The Man from Nowhere

dax

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Gesamtübersicht aller Kritiken zu The Man from Nowhere:

# 02 03.07.11 dax
# 03 18.08.12 Sam Spade
 
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dax

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The Man from Nowhere


Tae Sik ist Pfandleiher in einem heruntergekommenen Viertel.
Er lebt allein und fast von der Welt abgeschottet. Nur die kleine Göre aus der Nachbarschaft besucht ihn in ihrer aufdringlichen Art ab und an.
Da sich ihre drogensüchtige Mutter nicht/ kaum um das Kind kümmert, gibt er ihr manchmal was zu essen, oder auch mal ein Bett zum schlafen.
Als die Mutter jedoch dem örtlichen Drogenboss einen wichtigen Heroinverschnitt, der einen großen Deal anbahnen soll, stiehlt ist es aus mit seinem zurückgezogenem Leben.
Plötzlich ist die Drogenmafia in seinem Haus, entführt Mutter und Tochter aus der Nachbarschaft und beginnt bei der Suche nach dem Stoff auch seine Wohnung auf den Kopf zu stellen. Ehe er sich auch nur ansatzweise überlegen kann, ob er in dieses Thema reingezogen werden will, ist er auch schon mittendrin und beschließt, da er eh kaum noch eine Wahl hat, Mutter und Tochter zu retten.

Was nun folgt ist eine Tour durch menschliche Abgründe, eingebettet in ein hochdynamisches Actionspektakel.
Kinder die wie Dreck gehalten werden, in ihrer eigenen Scheiße leben um den Drogenbaronen als Ameisen (Kuriere) oder auch als billige Handlanger beim Drogenabpacken zu dienen. Stirbt ein Kind vor Erschöpfung wird es einfach auf dem Müll entsorgt.
Auch die Kleine aus der Nachbarschaft wird in diesen Wahnsinn gestoßen.
Das es hier gleichzeitig auch noch um Organhandel geht, mag die Story überfrachten, macht sie aber nur um so dramatischer.

Auf dem Covertext steht: Ein Mix zwischen "Leon der Profi" und "96 Hours".
Die Meßlatte für den Film wurde da schon extrem hoch angesetzt.
Ich bin daher schon davon ausgegangen, das der Film diese geschürten Erwartungen niemals erfüllen kann.
Aber, der Film schafft das Unglaubliche: Er vereint tatsächlich beide Filme in einem Film und erschafft etwas gänzlich Neues, das zumindest mir noch viel besser gefällt wie die beiden ohnehin schon genialen Genrereferenzen.
Sicherlich, dieser Film kann seine asiatische Herkunft definitiv nicht verleugnen, hat es aber geschafft meine Rauchpausen beim BD-Genuß auf NULL zu reduzieren und hat mich oft völlig hypnotisiert vor dem TV hocken lassen.
Ich bin begeistert von diesem hammerharten Actionthriller, der nur leider manchmal in Sachen Kitsch zu dick aufgetragen und manche Charaktere ziemlich comichaft überzeichnet hat...nur, irgendwie hat mich selbst das in diesem genialen Streifen einfach nicht gestört.
Wie kommt es nur, das momentan die wirklich guten und innovativen Filme alle aus Asien kommen...?

9/10
 
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Sam Spade

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The Man from Nowhere


Die Koreanische Antwort auf 96 Hours. Diese Aufschrift ziert das back cover des Films. Ich weiß nicht ob 96 Hours aka Taken wirklich eine Antwort braucht, oder ob The Man From Nowhere irgendwem eine Antwort schuldig ist, denn es handelt sich hier um einen großartigen asiatischen Film, welcher sich vor keinem anderen dieses Genres verstecken muss.

