Martyrs

mr.bauer

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Martyrs


Story:
Der Film beginnt damit dass man sieht wie ein junges, weinendes, halbnacktes Mädchen in einem verlassenen Industriegebiet scheinbar vor etwas flüchtet. Kurz darauf wird gezeigt wie das besagte Mädchen sich mittlerweile in einer psychiatrischen Einrichtung befindet.
Diese Szenen sind nicht von langer Dauer und somit macht der Film dann einen zeitlichen Sprung von 15 Jahren wenn ich mich nicht irre. Man sieht dann eine scheinbar wohlhabende Familie morgens beim Plaudern am Frühstückstisch. Alles Gut und Schön, so hat es den Anschein. Plötzlich ertönt das Klingeln an der Haustür. Als der Vater zur Tür schreitet und diese öffnet blickt er in den Lauf eines Gewehrs....
Mehr wird zur Story nicht preisgegeben, mehr wusste ich im Vorfeld auch nicht.

Der Film ist im Großen und Ganzen äußerst kalt, humorlos gestrickt. Die Hauptdarstellerin spielt ein äußerst kaputtes psychisch krankes Mädchen welches aufgrund von früherer Misshandlung keinen Frieden in ihrem Leben finden kann, also Spaß werden die Empfindlicheren unter euch eher weniger haben. Die 1. Hälfte lief zunächst mehr oder weniger nach dem sonst bekannten Schema wie man es bei Filmen aus diesem Genre kennt ab, später dann so ab der 2.Hälfte als man sich fragt was mag jetzt noch kommen und warum ist der Film von vielen als so grauenvoll bezeichnet worden wendet sich das Blatt und es wird dann noch
ne gute Spur intensiver und kaputter, es geht praktisch nur noch darum wieviel ein Mensch an Schmerzen ertragen kann. Man fragt sich da echt wie man auf solche Einfälle kommt. Wusste zunächst nicht was ich von dem überhaupt halten soll, ich weiß es auch jetzt noch nicht so richtig. Die Pylosophen unter euch werden in ihm sicher noch ein wenig mehr erkennen können. Macht euch am besten selbst ein Bild, auch du Dax!

Note: irgendwas zwischen 3 u. 4 :confused:
 
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mr.bauer

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Kritik von Russel Faraday:

Martyrs

schwer. sehr schwer zu beurteilen. während das erste drittel ein relativ straighter (und zugegeben nicht gerade zimperlicher) rache-thriller ist, stand ich dieser gewaltdarstellung, bei dem das rote ordentlich suppt, noch relativ neutral gegenüber.

dann jedoch macht der film eine ziemliche wendung und wurde richtig unangenehm. nüchterne, emotionslose, menschenverachtende gewaltdarstellung, die vor allem deshalb schockt, weil sie so simpel ist. keine ausgeklügelten hollywood-comic-"saw"-fallen, kein gewaltporno-"hostel"-dreck, sondern simple gewalt. nur mensch gegen mensch. bzw. mensch gegen opfer. bzw. ein völlig entmenschlichter täter gegen sein ebenso entmenschlichtes opfer. dieser teil mag vielleicht etwas quälend lang geraten sein, machte aber auch mich keinen selbstzweckhaften eindruck. die hardcore-version von
"ein mann, den sie pferd nannten.". bewußtseinserweiterung durch schmerz.


vielleicht etwas zu explizit, aber auf keinen fall gewaltgeil und selbstverliebt. lediglich mit dem auftritt von
"Julia Cotton"


rudert der film wieder in gemächlichere gefilde zurück. nicht in dem akt als solchen, der wahrlich heftig genug ist, sondern in seiner darstellung, die klar macht, daß es doch "nur" ein film ist, während die szenen davor ein permanenter tritt in die magengrube darstellten und man manchmal der meinung sein konnte, einer dokumentation zuzusehen, die ein reales ereignis zeigt.

die darsteller machen ihre sache wirklich gut, auch wenn mich Lucie irgendwie an die weibliche version von Benicio DelToro erinnert hat, an der inszenierung gibt es auch nichts auszusetzen. also vergeb ich mal solide ==> 7/10

wie der hierzulande eine ungekürzte VÖ bekommen hat, bleibt mir aber ein rätsel, wenn ich mir vergleichsweise harmlosere sachen anschaue und welches schicksal diese erlitten haben
 
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dax

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AW: Martyrs

MartyrsMacht euch am besten selbst ein Bild, auch du Dax!

