So schön - So nackt - So tot
Die nackte Leiche einer Frau wird gefunden. Daneben liegen Fotos von ihr, die sie beim Techtelmechtel mit einem Mann zeigen. Von diesem ist allerdings der Kopf aus dem Foto entfernt worden. Ein Hinweis auf den Täter? Es dauert nicht lang und es findet sich ein weiterer lebloser Körper an. Wieder eine Frau und zusätzlich sind wieder Fotos nach dem gleichen Muster am Tatort. Der Killer scheint also die Bestrafung von Ehebruch als Motiv zu haben. Kommissar Capuana steht vor einem Rätsel.
Bei meiner Erstsichtung vor einigen Jahren, konnte ich meiner Erinnerung nach nicht viel mit dem Film anfangen. Deswegen war ich bei Erscheinen der Blu Ray auch etwas zurückhaltender. Nun war ich dann doch positiv überrascht. Gut, zur Spitze des Genres gehört er trotzdem nicht aber er gefällt mir nun. Allerdings habe ich ihn diesmal auch nicht mit der deutschen Tonspur geschaut, was nach kurzen Quervergleichen ein Schlüssel dazu gewesen sein wird. Der Film ist anständig, manchmal auch unanständig, inszeniert und liefert eine Reihe von guten Szenen ab. Die Morde sind nicht überhart, dafür aber recht stimmig eingefangen. Ausnahmen gibt es hier dennoch. Auch der Tag und Nacht Wechsel der Kamera ist irritierend und spricht nicht für Sorgfalt bis ins letzte Detail. Spannend und unterhaltsam ist er dennoch, auch wenn deutlich mehr drin gewesen wäre, da einem ein wenig der Zugang zu den Opfern fehlt. Allerdings sorgt gerade dieser Umgang mit den Opfern für Staunen, was in ein wirklich denkwürdiges Finale mündet, dass man in dieser Form wohl eher selten gesehen hat.
Bei den Darstellern fällt natürlich direkt auf, dass man mit Farley Granger einen namhaften Hitchcock-Mimen gewinnen konnte, der sich zu Beginn der 70er allerdings des Öfteren in italienischen Produktionen befand. Er ist aber nicht das einzige bekannte Gesicht, denn mit Silvano Tranquilli und Nieves Navarro in einer Nebenrolle bekommt man natürlich weitere Lieblinge aus dem Genre-Kino. Regisseur Roberto Bianchi Montero ist dagegen im Giallo nicht weiter aufgefallen und trotz schwarzer Komplett-Verkleidung inklusive Handschuhen, J&B und weiteren Zutaten, hätte an manchen Stellen eine bessere Regie dem Film gut getan. Dennoch mochte ich den Film jetzt auf eine spezielle Art und Weise, ohne ihn ins obere Drittel zu setzen.