Murder in blue light
Starlet ist ein gut gebuchtes Model und könnte dadurch ein äußerst glamouröses Leben führen. Stattdessen schlüpft sie aber privat in ein Doppelleben und erfüllt gegen Bezahlung äußerst seltsame Fantasien von obskuren Freiern. Beide Parteien wissen jeweils nichts von ihrem anderen Leben. Sie macht es aber anscheinend nicht einfach aus Spaß, denn sie sucht dabei jemanden.
Währenddessen strolcht ein Killer durch die Gegend, der sich in ihrem Umfeld bewegt und auch ein Polizist ist inzwischen an ihrer Seite, um sie zu schützen.
Ja, klingt wirr und ist es auch. Die Geschichte ergibt in ihrer Gesamtheit auch nicht wirklich viel Sinn. Erkannte wohl auch Regisseur Alfonso Brescia, und fokussierte sich zunächst auf die bizarren Wünsche der Kunden, die einen großen Teil der Laufzeit einnehmen. Die sind aber weder interessant umgesetzt noch irgendwie atmosphärisch sehenswert. Das plätschert alles irgendwie so vor sich hin. Ansonsten gibt es in den Straßen verdammt viel Nebel, allerdings erkennt man direkt, wenn jemand mal wieder den Knopf der Nebelmaschine drückt. Trotzdem sehen diese Szenen irgendwie auch gut aus und haben was für sich. Die Auftritte von David Hess (Ja, genau der David Hess) zeigen dann den starken Cop, der immer einen lockeren Spruch hat und auf Beschützer ausgelegt ist. Allerdings sind seine Ermittlungen bzw. die daraus resultieren Ergebnisse eine Katastrophe. Ob er mit dieser Methode tatsächlich schon einmal einen Bösewicht erwischt hat, bleibt zweifelhaft. Aber gut, er ist jetzt da.
Dabei hat der Film auch einen interessanten Einstieg: Der Mörder pfeift nämlich eine Melodie, was natürlich an „M“ erinnert, aber es handelt sich diesmal um das wundervolle Lied „Greensleeves“, welches ich persönlich sehr mag und auch in einer Spieluhr besitze. Da hatte er zu Beginn schon fast gewonnen, denn der Killer behält dies als eine Art Markenzeichen. Zusätzlich hinterlässt er bei seinen Opfern noch eine Spielzeuggranate aus Plastik, aber okay, der ist halt seltsam. Die Möglichkeiten dadurch für eine spannende Atmosphäre zu sorgen, lässt Brescia aber irgendwie ungenutzt. Dadurch das die Hauptdarstellerin Florence Guerin in ihrem Ausdruck auch etwas eingeschränkt agiert, ist das alles nicht wirklich prickelnd.
Der Giallo von 1991 zeigt im Grunde eher auf, wieviel man im Lauf der Zeit verlernt hat, denn es gab auch früher schwach budgetierte Filme, die aber trotzdem glänzen konnten. Das kann man von „Murder in blue light“ halt nicht sagen. Einen Blick riskieren kann man trotzdem, wenn sonst gerade nichts da ist.