Ich bin mir einfach nicht sicher ob ich das wirklich sehen will / sehen muß?:confused:
Dieses ellenlange rumgefolter ist einfach nicht meine Welt.
Ich muß mir hier anhand hoffentlich weiterer folgender Meinungen meine Entscheidung zusammenpuzzeln.
 

kelte

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AW: Martyrs

warte bei dem film noch was ab...der ist zwar hart anzusehen aber so irgendwie gibts genug dieser filme...dann lieber Frontier(s) in dauerrotation
 

deadlyfriend

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AW: Martyrs

Ich weiß immer noch nicht ob ich mir den antun soll. Die Frage mit der ich mich rumquäle ist: Brauch ich das wirklich?

Auf Frontiers, Inside, Eden Lake, Saw 3-5, Hostel 2 und weitere Konsorten habe ich bislang verzichtet weil mir diese Art Horror einfach nicht mehr gefällt. Obwohl ich mich nach wie vor als Horrorfan bezeichne. Aber diese Filme stoßen mich bislang einfach nur ab.
 

mr.bauer

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AW: Martyrs

Terror/-Folterfilme Mr. Bauer. bei dem Film kam mir alles zu bekannt vor...
es gab in der letzten zeit genug Stoff aus dem Bereich wie Frontiers, Inside, Eden Lake, Crime etc..

Na ja, da find ich die anderen aber von der Inszenierung aber deutlich freundlicher.
 

ma(c)festus

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AW: Martyrs

Die Splatterszenen sind nicht mal das wirklich schockierende an dem Film nicht viel schlimmer als in Saw und Hostel.Der Film wirkt einfach so realistisch und knallhart.Die Darsteller sind wirklich gut.Es wirkt alles so echt man meint man wäre direkt vor Ort und müsste diese grausame Folter mitansehen.Die erste Hälfte des Films dreht sich größtenteils um Lucie,die sich an ihren vermeintlichen Peinigern rächen will.Man kann nicht anders als einfach nur Mitleid mit ihr zu haben,genauso wie später mit ihrer Freundin Anna.Der Film hat auch Mystery-Gene,da die Kreatur schon ein wenig aus den The Grudge-Film erinnert.Zwar kann man schon ahnen was es mit der Kreatur auf sich hat,jedoch ändert das nichts daran,das diese wirklich angsteinflößend ist.Größtenteils ist der Film nicht vorhersehbar und es kommen einige schockierende Story-Twists auf den Zuseher zu,und am Ende folgt der Höhepunkt der Grausamkeiten,dennoch konnte ich nicht den Blick vom Bildschirm lösen,und mußte die ganze Zeit über gebannt zuschauen und mitfiebern.Das Ende hat mir irgendwie nicht wirklich gefallen,wirkte irgendwie an den Haaren herbeigezogen.

Wertung: 8,5 / 10 Punkten
 

Tarantino1980

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AW: Martyrs

Ich habe ihn gerade auch gesehen und kann definitiv sagen das es nicht mein Fall war! Die erste Hälfte des Films machte einen zwar neugierig, aber die zweite Hälfte war mir zu langweilig. Das gezeigte war zwar in seiner Art her sehr schockierend, eben weil es so real rüberkam und nichts mit einem Splaterfilm gemein hat.

Ein guter Horror/Splatter Film muss mich unterhalten. Das war bei Martyrs nicht der Fall. Die Saw Filme, oder auch Hostel sind ja noch bis zu einem gewissen Grad Unterhaltung, aber dieser Film hat leider in meinen Augen nichts mehr mit Unterhaltung zu tun. Da kann ich mir auch Dokumentationen über Tschernobyl oder Leute die durch Landminen entstellt wurden anschauen. Sorry aber irgendwie, auch wenn es Fiction ist, wurde bei dem Film eine Grenze überschritten, nicht vom Gewalt/Splatter Faktor sondern von der Machart als solches. Die Story und auch das Ende ist mir einfach zu simpel! Einfach sinnlos, nur zum Zweck zur "Erforschung" für eine Gruppe elitärer Leute die Ihren Lebensinhalt in dem sehen was sie da tun, reicht mir als Story für einen "Film" nicht aus!

Daher meine Wertung 1/10, für den Anfang aber auch nur.
 

