Rabid

deadlyfriend

Casting
Teammitglied
Registriert
19 Juni 2008
Beiträge
18.992
Ort
Garma
Filmkritiken
186
Rabid

Ein junges Pärchen hat einen Motorradunfall. Glück im Unglück ist, dass er in der Nähe einer Klinik passierte. Während Karl nur relativ leichte Verletzungen hat, sieht es bei Rose deutlich schlimmer aus, was eine schnelle Operation notwendig macht. Allerdings mit einem noch recht unerforschten Verfahren mit Implantationen, die zunächst zu funktionieren scheinen, aber schon bald beginnt Rose sich zu verändern. Sie hat einen seltsamen Blutdurst und jedes Opfer, das sie erwischt, wird dadurch angesteckt und verwandelt sich nach kurzer Zeit in ein tollwütiges Wesen, das Menschen angreift und sie ebenfalls infiziert. Eine Epidemie ungeahnten Ausmaß beginnt.

Nachdem ich letzte Woche in der Klinik lag und operiert wurde, ist es doch fast logisch, sich mit schief gelaufenen Operationen zu beschäftigen. Natürlich schielt man jetzt ein wenig genauer auf die OP Narben, allerdings ist David Cronenberg anscheinend nur im Player und eine Gefahr für Andere bin ich aktuell auch noch nicht. Gut so, denn die Welt des Films möchte man auch nicht haben, denn die ist wirklich unschön. Ganz im Gegenteil zum Film, der einfach komplett einschlägt. Wenn man Filme wie "The Crazies" mag, kommt man komplett auf seine Kosten. "Rabid" ist einmal natürlich Bodyhorror, aber auch ein Vorgänger von "28 Days later" mit einer richtig düsteren Struktur. Wenn man der Army den Freibrief gibt auf Infizierte zu schießen und die Müllwagen durch die Stadt fahren, um die Leichen aufzusammeln, ist das einfach nur der Wahnsinn. Dabei gliedert sich "Rabid" perfekt in die Cronenberg-Reihenfolge von Stereo/Crimes of the Future und natürlich "Shivers", zudem insgesamt eine große Nähe existiert. Allen 4 Filmen liegen nämlich eine Klinik und wissenschaftliche Experimente zu Grunde, die nicht die gewünschten Ergebnisse liefern. Hier liegt also ein ganz klarer roter Faden in seiner Arbeit und es lohnt sich total diesen aufzugreifen. "Rabid" ist wesentlich teurer als der Vorgänger, weshalb er sich von einem Gebäudekomplex zur Großstadt entfernt, denn hier geht es Montreal an den Kragen. Trotzdem sind wir hier nicht im Hollywood-Mainstream, sondern bei einer unabhängigen kanadischen Produktion, die keinen Hochglanz liefert. Glanz liefert dafür die Hauptrolle, die mit Marilyn Chambers besetzt wurde, allerdings machte das damals erstmal einen schmuddeligen Eindruck, da der damalige Porno-Superstar erstmal einen anrüchigen Eindruck erweckte. Allerdings macht sie es wirklich gut und für mich ist es eine tolle Idee seitens des Casting gewesen.
Interessant ist auch die verwendete Library-Musik, die wirklich stimmungsvoll eingesetzt wurde, aber auch irgendwie an die Spieluhr aus "Die 7 schwarzen Noten" von Lucio Fulci erinnert.
Der Film ist also eine ganz klare Empfehlung an Leute, die den 70er Jahre Horror lieben und gleichzeitig ein Auge für Romero besitzen und damit meine ich definitiv nicht, dass man lediglich "Dawn of the dead" von ihm kennt. Pflichtprogramm für Cronenberg Fans ist er sowieso.
 
Oben