Despair
Filmvisionaer
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Der hatte schon einige widerliche (nicht im Sinne von Splatter - wie Du schon schreibst) Szenen an Bord, ich erinnere mich vage an die Arbeit in dieser Fabrik...

. Ich war mir nämlich sicher das ich ihn in der Sammlung habe. Finde ihn aber trotz intensiver Suche einfach nicht. Amazon gab keinen Aufschluss darüber ob ich ihn gekauft habe. Naja, irgendwann demnächst sortiere ich die Filme und hoffe ihn dabei in die Finger zu bekommen. Dann gibt es eine Rückmeldung!
Eine tolle Kritik, der ich mich vollkommen anschließen kann. Selbst in Bezug auf die Höhe der vergebenen Punkte.![]()
Da ich mehr mit dem Spätwerk als mit dem Frühwerk von Cronenberg vertraut bin, frage ich mich, ob der Film „eXistenZ" wie eine Brücke zwischen Cronenbergs älterem und seinem neueren Werk zu lesen ist. Denn in „eXistenZ" gibt es einerseits eine starke psychische Komponente, aber andererseits gibt es noch genug Körperhorrorelemente, die ja vor allem seine früheren Filme kennzeichneten.
) verabschiedet hat. aber was hätte er auch noch bringen sollen, immerhin hat er diesbezüglich so alle tiefen ausgelotet.Da bin ich absolut bei Dir. Allerdings würde ich es erweitern und sogar behaupten das mittlerweile alle Social Media Junkies dies machen würden und das erschreckende ist, ich bin der festen Überzeugung das es irgendwann sowas geben wird. Ein kleiner Chip irgendwo in Deinen körper reingespritzt der dann via VR Interface sich einloggt und schon nimmst du die Welt um Dich herum nicht mehr wahr.Am Ende des vergangenen Jahrtausends zog es David Cronenberg in die Welt der Spiele. Allerdings war er zu diesem Zeitpunkt der Realität weit voraus und diese Idee ist nicht völlig undenkbar, wenn man die rasanten Entwicklungen beobachtet und ich bin auch überzeugt, dass sich viele Gamer, diesen Port legen lassen würden, um komplett im Spiel zu verschwinden.
Für "eXistenZ" benötigt man als Gamer dennoch einen starken Magen. Die erschaffene Welt ist wirklich bizarr und der Ekelfaktor hoch, ohne dies mit dem Hintergedanken "Mehr Splatter" zu erreichen. Schließlich sind wir bei Cronenberg und nicht im Wald und Wiesen Gemetzel.
Beides Filme die ich mir auch noch unbedingt kaufen muss. Bei Videodrome gibt es ja einen Kinoversion und eine Directors Cut. Welche Version ist besser Deiner Meinung nach und welche VÖ empfehlenswert? Du hast ja meines Wissens diese VÖ, allerdings wie befürchtet extrem rar und recht teuer? Diese VÖ hingegen habe ich schon etwas häufiger gesehen.Der Film glänzt durch seine morbide Atmosphäre und rein visuell befinden wir uns dann auch in der Nähe von "Videodrome" und "Naked Lunch". Während aber Interzone in "Naked Lunch" noch eine bizarre Anziehungskraft auf einen selbst ausstrahlt, ist eXistenZ eher ein Ort an dem man sich nicht so gerne aufhalten möchte.
Die Fabrik aber auch das Restaurant sind natürlich sehr extrem, aber auch bereits die Art und Weise wie uns dieses virtuelle Interface vorgestellt wurde wäre für mich persönlich schon ein Grund das ich kein Interesse hätte es zu probieren. Ich meine wer will schon mit so einem organischen Vieh so intimen Kontakt spüren?Zu Beginn vielleicht schon, aber spätestenz ab der Fabrik und auch im chinesischen Restaurant ist es mit der Wohlfühlatmosphäre vorbei. Allein die "Tagesspezialität" sieht nicht nach einem romantischen Dinner für Zwei aus.
Visuell hat mir der Film sehr gut gefallen, wobei ich hier mir definitiv die Blu-ray zulegen muss, da das Bild der DVD auf meinem 4K TV zwar okay war, aber viele sachen durch das Upscaling dann doch ein paar Artefakte zuviel waren. Hier werde ich mir dann, wenn ich das Mediabook mal zu eine fairen Preis sehe, zu der VÖ von Turbine greifen.Trotz dieser Hässlichkeiten strahlt der Film nur so von Einfällen und brillanten Ideen.
