider nicht im Kino sehen können, hatte ihn mir dann aber bei VÖ Ende 2013 direkt auf Blu-ray zugelegt, aber dann stand er leider noch ein paar Monate ungesehen in meiner Sammlung rum bis ich ihn dann 2014 das erste mal gesehen habe. Bei dieser Sichtung blieb es dann auch bis ich nun, 11 Jahre später ihn im Rahmen der Retrospektive erneut zu sichten. Wie erwähnt diesmal jedoch im Wissen das es ein Remake ist und vorallem, das ich das Original einen Tag zuvor gesichtet hatte, was sich sicherlich auf meinen Rewatch auswirkte.


Für mich persönlich irgendwie befremdlich, dass De Palma 5 Jahre nach seinem letzten Film mit einem Remake weitermachte, allerdings ist es tatsächlich sehr interessant geworden.
Das ist dann auch ein Punkt, der leider auch im Bonusmaterial in seinem Interview nicht aufgelöst wurde. Ich kann es mir nur so erklären, da er ja definitiv eine Liebe zum französischen Film bzw. der französischen Filmwelt hat und er auf diesen Film dadurch aufmerksam wurde und er die Story als so interessant empfand, das er ihn unbedingt einem größeren Publikum zeigen wollte, was ihm denke ich mal auch gelungen ist. Obwohl das Original von 2010 ist, kam er in Deutschland erst 2013, im selben Jahr wie Passion aus physikalische VÖ raus. Ich bin mir daher sicher das er daher, vollkommen zu unrecht, leider auch hier in Deutschland total unter dem Radar war und in den USA erst recht. Dort zählen ja ohnehin nur amerikanische Produktionen. Also von dem Aspekt her bin ich ihm dankbar das er auf den originalen Film so aufmerksam gemacht hat, sonst wäre er mir sicherlich auch jetzt noch entganegen.

Zum großen Teil ist es zwar eine 1:1 Umsetzung der Handlung, aber visuell völlig anders arrangiert, weshalb ein Vergleich durchaus Spaß macht.
Der Vergleich hat mir in der Tat auch freude bereitet. Man spürt bei Passion natürlich De Palma´s Handschrift sehr deutlich, aber ein paar Abfolgen fand ich im Original von Alain Corneau einfach stimmiger. Ich vermute einmal, De Palma hat ein paar Änderungen gemacht um den Ablauf etwas zu strafen da Liebe und Intrigen, wie Du ja selbst in Deiner sehr schönen Kritik geschrieben hast, der Film stellenweise etwas zu lang geraten ist, was ihm das Tempo nimmt. Dies hat wahrscheinlich auch De Palma so empfunden hat und hat ein paar Sachen komplett gestrichen und ein paar anders arrangiert. Aber genau hier fing es bei mir an, gerade weil ich das Original erst so kurz zuvor gesehen hatte, das es nicht mehr so stimmig war. Zum einen die Abfolge in der Isabelle die Placebo Medikamente genommen hat, aber die richtigen sich bei ihrem Arzt verschrieben hatte. Der Anruf war zwar noch im Remake drin, aber die Bedeutung der harten Schlaf- und Aufputschmittel war im Orginal für mich viel besser in Szene gesetzt also auch nachvollziebar. Dann die Art und Weise wie Christine Isabelle systematisch gemobbt hat, fertig gemacht hat und ihr mit der Fake E-Mail drohte war im Original auch vom Ablauf etwas anders, was mir besser gefallen hatte. Generell eben auch das Motiv aus Isabelle´s Sicht. Auch die Veruntreuung der Gelder durch Philippe insbesondere die Art und Weise wie Isabelle dies für Ihre Zwecke nutzte, war hier für mich besser inszeniert. Im Original spürte ich eine Liebe von Isabelle zu Philippe, während dessen ich im Remake bestenfalls eine Büroaffäre zwischen Isabelle und Dirk gespürt habe, also für mich kein nachvollziehbarer Grund warum es Isabelle, die im Remake in der ersten Hälte des Films auch deutlich mehr tough rüberkam, als die Isabelle aus dem Original. Und genau deshalb war es, wenn man das Original nicht kennt, für mich irgendwie nicht nachvollziebar warum Isabelle so dermaßen in der Tiefgarage ausrastet. Wobei hier De Palma für mich leider auch etwas zu sehr mit der Brechstange gearbeitet hat. Hier fand ich das subtielerer, das Isabelle einfach gegen den Pfeiler fährt, irgendwie stimmiger, als das sie dann wie im Remake erst mit voller Wucht hinten gegen einen Pfeiler donnert und dann beim Vorfahren dann auch noch einen Getränkeautomaten richtig demoliert. Das mit dem Getränkeautomaten hätte ich persönlich gelassen.


