Projekt Brainstorm
Ein Team von Wissenschaftlern arbeitet an einer hochinteressanten Maschine, die dazu in der Lage ist Gedanken und Sinne auf einem Empfänger zu übertragen. Das heißt, jemand sitzt in seinem Stuhl zu Hause und erlebt dennoch die Dinge, die ein anderer Mensch gerade unternimmt. Eine absolute Revolution und zusätzlich ist man inzwischen auch in der Lage diese Erlebnisse aufzuzeichnen und via Headset abzuspielen. Allerdings ist dies nicht ganz ungefährlich da für das Gehirn das Erlebte echt ist und somit auch den Körper beeinflusst. Als eine der Projektteilnehmerinnen im Labor stirbt, ist sie noch so geistesgegenwärtig, dass sie ihren, von ihr selbst vermuteten Tod, aufzeichnet. Sich das nun tatsächlich anzusehen und nachzuempfinden, klingt jetzt wirklich nicht ungefährlich und inzwischen hat auch das Militär an der Apparatur ein gesondertes Interesse. Trotzdem liegt der Fokus der Wissenschaft weiterhin auf der Frage, wie weit die Aufnahme gehen mag. Endet die Aufnahme bei Todeseintritt oder gibt es danach noch mehr zu sehen?
Die Idee ist natürlich bahnbrechend und absolut fantastisch, aber auch hier gibt es tatsächlich Vorläufer (Dr. Monserrat) und natürlich auch Wiederholungstäter (Strange Days). Dennoch ist das gesamte Projekt Brainstorm als absolut innovativ zu bezeichnen. Allein die technische Seite des Films ist der Wahnsinn. Die verschiedenen Aufnahmen von Realität und "VR-Brille", wurden auf unterschiedlichem Material aufgezeichnet, weshalb sie sich allein schon von der Größe des Bildschirms unterscheiden. Zusätzlich hat man dem Film heute noch sehr passend eine Dolby Atmos Tonspur spendiert, weshalb es nun auch im Audiobereich Differenzen gibt. Ganz große klasse! Der hochinteressante Sci-fi Anteil der Geschichte selbst und eben die technische Umsetzung sind legendär, aber das ist auch gleichzeitig ein kleines Manko. Er konzentriert und verlässt sich ein wenig zu sehr darauf, weshalb die eingeschobenen Thriller-Elemente nie so wirklich zünden, da sie irgendwie als Beiwerk fungieren. Regisseur Douglas Trumbull, der außer "Project Brainstorm" nur einen weiteren Film (Lautlos im Weltall) gedreht hat, ist nämlich ansonsten der FX Meister bei "2001" gewesen, der dort den Farbenrausch am Ende kreiert hat und das sieht man auch in diesem Film. Der Film versetzt den Zuschauer zwar immer wieder ins Staunen, versetzt ihn aber nie unter Hochspannung, obwohl die Story das hergegeben hätte. Man bleibt zwar durchgehend interessiert am Ball, aber der Puls geht nur manchmal in die Höhe. Mit Christopher Walken und Natalie Wood, die während den Dreharbeiten bei einer Pause tragisch ums Leben kam, auch wirklich gut besetzt. James Horner liefert zudem einen tollen Soundtrack ab, der durchaus auch Alan Silvestri für "The Abyss" inspiriert haben könnte. Insgesamt also eine absolute Empfehlung für Filmfans, die auch gerne "Wargames" oder "Tron" mochten, aber auch mit etwas weniger Spannung zufrieden sind. Zumindest fühlte ich mich in der Nähe der genannten Filme.