Rausch der Begierde
Diane ist Fotografin, für recht exklusive Fotos und bekommt von ihrem Mann das Model Teagan zugeschustert. Da sie weder Frauen noch Männern gegenüber abgeneigt ist, kommt ihr das sehr gelegen. Ihr Mann verdingt sich in der Zwischenzeit mit Bondage Videos, die er selbst produziert. Doch nach dem Shooting mit Teagan findet man bald die Leiche des Models und die wurde ähnlich drapiert, wie die Damen in seinen Videos. Zudem findet man auch bald Videos der Tat, die mit Nachrichten versehen sind.
Dies ist in der Tat ein einzigartiger Giallo, den hier fällt mir kein Vergleich ein. Klar, er wirkt natürlich wie die Fashion-Gialli, die in den 80ern recht populär waren und auch Brian De Palma kommt einem in den Sinn. Allerdings ist dies mit völlig irrwitzigen Dingen angereichert, der den Eindruck erweckt, dass der Film in der Zukunft spielt. Diane fährt ein völlig seltsames Auto, welches an keine Epoche der Vergangenheit erinnert und zudem aerodynamisch völlig sinnlos ist. Der Cop hat zusätzlich eine Art Laserkanone. Ein Sci-fi Giallo? Irgendwie schon, wenn man auch noch die verschiedenen Apparturen und Maschinen sieht. Irgendwie ein seltsamer Film, aber er macht echt viel Spaß. Die Sets sind toll und bunt ausgeleuchtet und durch die verschiedenen Farben denkt man sofort an Bava. Auch der maskierte Killer, den man in den Videos nur von hinten sieht, ist ein klares Markenzeichen. Der Film von 1988 strotzt dabei auch noch vor Nuditäten, denn hier gibt es nur wenige Minuten, in denen mal alle angezogen sind. Dazu eine wirklich stimmige Kamera und auch die Musik passt hervorragend zum Film, der keineswegs die 70er imitieren möchte. Absolut nicht, denn man erkennt sofort, dass er ein Kind seiner Zeit ist, was er auch in keiner Einstellung verbergen möchte. Er greift lediglich auf bekannte Stilmittel zurück und vermischt sie mit seiner Entstehungszeit. Hauptdarstellerin Virginia Hey liefert hier ebenfalls eine tolle Performance ab. Sie mochte ich viel später, als blaues Wesen in der Sci-fi Serie „Farscape“, die ich ebenfalls geliebt habe und war überrascht sie hier zu sehen.
Tatsächlich habe ich im Vorfeld vom Film nichts erwartet, allerdings bin ich nun positiv überrascht. Zugegeben, der Inhalt ist jetzt nicht wirklich überbordend aber der glanzvolle Stil der Bilder, die Ausleuchtung und das Design waren für mich wirklich gelungen.
Ein Giallo für Aufgeschlossene würde ich sagen, die auch die Filme in den 80ern mochten, die sich in der Welt der Models abspielten.