Während im Original alles eher absichtlich kalt arrangiert wurde, verwendet er hier völlig andere Farbtöne und verzaubert uns mit seiner für ihn typischen Thriller-Optik.
Auf jeden Fall ein interessanter Aspekt in De Palma´s Version, wobei ich das Kühle von Alain Corneau auch sehr passend fand und dadurch der Büroalltag für mich insgesammt etwas realistischer wirkte.

Nicht nur das! Während im Originalfilm in der ersten Hälfte weitestgehend auf Musik verzichtet wurde, ist hier Pino Donaggio am Werk und verschafft "Passion" auch dadurch eine andere Atmosphäre, während dennoch fast die gleiche Handlung abläuft.
Der Score von Pino Donaggio ist definitiv ein sehr großer Pluspunkt des Remakes. Auch wenn in der zweiten Hälfte vom Original es Filmmusik gab, so muss ich gestehen das mir diese, selbst jetzt obwohl ich ihn erst gestern gesehen habe, nicht mehr im Gehör ist. Anders bei den schönen Klängen von Pino Donaggio die einfach viel präsenter sind.


Aus Sicht des De Palma Fan, freut man sich natürlich über seine Stilmittel wie Spliztscreen und seine Kamerafahrten. Auch einige Selbstreferenzen und Traumebenen sind natürlich vorzüglich gelungen.
Die Sequenz fand ich wiederum im Remake Grandios. Auch wenn ich den Mord an sich im Original besser gelöst fand, so war die Inszenierung hier im Remake durch den Splitscreen, einerseits die schönen Szenen aus dem Balett im direkten Kontrast zu dem was im Haus von Christine passierte, einfach kunstvoller und filmischer gestaltet.

Durch diese unterschiedliche Herangehensweise ans gleiche Thema, ist es dann wahrscheinlich eher Geschmackssache, was man bevorzugt. Mir gefielen beide Varianten. Die Änderungen auf der Handlungsebene liegen dann auch eher im Detail, was sich aber in der zweiten Hälfte ändert. Zwar ist der Handlungsverlauf immer noch äußerst ähnlich, aber hier gibt es einige Änderungen. Auch die Ausrichtung verändert sich, da De Palma jetzt eher die Register eines Psychothrillers zieht, während das Original den ausgeklügelten Masterplan in den Vordergrund stellt. Auch hier ist es Geschmackssache, da beide Varianten sehr gut funktionieren.
Welche Variante hat Dir besser gefallen? Ich muss gestehen das mir die Version im Original besser gefallen hat. Ich fand zwar im Remake es interessanter das die Mörderin nicht gesehen wird, also nur mit Maske und der eigentliche Mord auch sehr kurz gehalten ist, während dessen man im Original eindeutig sieht das es Isabelle war und es hat mir dann wirklcih viel freude bereitet festzustellen das die von ihr selbst zuvor sehr offensichtlichen Beweise nur eine Täuschung war um dann bei genauerer Betrachtung und Ermittlung andere Dinge die Isabelle vorbereitet hatte um dann doch ihre Unschuld zu beweisen, perfekt passten.