Story (kopiert vom back cover):

Tae-Sik lebt zurückgezogen und geht seiner Tätigkeit als Pfandleiher nach. Als sich seine Nachbarin durch einen Drogendiebstahl mit einem mächtigen Kartell anlegt und die Ware in seinem Pfandhaus versteckt, wird er unfreiwillig in die Sache hineingezogen. Die Nachbarin wird samt ihrer Tochter So-mi entführt und Tae-sik wird gezwungen, einen Job für das Kartell zu übernehmen, will er sie wiedersehen. Schnell wird ihm klar, dass er damit zur Marionette der Drogenbosse wird und es keinen Ausweg mehr gibt. Doch das Kartell hat nicht mit einem Pfandleiher gerechnet, der ein ausgebildeter Special Agent ist.

Zugegeben, die Story ist natürlich nichts neues, aber bietet dennoch alles um so einen Film zu dem zu machen was er sein will, ein Rachefilm. Vor allem auch die Beziehung von Tae-Sik und des Mädchens So-Mi steht im Vordergrund, und erinnert doch einige mal (v.a. zu Beginn) an Leon - der Profi, was ich positiv finde. Die Story wird insgesamt nochmals etwas drastischer und dramatischer, als man erfährt das es sich hier nicht nur um ein Drogenkartell handelt, sondern diese auch Organhandel betreiben. Das Feindbild ist somit klar definiert und man will als Zuschauer nur eins sehen, die Typen bluten. :D

Won Bin aka Tae-Sik macht seine Sache als Hauptdarsteller perfekt. Wortkarg, kühl, durchdacht, eiskalt. Etwa so wie Ryan Gosling in Drive oder eben Jean Reno in Leon - Der Profi.
Auch alle anderen Darsteller spielen authentisch. Es gibt auch einige Anime-Artige Verhaltensmuster bei einigen wenigen Nebendarstellern, d.h. sie neigen dazu zu übertreiben(Gestik), ins komische reinzudriften. Dies hält sich aber zum Glück sehr sehr in Grenzen und stört nicht weiter.

Optisch ist der Film eher "dunkel" gehalten (so zumindest mein empfinden). Viele Aufnahmen bei Nacht. Ruhige Bilder, nie zu schnelle Schnitte und dabei musikalisch immer 1A Unterlegt. Auch gibt es immer wieder Kameraeinstellungen die ich so noch nirgends gesehen hab. Für die Kenner des Films sag ich nur Fenster"sturz", Messerkampf etc...

Es geht natürlich auch Actiontechnisch recht gut zur Sache, allerdings immer gut dosiert, top choreografiert, und gut gemischt mit ruhigen Momenten(vor allem die ersten Hälfte beinhaltet mehr ruhige Momente als Actionreiche), die aber niemals irgendwelche "Längen" haben oder stören, im Gegenteil. Die Spannung ist von Anfang an gegeben und steigert sich zum Ende hin immer mehr.

Was den Gewaltgrad betrifft, so übertreibt der Film egtl. nie. Bis auf einen (genialen) Kampf am Ende. Hier geht es schon recht brutal zur Sache und man sieht schon sehr detailliert was man so alles mit einem Messer anstellen kann. :ugly:

Das Ende des Films könnten manche als zu kitschig empfinden, und auch für mich wandelt es auf einen schmalen Grat, bleibt aber für mich persönlich noch im positiven Bereich und so finde ich es versöhnlich und gut.

Ich hab jedenfalls den Film gesehen den ich mir so erhofft hatte, und wurde nicht enttäuscht.

Großes Kino.

9/10
 
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Carlito

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AW: The Man from Nowhere

Tolle Kritiken und Ihr beiden seid ja richtig begeistert. Den muss ich mir gleich mal bestellen so wie`s aussieht. :D
 

Sam Spade

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AW: The Man from Nowhere

Tolle Kritiken und Ihr beiden seid ja richtig begeistert. Den muss ich mir gleich mal bestellen so wie`s aussieht. :D

Danke dir :) Ich kenne zwar deinen Geschmack noch nicht so richtig, aber würde Ihn dir trotzdem auf jedenfalls ans Herz legen :) Hab den btw. bei Müller für 8,88 Euro gekauft (Bluray). Richtig guter Preis.
 

