Vor Morgengrauen
5 junge Leute beschließen einen kleinen Abenteuer Urlaub in der Wildnis. Weit oben, in abgelegenen Wäldern schlagen sie ihr Lager auf und freuen sich über die Natur. Leider laufen dort oben aber auch ein paar Einsiedler durch die Gegend, die ihnen nicht wohlgesonnen sind. Das wäre jetzt kein ganz großes Problem, wenn darunter nicht auch ein paar richtig Durchgeknallte unterwegs wären, die zwar geistig völlig degeneriert sind, aber gerne töten.
"Just before dawn" ist ein sehr früher Vertreter des Backwood Slashers. Ein Konzept, welches heute immer noch funktioniert und weitestgehend wiederholt wird, weshalb der Film auch aus historischer Sicht interessant ist. Selbstverständlich hat auch er das Genre nicht erfunden und orientiert sich an berühmten Vorbildern, doch durch die Location hat er dennoch einen gewissen Vorreiter Status, der die bekannten Zutaten mischt und in malerische Landschaften trägt. Die Kulissen sind dann auch tatsächlich der ganz große Wurf. Die Gegend ist spektakulär und die Kamera fängt sie vortrefflich ein. Dies ist auch der große Vorteil gegenüber anderen Vertretern, sofern man ein Auge für solche Dinge besitzt. Der Aufbau ist nämlich genauso arm an Geschwindigkeit wie bei handelsüblichen Camp-Slashern. Nur das eben die Zeit hier nicht ausschließlich mit Albernheiten und Nudity verbracht wird. Das ist hier zwar auch vorhanden aber eher in gemäßigter Dosis. Der Ablauf ist dann aber trotzdem, wie man es halt kennt, aber als Genre-Fan auch mag. Außer man interessiert sich lediglich für Gore im Genre, dann kommt man hier nur bedingt auf seine Kosten. Leider krankt er aber trotzdem am alten Problem, welches diese Spielart des Grauens meistens beherbergt. Die Charaktere sind nämlich auch hier weitestgehend uninteressant. Wenn man das in den Griff bekommen hätte, wäre hier wahrscheinlich ein deutlich bekannterer Film entstanden, aber auch hier palavern sie sich dumpfbackig durch den toll gefilmten Aufbau. Auch die Musik von Brad Fiedel (Terminator) ist sehr gut in den Film integriert und lässt eine Bedrohung vermuten, auch wenn sie noch nicht sichtbar ist. Der 1981 entstandene Film von Jeff Lieberman ist somit ein guter Vertreter der alten Schule, den man als Kenner mal gesehen haben sollte. Einsteiger, die sich eher Gekröse und Gematsche erhoffen, können ihn aber liegen lassen.