Einzig im Remake den Aspekt mit der Maske und die Art und Weise wie der Schal sowohl Isabelles vorgetäuschte Unschuld bewies als auch den vermeintlichen Täter dann entlarvte. Im Remake war dies halt markanter da an diesem Schal dann auch noch das Blut des Opfers zu finden war, während im Original lediglich das kleien Stück stoff fehlte und die Art und Weise wie Isabelle ihn in dem Wagen platziert hat zu offensichtlich war. Auch wenn man es in der ersten Einstellung nicht sah, war mir sofort klar das sie es getan hat, weil sie so offensichtlich Philippe nach dem Schal gefragt hatte.

Aber im Original hat mir das halt alles besser gefallen auch das sie die Beweise anonyhm durch ihre Schwester an die Bank schickte und nicht, wie im Remake die Akte in ihrer Wohnung platzierte. Auch das mit der Mordwaffe fand ich im Original grandios gelöst und generell auch die Gefängniszeit war einfach besser, die im Remake ja wirklich viel zu kurz kam. Ich fand es auch Charmanter mit dem Kino im Original das sie den Film einfach 2x sich angeschaut hatte um die Handlung zu kennen und beim zweiten mal sich einfach heimlich rausgeschlichen hatte, aber zuvor dafür sorgte das sie definitiv ein Alibi hat in dem sie den Film mit der Karte bezahlt und durch die charmante Art und Weise dem Kassierer im Gedächtnis blieb.

Natürlich haben beide Varianten funktioniert, aber ich fand die schauspielerische Leistung von Ludivine Sagnier stärker wie sie zunächst immer mehr und mehr labiler wirkte, Tablettensüchtig und sogar selbst ein Geständnis ablieferte und dann in Untersuchungshaft dann gespielt von der Sucht wieder weg zu kommen und klarer im Kopf zu werden. Einziger Wermutstropfen war wie der Assistent im Original darauf gekommen ist. Ich kann jetzt nur von mir aus gehen aber ich würde nicht sofort eine Tablette in ein Labor schicken um sie analysieren zu lassen zumal zu dem Zeitpunkt es ja durchaus gepasst hätte wenn Isabelle irgendwelche verschreibungspflichten Anti Depressiva oder ähnliches zu sich genommen hätte, weil Ihre Karriere auf dem besten Weg war zu scheitern, danke Christine. Im Remake fand ich dies tatsächlich dann etwas besser, da es durch ein Versehen von Isabell dazu kam das ihre Assistentin Dani in den "Genuss" der Placebo Tabletten kam. Tatsächlich hätte ich diesen Aspekt auch im Original rausgenommen, also das Isabelle´s Assistent nicht dahinter gekommen wäre und ihr somit der perfekte Mord gelungen wäre.

Den das fand ich im Orignal wirklich sehr stark gespielt von Ludivine Sagnier wie kühl und abgebrüht sie dann die Firmenleitung anstelle von Christine übernommen hat und mal so nebenbei dafür gesorgt wurde das Philippe wegen Wirtschaftsbetrug und Mord von der Polizei verhaftet wurde, ohne das auch nur ansatzweise jemand, außer Philippe, sie beschuldigt ihn ans Messer geliefert zu haben. Und wie zuvor schon erwähnt fand ich die Beziehung zwischen Isabelle und Philippe hier im Original stärker, es war zumindest aus Isabelle´s Sicht eine Liebesbeziehung und sie wirkte zu Anfang einfach noch etwas naiver und symphatischer, wärend die Isabelle aus dem Remake bereits zu Anfang recht tough rüberkam und unter dem Strich, ohne das ich selbst zusowas fähig wäre, ich das Motiv der Isabelle aus dem Original besser nachvollziehen konnte, als das Motiv der Isabelle aus dem Remake.


Dem Original muss man aber mindestens genauso viel Respekt zollen, da nun mal die wirklich tolle Geschichte dort ihren Ursprung hat. Die Zukunft wird zeigen, welche Variante man irgendwann bevorzugt.
Auf jeden Fall muss man das, da auch hier, zumindest meiner Meinung nach, das Original, wenn auch nur knapp, der bessere Film ist und für mich unter dem Strich einfach nachvollziebarer ist.