Ich kann mir auch hier sehr gut vorstellen das der Mainstream Filmfan mit diesem Film auf mehreren ebenen überfordert ist. Sowohl was das Setdesign angeht, als auch die Story und natürlich die komplette surreale Welt, die auch wieder einige Körperhorror Elemente aufzuweisen hat.Das Design von Carol Spier ist einmal mehr atemberaubend und auch die Kamera ist fantastisch wie eh und je in Cronenbergs Filmen. Allein dadurch besitzt eine wirklich abstoßende, aber umwerfende Magie. Natürlich sollte jetzt trotzdem klar sein, dass trotz Sci-fi und Spielewelten kein Mainstream vorliegt. Tatsächlich konnte er trotzdem dort zumindest ein paar positive Stimmen einheimsen aber wie so oft, war man mit dem Werk des Kanadiers ein wenig überfordert. Deshalb stellt man sich auch immer wieder die Frage, wie er seine Filme finanziert bekommt, da sie an den Kinokassen fast immer im Minus landeten. So auch "eXistenZ".
Der Cast war tatsächlich wieder sehr interessant. Jennifer Jason Leigh hat hier sehr stark gespielt, aber auch Jude Law, der natürlich damals noch am Anfang seiner Karriere stand, hat sehr überzeugend gespielt. Und Willem Dafoe war natürlich absolut top besetzt!Umso bemerkenswerter ist, das für seine Filme immer großartige Darsteller Schlange standen. Hier fährt er Jude Law, Jennifer Jason Leigh, Ian Holm und Willem Dafoe auf. Scheinbar zahlen sich seine Filme eher langfristig aus, denn viele davon haben heute Kultstatus. "eXistenZ" ist ein meisterhafter Trip, vielleicht auch ein Alptraum, aber eben dennoch ein Film für ein spezielles Publikum, welches eben einen besonderen Zugang dafür benötigt. Diesen kann man sich aber nicht wie im Film, einbauen lassen.
eXistenZ ist einer der Filme die einen zum nachdenken bringen und viele Interpretationen zulässt. Meiner Meinung nach ist Allegra, oder wie sie auch immer heißt, den kompletten Film über in dieser virtuellen Spielewelt gefangen und befindet sich in der, im Film erwähnten schleife. Also selbst die erste Szene in der sie als gefeierte Spieleentwicklerin vorgestellt wurde findet meiner Meinung nach nur innerhalb dieser virtuellen Welt statt. Also keine Ahnung ob sie überhaupt eine Entwicklerin ist, oder auch nur einfach eine der vielen Spieler*Innen. Warum ich dies glaube? Weil diese Waffe mit der das Attentat auf sie ausgeübt wurde so rein garnicht in die reale Welt passt und sie ja auch an der Tankstelle schon, bevor sie erneut in die angebliche Spielewelt eintaucht, diese zweiköpfige Echse sieht. Den gesamten Film also wird sie immer tiefer in diese virtuelle Welt gezogen und verliert schlussendlich den kompletten Draht zu der Realität, was in der absolut bizarren vermeindlichen Siegessequenz von ihr mündet in der wie bei einer Millitäroperation in einem SciFi Film ihr Versteck gestürmt wird und sie Verräter indentifiziert und tötet. Danach kommt vielleicht mit der Schlusssequenz nochmal eine real angedeutete Ebene, gerade wenn man bedenkt das der Film aus dem Jahr 1999 stammt und man sich so eher dort Interfaces mit dem Zugang in so eine virtuelle Welt technisch vorstellen konnte, aber selbst da war sie dann noch in dieser Welt gefangen und vielleicht sogar eine Art "Bug" in diesem Spiel das jedesmal wenn es zu real wird, es wieder total irreal wird und Dinge passieren die einen in den Sog ziehen und dich wieder tiefer in dieses Spiel reinziehen.Da das Ende hier gar nicht thematisiert wurde, bin ich wahrscheinlich wieder der einzige, der etwas auf dem Schlauch steht. Daher werfe ich die gleiche Frage, mit der der Film endet hier nochmal in den Raum: "Ist das die Realität oder spielen wir noch?"
Im ersten Moment hätte ich gesagt, es ist die Realität aber warum diesen Aufwand betreiben, wenn man die beiden nur umbringen will? Und dann ist da ja noch der Hund, der wieder die Waffe bringt.
Spricht für mich eher dafür, das es immer noch ein Spiel ist.