The Virgin Suicides - Verlorene Jugend

Dieses Thema im Forum "Kurzkritiken und Diskussion" wurde erstellt von Despair, 19. Juni 2008.

  1. Despair

    Despair Filmvisionaer

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    Gesamtübersicht aller Kritiken zu The Virgin Suicides - Verlorene Jugend:

    #02 19.06.08 Despair
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juni 2008
  2. Despair

    Despair Filmvisionaer

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    The Virgin Suicides - Verlorene Jugend


    Die fünf hübschen Lisbon-Schwestern haben es nicht leicht. Ihre tiefreligiöse, übervorsichtige Mutter hält sie an der kurzen Leine. Der mehr in seiner eigenen Welt lebende Vater (ein Mathelehrer mit Vorliebe für Modellflugzeuge) ist da keine große Hilfe. Das hinterlässt Spuren in der Psyche der Mädchen, was der Selbstmord der Jüngsten eindeutig beweist. Nach mehr oder weniger gelungenen Verdrängungsversuchen dieses Vorfalls, geht das Leben scheinbar seinen normalen Gang. Nachdem jedoch Lux, die zweitjüngste Tochter, beim Abschlussball mit Schulcasanova Trip über die Stränge schlägt und erst am nächsten Morgen nach Hause kommt, werden die Schwestern von der Schule genommen und von der Außenwelt isoliert – bis zu ihrem kollektiven Selbstmord (ist kein Spoiler, man erfährt es gleich zu Beginn).

    Sofia Coppolas erste Regiearbeit weist bereits einige Stilelemente auf, die den Nachfolgefilm „Lost In Translation“ so brillant (oder langweilig, ist Ansichtssache) machen: langsame Erzählweise, ruhige Bilder, keine hektischen Schnitte. Ebenso vorhanden ist Melancholie pur, immer gewürzt mit einer angemessenen Portion Komik. Die Story an sich ist zwar ein wenig dünn, was aber dank der stimmigen Atmosphäre eher nebensächlich ist. Die Schwestern erscheinen bis zum Ende geheimnisvoll, was an der ungewöhnlichen Erzählweise liegt. Die Geschichte wird überwiegend aus der Sicht einiger Nachbarjungs beschrieben, die für die Mädels schwärmen und ihnen helfen wollen. Dazu kommt ein Erzähler, der schonmal zukünftige Ereignisse ausplaudert. Das muss man nicht mögen, mich hat es allerdings nicht gestört.

    Die Schauspieler machen ihre Sache allesamt sehr gut, insbesondere Kathleen Turner und James Woods als Eltern sowie Kirsten Dunst als Lux stechen hervor. Auch Josh Hartnett als Casanova Trip überzeugt.

    Fazit: Wer „Lost In Translation“ liebt, dürfte auch an „The Virgin Suicides“ Gefallen finden, obwohl die Klasse des erstgenannten Meisterwerks natürlich nicht erreicht wird. Allen Anderen wünsche ich eine gute Nacht beim friedlichen Wegschlummern... ;)

    8,5/10 Punkte
     
  3. deadlyfriend

    deadlyfriend Casting Mitarbeiter

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    AW: The Virgin Suicides - Verlorene Jugend

    Kann das ziemlich unterschreiben wobei ich ihn wahrscheinlich noch höher bewerten würde. Ich finde ihn großartig, was die aktuelle Sichtung nochmal verstärkte. Er wird also immer besser:) Ich finde die Perspektive des Films unglaublich. Die Sicht der Nachbarsjungen macht den Film perfekt. Dadurch das sie eigentlich keine größere Rolle haben, sogar grandios. Auch die Stimme aus dem Off ist mit der Synchronstimme von Ewan McGregor einfach der Hammer. Das kann er wirklich, weshalb ich den Film wahrscheinlich nie im O-Ton sehen werde. Auch der gesamte Cast bringt eine fantastische Leistung. Ein wunderbar eigenartiger Film.

    Wahnsinn ist auch das deine Kritik seit knapp 3 Jahren hier vor sich hin fault. Scheinbar sind doch alle weggeschlummert;)
     
  4. Despair

    Despair Filmvisionaer

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    AW: The Virgin Suicides - Verlorene Jugend

    War interessant, mal wieder meine Meinung zu lesen. :D

    Inzwischen würde ich dem Film ein halbes Pünktchen mehr spendieren und käme somit auf 9/10 Punkte.
     
  5. Willy Wonka

    Willy Wonka Locationscout Mitarbeiter

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    AW: The Virgin Suicides - Verlorene Jugend

    Dann will ich die Kritik mal wieder aus der Versenkung holen. ;)

    Ich kann mich der sehr guten Kritik nur anschließen, denn ich war von dem Film auch ganz hin und weg. Da ich noch keinen Film von Sofia Coppola gesehen habe, bin ich auch so unvoreingenommen, wie es möglich war, an den Film gegangen. Diese ruhige, melancholische Erzählweise und die intensive Performance von Kirsten Dunst, welche es vorzüglich versteht, sich als ein begehrenswertes Objekt der Begierde darzustellen, hat dem Film eine unglaubliche Faszination verliehen. Hinzu kommt noch der erstklassige Soundtrack mit sehr gut ausgewählten Liedern und einem perfekten Score von der Band Air.

    Absolut, wobei ich auch gespannt bin, wie es Giovanni Ribisi im Original gemacht hat.
     
  6. Leatherface

    Leatherface Filmvisionaer

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    AW: The Virgin Suicides - Verlorene Jugend

    noch keinen Film gesehen?
    Dann unbedingt nachholen!:)

    Suicides finde ich fantastisch

    Lost in Translation ist fantastisch

    und auch Marie Antoinette gefiel mir sehr gut

    Somewhere habe ich bisher noch nicht gesehen, wird aber irgendwann mal nachgeholt:)
     
  7. Willy Wonka

    Willy Wonka Locationscout Mitarbeiter

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    AW: The Virgin Suicides - Verlorene Jugend

    Doch „The Virgin Suicides" habe ich gesehen. ;)

    Die anderen Filme werden selbstverständlich und in chronologischer Reihenfolge folgen.
     
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