Ich hatte es bei meiner Kritik 2014, als ich das Original noch nicht kannte, so formuliert:

Das Erzähltempo seiner Strory ist in meinen Augen genau richtig gewählt, allerdings hätte er so gute 20 Minuten länger sein sollen, um das große Finale etwas fulminanter zu präsentieren. Ich mag zwar das Ende vom Film, allerdings hätten ein paar Szenen mehr dem Ende bestimmt keinen Abbruch getan, sondern es eher noch etwas mehr untermauert.

Und genau das waren die Szenen, die De Palma zu Gunsten des Tempos raus bzw. andere arrangiert hat, welche mir aber damals schon irgendwie fehlten um die Story für mich runder zu machen. Zumal in De Palma´s Ende Isabelle Höchstwahrscheinlich am Mord für Ihre Assistentin doch noch verurteilt wird, während Isabelle im Originalen Film zwar auch von Ihrem Assistent erwischt wurde, er aber weder einen Videobeweis hat noch, zumindest wirkte es auf mich, die Absicht Isabelle damit zu erpressen.

Um es im Punkten auszudürcken das Original hat bei mir gute 7.5/10 Punkte und das Remake knappe 7/10 noch.
 

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Genauso wie Du deadly habe ich nun im Rahmen der Retrospektive von De Palma mir gestern zunächst das Original Liebe und Intrigen aus dem Jahr 2010 angesehe und heute Passion.
Das finde ich großartig und beweist einmal mehr das tiefergehende Interesse an Filmen. :nice:
Das ist dann auch ein Punkt, der leider auch im Bonusmaterial in seinem Interview nicht aufgelöst wurde. Ich kann es mir nur so erklären, da er ja definitiv eine Liebe zum französischen Film bzw. der französischen Filmwelt hat und er auf diesen Film dadurch aufmerksam wurde und er die Story als so interessant empfand, das er ihn unbedingt einem größeren Publikum zeigen wollte, was ihm denke ich mal auch gelungen ist. Obwohl das Original von 2010 ist, kam er in Deutschland erst 2013, im selben Jahr wie Passion aus physikalische VÖ raus. Ich bin mir daher sicher das er daher, vollkommen zu unrecht, leider auch hier in Deutschland total unter dem Radar war und in den USA erst recht. Dort zählen ja ohnehin nur amerikanische Produktionen. Also von dem Aspekt her bin ich ihm dankbar das er auf den originalen Film so aufmerksam gemacht hat, sonst wäre er mir sicherlich auch jetzt noch entganegen.
Da kann ich leider absolut nichts entgegnen. Es klingt nicht unwahrscheinlich, hätte es aber wirklich gerne von ihm gewusst. Das Buch geht ja auch nicht bis dorthin.
Das mit dem Getränkeautomaten hätte ich persönlich gelassen.
Stellvertretend herausgenommen. Tatsächlich war das auch etwas zu viel. Ich sehe in beiden Filmen riesige Vor- und Nachteile.
Auf jeden Fall ein interessanter Aspekt in De Palma´s Version, wobei ich das Kühle von Alain Corneau auch sehr passend fand und dadurch der Büroalltag für mich insgesammt etwas realistischer wirkte.
Auch hier wieder das Gleiche: Beide Herangehensweisen hatten einfach was.
Der Score von Pino Donaggio ist definitiv ein sehr großer Pluspunkt des Remakes. Auch wenn in der zweiten Hälfte vom Original es Filmmusik gab, so muss ich gestehen das mir diese, selbst jetzt obwohl ich ihn erst gestern gesehen habe, nicht mehr im Gehör ist. Anders bei den schönen Klängen von Pino Donaggio die einfach viel präsenter sind.
Das ist für mich ein deutlicher Pluspunkt für De Palma. Die Musik verschafft dem Film ein spannendes Ambiente. Die Musik im Original wegzulassen hatte zwar was, hätte aber mit ein paar kälteren Klängen als Score ein besseres Ambiente geschaffen. Aus meiner Sicht zumindest. Die paar Saxophon Töne in der zweiten Hälfte fand ich da auch nicht so stimmig.
