White Tiger

deadlyfriend

Casting
Teammitglied
Registriert
19 Juni 2008
Beiträge
19.101
Ort
Garma
Filmkritiken
187
White Tiger

An der Ostfront im Jahr 1943 geht die Angst um. Nicht nur wegen dem Krieg, sondern wegen eines seltsamen Panzers. Der Panzerkampfwagen VI, auch "Tiger" genannt, war insgesamt ein Gefährt, welches für Schrecken sorgte. Dieser hier ist aber nochmal anders. Er taucht aus dem Nichts auf, zerlegt die russischen Einheiten und verschwindet wieder spurlos. Bei einem dieser Angriffe überlebt Ivan Naydenov mit schwersten Verbrennungen, die er eigentlich gar nicht überleben kann. Nicht nur das, denn seine Genesung verläuft in einer rasenden Geschwindigkeit, was völlig unmöglich ist. Zeitgleich kann er sich an seine eigentliche Identität und auch nicht an sein bisheriges Leben erinnern. Sein Antrieb besteht aber darin den Geisterpanzer zu finden, der unbesiegbar zu sein scheint.



Ein Mystery-Kriegsfilm? Ja, das gibt es tatsächlich, denn "White Tiger" ist so ein Fall. Der hochgradig dämliche deutsche Zusatztitel "Die große Panzerschlacht", zieht allerdings die falsche Klientel an, denn wer hier ein Spektakel erwartet, liegt falsch. Der russische Film ist eher philosophisch und ruhig angelegt, auch wenn natürlich mehrfach Panzerkämpfe zu sehen sind. Die sind allerdings dennoch nicht, wie ein Hollywood Actionfilm mit heroischen Soldaten angelegt. Trotzdem packend und wirklich gut umgesetzt, denn sie sind nicht unrealistisch. Man sieht echte T-34 und auch die spätere T-34-85 Variante, allerdings ist der Tiger nicht echt, dennoch gut nachgeahmt. Auch die Erklärungen zu den Fahrzeugen sind fundiert und gerade dieser Kontrast zwischen Realität und Mystik gefiel mir gut. Der Film nutzt nämlich in der Storyline eher Metaphern und übernimmt auch die Mythologie eines Kapitän Ahab und seinem Moby Dick. Diese Mischung ist dadurch ziemlich unkonventionell, aber eben auch interessant. Allerdings ist es nicht einfach die richtige Zielgruppe zu finden. Wer reines Schlachtengetümmel will, wird mit der eigentlichen Geschichte nicht viel anfangen können und wer den mythologischen Aspekt toll findet, wird mit den Details zu den Panzern nicht klarkommen. Da mich Beides interessiert hatte ich Glück. Dennoch konnte ich mit dem Ende nicht viel anfangen, welches für mich nicht zum Ton des Films passte. Dies schwächte für mich auch den Gesamteindruck deutlich. Göring, Kapitulation etc... fand ich für alles, was vorangegangen ist, irgendwie das falsche Thema.
 
Oben