The Killer is One of Thirteen
Lisa Mandel lädt zum Wochenende Freunde und Bekannte ein. Von ihr und ihrem Mann, der vor 2 Jahren am gleichen Datum mit dem Flugzeug tödlich verunglückte. Beim ersten Abendessen verkündet sie, dass dies kein Unglück, sondern Mord war und der Täter hier im Raum sitzt. Die Verdächtigen werden in der Nacht aber weniger, denn ein Killer mit schwarzen Handschuhen schleicht durch das Anwesen.
Agatha Christie`s "Ten little indians" gefiel mir als Thema ja schon immer, weshalb ich natürlich gespannt war, wie dieser spanische Giallo es umsetzt. Natürlich hat die literarische Vorlage, bis auf das Grundkonzept, keine Gemeinsamkeiten, aber oftmals machen diese Filme viel Freude. Durch Simon Andreu und Jack Taylor sind zudem auch prominente Namen zu finden, nur leider ist das Ergebnis ziemlich träge geworden. 13 Gäste sind dann auch einfach etwas zu viel, da hier von Einigen mögliche Motive aufgezeigt werden und dunkle Seiten ans Licht gelangen. Da dies allerdings durchgehend während dem Abendessen passiert, wird es irgendwann etwas langweilig. Das Prozedere Begrüßung, Essen plus weitere Gespräche auf den Zimmern verschlingt nämlich 60 Minuten und erst jetzt sehen wir, dass dort ein Mörder umgeht. Der verübt dann auch direkt ein paar Doppelschläge, weshalb das Timing einfach nicht gelungen ist. Zuerst Talk Talk, dann Mord Mord. Trotzdem ist er nicht gänzlich uninteressant, aber eben auch nicht weit oben anzusiedeln. Die Musik macht es phasenweise sehr gut, nur manchmal ist man dann auch fast an das aktuelle Sportstudio erinnert. Die Kamera und auch das Anwesen selbst, macht dagegen schon einiges her und weiß zu gefallen. Das Problem ist meines Erachtens eben die Abfolge der Geschichte, sonst hätte es besser werden können. Oder eben auch kürzer, mit wenigen Gästen, da jetzt auch nicht alle wirklich brauchbar waren. Das Hauspersonal kommt ja auch noch hinzu.
Die Auflösung selbst kann man denn tatsächlich als klassisch bezeichnen, was ich durchaus gelungen fand. Die Herleitung und die Motive dagegen weniger. Zumindest die Mordserie im Haus ist im Kontext nicht wirklich notwendig. Die Konstellation im Haus würde auch ziemlich sleazige Möglichkeiten bieten, aber in Spanien im Jahr 1973 war dies nicht möglich, weshalb es nur Andeutungen gibt. Der Film wirkt deshalb ein wenig wie "Wir machen jetzt auch mal was wie die Italiener", nur das die Voraussetzungen dazu nicht gegeben waren. Wenn man sonst nichts mehr im Regal hat, kann man ihn sich trotzdem anschauen, aber von Pflicht ist er weit entfernt. Dafür ist die Blu Ray aber wirklich gelungen.