Die Sequenz fand ich wiederum im Remake Grandios. Auch wenn ich den Mord an sich im Original besser gelöst fand, so war die Inszenierung hier im Remake durch den Splitscreen, einerseits die schönen Szenen aus dem Balett im direkten Kontrast zu dem was im Haus von Christine passierte, einfach kunstvoller und filmischer gestaltet.
Die Szene war fantastisch und ein absolutes Highlight. Hier kam auch durchaus die Spannung auf, ob er es bei der gleichen Mörderin belässt, da es hier plötzlich auch andere Möglichkeiten gab. Das war auf der De Palma Seite ebenfalls gut gelöst.
Welche Variante hat Dir besser gefallen?
Ich sehe sie irgendwie gleichauf. Da das Original aber nun mal die Grundidee hatte, ein leichter Vorteil.
Ich muss gestehen das mir die Version im Original besser gefallen hat. Ich fand zwar im Remake es interessanter das die Mörderin nicht gesehen wird, also nur mit Maske und der eigentliche Mord auch sehr kurz gehalten ist, während dessen man im Original eindeutig sieht das es Isabelle war und es hat mir dann wirklcih viel freude bereitet festzustellen das die von ihr selbst zuvor sehr offensichtlichen Beweise nur eine Täuschung war um dann bei genauerer Betrachtung und Ermittlung andere Dinge die Isabelle vorbereitet hatte um dann doch ihre Unschuld zu beweisen, perfekt passten.
Deshalb sehe ich beide Versionen in etwa gleich stark. Jede Fassung hatte Momente und Sequenzen, die ich stärker fand. Das wechselte. Ich mochte den gesamten Plot im Original lieber und er war auch ausgefeilter. Dafür war die Regie von De Palma für mich etwas stimmiger und auch kompakter. Zusätzlich die bereits genannten Unterschiede in der Musik.
Aber im Original hat mir das halt alles besser gefallen auch das sie die Beweise anonyhm durch ihre Schwester an die Bank schickte und nicht, wie im Remake die Akte in ihrer Wohnung platzierte. Auch das mit der Mordwaffe fand ich im Original grandios gelöst und generell auch die Gefängniszeit war einfach besser, die im Remake ja wirklich viel zu kurz kam. Ich fand es auch Charmanter mit dem Kino im Original das sie den Film einfach 2x sich angeschaut hatte um die Handlung zu kennen und beim zweiten mal sich einfach heimlich rausgeschlichen hatte, aber zuvor dafür sorgte das sie definitiv ein Alibi hat in dem sie den Film mit der Karte bezahlt und durch die charmante Art und Weise dem Kassierer im Gedächtnis blieb.
Das sind alles Punkte, die ich komplett genauso sehe. Das waren Passagen die im Original deutlich besser geschrieben wurden. Die gesamte Planung der Tat war für mich im Original das Elixier und dies ist eben der Punkte der für mich dem Remake überlegen war.
Tatsächlich hätte ich diesen Aspekt auch im Original rausgenommen, also das Isabelle´s Assistent nicht dahinter gekommen wäre und ihr somit der perfekte Mord gelungen wäre.
Das fand ich tatsächlich sehr gut, weil er damit einfach nur die Endlosschleife in dieser Welt zeigte. Es ist einfach bereits die nächste Person am Start, die eiskalt den Platz einnimmt aber gleichzeitig genügend Hyänen drumherum, die jede Möglichkeit gnadenlos ausnutzen werden, um nach oben zu kommen.
Auf jeden Fall muss man das, da auch hier, zumindest meiner Meinung nach, das Original, wenn auch nur knapp, der bessere Film ist und für mich unter dem Strich einfach nachvollziebarer ist.
Wie gesagt, ich sehe bei beiden Varianten Stärken und Schwächen, weshalb das Gesamtergebnis recht gleich ausfällt, obwohl sie völlig unterschiedlich in der Herangehensweise sind. Eigentlich verrückt, da es fast die gleiche Handlung ist und trotzdem so unterschiedlich wirken. Aber wie oben erwähnt, bekommt natürlich das Original eben den Vorzug, weil es eben die Grundidee hatte und die ist wirklich gut!
 
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