Parasiten-Mörder
In einem riesigen luxuriösen Wohnkomplex, welches sich auf einer kleinen Insel befindet, lässt es sich gut leben. Neben den schönen und modernen Appartements gibt es einen Supermarkt, einen Golfplatz, eine Tennisanlage und such ein Schwimmbad, sodass man fast nicht mehr zur Stadt rüberfahren muss. Sogar eine kleine Klinik ist dort untergebracht. Trotz dieser wunderbaren Atmosphäre geschieht in einer der Wohnungen ein seltsamer Mord. Ein ehemaliger Arzt und Wissenschaftler tötet eine 19-jährige Studentin und bringt sich im Anschluss selbst um. Dies ist aber nicht alles, was seltsam ist. Einige Mieter klagen über seltsame Magenschmerzen, weshalb der Klinikarzt skeptisch wird. Zudem waren die Patienten anscheinend des Öfteren bei der Ermordeten zu Gast und hier scheint ein Zusammenhang zu existieren.
Der erste Langfilm von David Cronenberg hat es direkt in sich, was auch der Originaltitel "They came from within" andeutet. Natürlich ist es kein Hochglanzprodukt, sondern ein kleiner Film der lediglich 180000 kanadische Dollar gekostet hat, aber hier gibt es bereits richtig tolle Ideen zu sehen. Besonders in der ersten Hälfte brilliert er durch eine durchgehend bedrohliche Atmosphäre, die einen spannenden Aufbau ergibt, der für Unruhe sorgt. Zusätzlich hat Cronenberg zuvor auch "Night of the living dead" und "The Crazies" von George A.Romero gesehen und sich davon inspirieren lassen. Nein, es ist zwar kein Zombiefilm, aber es gibt eine Menge Parallelen. Interessanterweise findet man dann hinterher trotzdem bei "Dawn of the Dead" eine Szene, die man eben auch hier bereits finden kann. Aber dies ist tatsächlich nicht alles an Querverweisen, denn auch Dan O'Bannon hat wohl den Film mehrfach begutachtet, als er am Drehbuch zu "Alien" von Ridley Scott arbeitete. Für Filminteressierte, ist "Parasiten-Mörder" also wirklich eine Quelle, die man sich ansehen sollte und filmhistorisch somit kein Leichtgewicht. Natürlich erkennt man an einigen Darstellern, dass hier halt nicht das ganz große Budget zur Verfügung stand, aber trotzdem sieht man hier Barbara Steele und Lynn Lowry, die auch den Film zu großen Teilen im Verbund mit Peter Hampton leiten. Nur einige Nebenrollen sind halt deutlich schwächer besetzt.
Da es nun mal ein echter Cronenberg ist, wird die zweite Hälfte dann zuweilen auch etwas abstruser, allerdings hält er die Spannung und bietet obendrein ein richtig starkes Finale, welches mir fantastisch gefallen hat. Man sollte natürlich mit den Horrorfilmen der 70er etwas anfangen können, aber dann könnte er wirklich Spaß bringen. Für mich ein starker erster Beitrag von David Cronenberg und wenn man seine beiden Experimentalfilme "Stereo" und "Crimes of the future" zuvor gesehen hat, wird man thematisch interessante Erkenntnisse erlangen.