2moulins

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AW: The Man from Nowhere

Hab' den gestern abend angeschaut. Hat mir recht gut gefallen! Ich kann das meiste aus Euren Kritiken bestätigen.

Ein paar Abstriche würde ich an folgenden Punkten machen:

- Die Grimassen des Polizeiassistenten fand ich sehr unpassend. Gott sei Dank hält sich die Screentime aber in Grenzen, so dass dies nicht zu sehr ins Gewicht fällt.
- Manchmal wird zu sehr auf "Cool" gemacht. :cool: Dazu gehört es wohl in Korea, dass man mit den Haaren immer ein Auge verdeckt und nur eines zum Sehen benutzt. Aber im späteren Verlauf des Films setzt der Held ja erfreulicherweise die Schere an. :)
- Im Gegensatz zu Filmen wie "Trade" oder "Run for her Life" wirken die Untaten (Menschenhandel/Organhandel) nicht ganz so stark (imm Sinne: realistisch), da der Film recht reißerisch gemacht ist.

Das sind aber nur kleine Abstriche. Ansonsten starker Thriller mit emotionalen Momenten und gutem Erzählrhythmus, der auch von einem entsprechenden Score begleitet wird. Einige schöne Kameraeinstellungen und überhaupt: oftmals ein stylisches Bild.

Wenn der Pfandleiher ca. 20 Minuten vor Schluss den hellen, großen Raum betritt, ist eigentlich schon klar, was gleich abgehen wird. Der Raum und die Verteilung der Bösen in diesem sind typisch für einen actionreichen Showdown.

Komme auf 8/10.... und bin motiviert noch weitere Asia-Thriller anzusehen, wie z.B. A Bittersweet Life.....
 

Sam Spade

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Sehr schön geschrieben und freut mich das er dir auch so gut gefiel :hoch: Ohja Bittersweet Life ist ebenfalls sehr toll, aber da ist Dwayne der Experte für :D Muss mich btw. auch noch viel mehr mit dem Koreanischen Film allgemein auseinandersetzen.
 

dax

Filmvisionaer
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AW: The Man from Nowhere

Dazu gehört es wohl in Korea, dass man mit den Haaren immer ein Auge verdeckt und nur eines zum Sehen benutzt. .....

:lol::hoch:Super!
Es ist halt ein asiatischer Film, das läßt sich nicht verbergen.
Ich bin aber froh das das genzenlose Overacting der Darsteller nicht mehr, bzw. nur noch selten zu erleben ist.
Man ist da mittlerweile scheinbar schon sehr westlich orientiert.
Aber das asiatische Kino ist immer wieder für eine Überraschung gut.
Empfehlen kann ich dir da noch:
The Chaser (Thriller) , I saw the Devil (harter Thriller, zumindest uncut) und Black House (schön atmosphärischer Thriller) und natürlich den allseits bekannten Battle Royale.
 

2moulins

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AW: The Man from Nowhere

Empfehlen kann ich dir da noch:
The Chaser (Thriller) , I saw the Devil (harter Thriller, zumindest uncut) und Black House (schön atmosphärischer Thriller) und natürlich den allseits bekannten Battle Royale.

Danke für die Empfehlungen. :) Ich könnte mir aber vorstellen, dass die genannten für meinen Geschmack etwas zu hart sind. Bin ja keiner von der hart gesottenen Liga :o. Zunächst werde ich mal "A Bittersweet Life" angehen.
 

dax

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AW: The Man from Nowhere

Danke für die Empfehlungen. :) Ich könnte mir aber vorstellen, dass die genannten für meinen Geschmack etwas zu hart sind.

The Chaser und Black House glänzen nicht durch überzogene Härte (die findet nicht statt) sondern durch Spannung und Atmosphäre.
Bei I saw the Devil würde ich Dir dann doch eher abraten, obwohl du einen wirklich großartigen Film verpassen wirst, der zwar sehr hart ist, aber die harten Szenen nie purer Selbstzweck sind.
 
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