Phase IV

deadlyfriend

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Phase IV

Durch eine seltsame Konstellation im Weltraum verändert sich etwas auf der Erde. In Arizona gibt es seltsame Verhaltensänderungen der Ameisen. Sie stellen Kämpfe untereinander ein, vermehren sich schneller und bauen anders als vorher. Man errichtet dort ein Forschungslabor, um die Auswirkungen besser zu ergründen und beginnt mit einigen Tests. Doch die Ameisen entwickeln eine seltsame Intelligenz und schon bald stehen die Forscher einer taktisch versierten Übermacht gegenüber.

Saul Bass ist ein Name, den die meisten Filmfreunde kennen und schätzen. Dabei hat er nur einen einzigen Spielfilm gedreht, nämlich Phase IV. Seinen Bekanntheitsgrad erreichte er aber mit seinen revolutionären Vorspännen und Credits-Sequenzen, die er für Alfred Hitchcock, Martin Scorsese, Billy Wilder , Otto Preminger, Stanley Kubrick und viele mehr erschuf. "Phase IV" wird meistens von Fans der 70er Scifi-Dystopien geschätzt und irgendwie passt er dort perfekt dazu, auch wenn er eine anders gelagerte Botschaft verfolgt. Dennoch glänzt er durch seine düstere und bizarre Atmosphäre, die auf der einen Seite durch das fantastische Sounddesign bzw. Musik erreicht wird. Die Klänge von Brian Gascoigne sind aber auch wirklich großartig und verschaffen durchgehend ein mulmiges Gefühl. Auf der anderen Seite steht aber auch die fantastische Kameraarbeit, die zuweilen eine sehr bizarre Ausdrucksform annimmt. Manchmal wohl für den Zuschauer zu bizarr, weshalb die eigentliche Endsequenz vom Studio verkürzt und verändert wurde, damit es etwas zuträglicher wird. Glücklicherweise kann man heute im Bonusmaterial das ursprüngliche Ende begutachten. Durch die durchgängig subtile Bedrohung, die eben durch das Zusammenspiel von Kamera und Musik erzeugt, aber auch inhaltlich ständig gefüttert wird, erzeugt "Phase IV" mächtig Spannung, da man absolut nicht weiß, ob das ein gutes Ende nehmen wird. Der Film wird gerne dem Tierhorror zugeordnet oder eben den eingangs erwähnten 70er Dystopien, aber "Phase IV" setzt sich davon ein wenig ab. Natürlich kann man ihn dazuzählen, aber er hinterlässt auch eine Menge philosophische Fragen und auch das Ende geht doch über die gewohnten Normen hinaus. Trotzdem werden Fans dieser Genres bestens bedient, aber tatsächlich können auch völlig andere Zuschauer damit angesprochen werden. Manchmal wirkt der Film eben psychedelisch und besitzt auch irgendwie meditative Grundzüge. Allerdings durchsetzt mit einer unangenehmen Unruhe. Für mich ein ganz starkes aber auch schräges Erstlingswerk, was leider keine weiteren Filme nach sich zog.
 

Filmfan1972

Filmvisionaer
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Schöne Kritik. :hoch:
Ich mag den Film auch sehr.
Wobei ich aber doch auch froh bin das das Ende "massentauglicher" gemacht wurde .
Das ursprüngliche Ende hätte doch zu viele abgeschreckt.
 

DirkB

Statist
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Habe mir aufgrund deinem Review heute für schlappe 20€ das MB bestellt! Hab ich tatsächlich noch nicht gesehen und bin gespannt!
 
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