The forbidden girl

deadlyfriend

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Garma
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The forbidden girl

Toby hatte in der Vergangenheit ein paar schlimme Erlebnisse. Sein Vater, ein Priester der seine Religion ein wenig zu ernst nimmt, warnt ihm vor dem Bösen aber auch vor der Liebe, die verboten ist. Deshalb übergießt er die erste Freundin seines Sohnes mit Benzin und will sie anzünden. Toby landet in der psychiatrischen Klinik und wird nach einer Zeit als geheilt entlassen. Mit einem Empfehlungsschreiben bewaffnet, möchte er eine ruhige Stelle als Hauslehrer, in einem ziemlich abgeschotteten Schloss, für eine heranwachsende Frau annehmen. Die ähnelt frappierend seiner ersten Liebe, aber das ist bei weitem nicht alles, was hier seltsam und bizarr erscheint. Die steinalte Hausherrin wird von Tag zu Tag jünger und lebendiger, während ihr Diener bereits am ersten Tag unheimlich war, dies aber noch deutlich steigern kann. Zudem gibt es eiserne Regeln im altehrwürdigen Bauwerk, welche von verschlossenen Türen, untersagten Zimmern bis hin zum strikten Verbot von Tageslicht im Schloss reichen.

Dieser Independent Film aus Deutschland verdient in vielen Bereichen meine absolute Hochachtung. Visuell ist er brillant und die Kulissen sind einfach nur wunderschön in Szene gesetzt. Dazu verschiedene Hommagen an alte Klassiker. Natürlich kann man Hammer erkennen, aber auch Suspiria und in einer phänomenalen Alptraumsequenz sogar Shining, wobei die Szene auch einen David Lynch Charakter besitzt. Zusätzlich wurde der Film in echtem 3D gedreht und weist eine ungeheure Tiefenwirkung auf. Der Film sieht insgesamt also absolut klasse aus. Die Darsteller gaben mir zu Beginn allerdings Rätsel auf, da trotz der Kulissen alles dilletantisch wirkte. Des Rätsels Lösung war dann allerdings die Synchro, denn der Film wurde tatsächlich auf englisch gedreht. Wahrscheinlich um ihn besser im Ausland vermarkten zu können, da hierzulande an solchen Filmen eh nur wenig Interesse besteht.
Das einzige echte Manko ist somit ein wenig das Drehbuch und vielleicht die Spieldauer von 105 Minuten. Zwischendrin bleibt der Film immer wieder mal ein bisschen stehen und variiert lediglich Situationen, ohne neue Informationen zu liefern. Die fehlen auch bei der kompletten Geschichte, da man viele Fragen hat, wie das alles zusammenhängt, der Film dann aber nur sparsam damit rausrückt. Etwas mehr Hintergrundgeschichte hätte hier nicht geschadet, dann wäre er nochmal spannender ausgefallen. So muss man als Zuschauer viele Dinge eben einfach hinnehmen. Sehr gut ist allerdings, dass man nicht den Fehler begeht über Splatter die Zuschauer zu finden, da er äußerst zahm geraten ist und mehr die vertrackte Liebesgeschichte in den Vordergrund stellt. Dabei noch einmal gesagt, dass der Film visuell durchgehend viel Spaß macht. Durch den wirklich starken 3D Effekt, kann man wunderbar in die toll ausgestatteten Räume eintauchen. Insgesamt hat er mir also wirklich gut gefallen, mit einem stärken Fokus auf die Hintergrundgeschichte, wäre er aber nochmal besser geworden.
 
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