Puppet Masters
In der Nähe der Kleinstadt Ambrose geht ein UFO runter. Die Stadt ist in heller Aufregung und auch der lokale TV-Sender berichtet darüber. Doch schon bald dementiert er die Nachricht wieder und gibt an auf einen Streich hereingefallen zu sein. Dennoch macht sich der Ort das zu Nutze und bietet für ein paar Dollar die Besichtigung des Fake UFO an, welches auch fleißig besucht wird. Durch die Meldung sind allerdings auch ein paar Regierungsbeamte vor Ort. An solche Fake-Nachrichten gewohnt, schaut man sich das dennoch mal an und stellt schnell fest, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Menschen, die das UFO betreten haben, wirken seltsam kalt und verhalten sich ungewöhnlich. Gleichzeitig entdeckt man Spuren von einer echten Landung.
1951 schrieb Robert A. Heinlein den Roman "The Puppet Masters", welcher im Jahr 1994 zum zweiten Mal verfilmt wurde. Dieses Buch gilt auch als Startschuss für die "Bodysnatcher-Idee", in der außerirdische Wesen die Kontrolle über Menschen erlangen und die Persönlichkeit verändern. Der erste Film mit dieser Idee, war dann 1953 "Invasion vom Mars", allerdings heißt es, dass die Idee dazu unabhängig vom Roman entstand. Wie dem auch sein, die Ähnlichkeit ist riesig und auch die Verfilmung von 1994 hält sich daran. Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern der Geschichte, ist der Film aber deutlich Action orientierter. Trotz Spieldauer von knapp 105 Minuten legt er ein irrwitziges Tempo vor. Kein schleichender Aufbau, denn bereits nach wenigen Minuten ist das Spiel durchschaut und die ersten Gegenmaßnahmen werden eingeleitet. Trotzdem ist die Bedrohung allgegenwärtig und sorgt auch für den stärksten Teil des Films, der etwa 1 Stunde andauert. In dieser Phase leitet Donald Sutherland mit kalter Berechnung den Gegenschlag und die Rolle passt zu ihm ausgezeichnet. Mit Bodysnatchern kennt er sich aber ja aus. Danach liefert man dann aus meiner Sicht ein paar Fehlentscheidungen im Drehbuch. Statt weiterhin die globale Bedrohung zu fokussieren, gibt es erstmal ein Love-Interest zwischen dem Sohnemann von Sutherland und einer Mitarbeiterin. Bei dem Ernst der Lage und der wirklich drängenden Zeit irgendwie unpassend. Wird aber für die daraus resultierende Rettungsmission benötigt, welche ebenfalls unpassend ist. Da man inzwischen weiß, dass man Einzelpersonen retten kann, ist dies zwar durchaus legitim, aber dass man dann dafür Dutzende andere Menschen, die halt ebenfalls gerettet werden könnten als Kollateralschaden ins Jenseits befördert, eher nicht. Auch das aufgesetzte Finale, nach dem Finale, ist nicht wirklich prickelnd. Deshalbschwankt der Film für mich ein wenig. Einmal die wirklich bärenstarke erste Stunde, die dann aber eben ziemlich abfällt. Insgesamt macht er trotzdem Spaß, sofern man sich damit arrangieren kann, denn inszeniert ist das Ganze dennoch spannend, wobei einem immer wieder ein wenig die TV-Optik irritiert. Wer aber die Szenerie an sich mag und von der Thematik nicht genug bekommen kann, ist hier trotz Schwächen bestens bedient.