Johannesbk

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AW: Martyrs

Der Anfang des Films als ein junges misshandeltes Mädchen fliehend durch eine verlassene Industrieanlage rennt und der nachvollgende dokumentarisch gehaltene, in Super 8 gefilmte Teil, wo dann der Misshandlungsort untersucht wird, nur um festzustellen, dass man nichts findet sind schon mal interessant ohne allerdings richtig zu fesseln. das psychisch stark geschädigte Mädchen, dass durch die erlittene Pein zur Selbstverletzung neigt wird dann in einer Psychatrischen Jugendanstalt großgezogen wo es sich mit seiner Zimmergenossin anfreundet. Aber auch die von der Polizei befragte Freundin, kann nie ganz Licht ins Dunkel bringen.
Scenenwechsel - wohlbehütete Vorzeigefamilie, die zwei sich kabbelnden jugendlichen Kinder und die Eltern treffen sich am Frühstückstisch und besprechen den Tag, es klingelt an der Tür, der Vater öffnet und das Grauen kommt ins Haus. Dieser plötzliche unerwartete Gewaltausbruch, wirkt weniger auf Grund der gezeigten Gewalt als eher wegen der Anwendung so erschreckend. Nachdem die Familie gerichtet ist, ruft die Täterin ihre Freundin zu Hilfe, da die geistigen Dämonen ihrer Vergangenheit, sie wieder zur Selbstverletzung bringen. Sie erklärt ihrer ungläubigen Freundin dann, dass sie die Familie auf einem Foto erkannt habe, was diese aber nicht voll glauben kann. Nach einiger weiterer Gewaltanwendung gegen die überlebende Mutter des Hauses bringt sich das Mädchen in ihrer Verzweiflung, getrieben von ihrer furchtbaren Psychose, selbst um. Die Freundin erkennt durch einen Zufall den Zugang zu einem versteckten Keller und findet dort in einem bestehenden Verlies, angekettet ein weiteres Opfer der "Familie". Erst jetzt erkennt sie, dass ihre Freundin recht hatte. Sie befreit das, mit grausammen Methoden, die so schon im Mittelalter angewandt wurden, gefesselte Opfer und muss aber erkennen, dass auch dieses Opfer schwerste Psychosen aufweist. Das plötzliche Auftreten einer Art militärisch geordneten Mannschaft, die das soeben befreite Opfer erschießt und das andere Mädchen in den Keller verfrachtet schockt einen wiederum. Nach der Verlegung in den Keller wird erst offenbart, dass es sich nicht um Einzeltäter, sondern um eine besondere Gruppierung handelt, die durch die Anwendung von explizieter Folter bewustseinserweiternde Zustände herbeiführen will, damit die Opfer berichten sollen, was nach dem Tod kommt. Das Mädchen hat dann nach einer besonderen Behandlung den Blick in das andere Reich geworfen und spricht mit der Gruppenleiterin die dann der Gruppe von der anderen Seite des Todes berichten soll. Das Ende des ganzen lässt dann alles offen was da kommen mag...
Diese ganze Geschichte mit der psychischen Auswirkung auf die Opfer, die Möglichkeit durch Schmerzen bewustseinsverändernde Zustände zu erreichen und auch die schon seit Menschendenken für nicht religiöse Menschen bestehende Frage, was denn nach dem Tod kommt, wird in diesem Film meiner Meinung nach stimmig und packend behandelt. Die dargestellte Gewalt dient meiner Meinung nach nicht um einen Splatter zu erhalten oder unötig zu schocken, sondern nur die tiefgreifende psychische schädigungen der Opfer zu erklären. Der Film hat mich gefesselt, die dargestellte Gewalt hat mich weniger wegen ihrer Darstellung erschreckt sondern wegen ihrer Nachvollziehbarkeit. Genauso die Gruppe der reichen Alten, die so in dieser Form vieleicht nicht existiert, aber wer weiß den schon, was außer Organhandel und Schönheitschirurgen Reiche sonst noch bewegt, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Wer kann auschließen, dass es nicht solche "Farmen" in Wirklichkeit gibt. Wenn schon Arnie seinerzeit sagte :" na nadürlich vom a Downer ond net vom a Schweinderl" er meinte seine Herzklappe - wenn aber keiner Down ist, wird er dann down gemacht oder er auf die Warteliste gesetzt?

Meine Wertung deshalb 9/10
 
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kelte

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Martyrs


Martyrs beginnt verstörend mit dem rumirren eines sichtlich geschundenen und spärlich bekleideten Teenagers. In Rückblenden wird kurz das Martyrium gezeigt und der Raum in dem die Kleine gefoltert wurde. Man sucht nach Gründe.
Selbst ihre beste Freundin weiß nicht was in Lucie vorgeht.
So das der Zuschauer auch ein wenig mit verwirrt wird bis es die Aufklärung gibt.
Der Film macht einen Sprung von 15 Jahren und man findet sich bei einem idylischen, morgendlichen Familienalltag wieder zum Frühstück. Bis es an der Türe klingelt und die Fassade in einem blutigen Shoot-Out neu getauft wird.
Die erste Hälfte des Films bietet eine Erklärung ,warum die ältere Lucie eines Morgens bei einer Familie einen Amoklauf startet.
Alles was danach kommt, ist noch spannender und führt uns in eine Welt wo wir auf Riddicks Frage "Hast du Angst vor der Dunkelheit" ein "Nicht vor der Dunkelheit. Nur vor dem Mensch der sich in ihr versteckt" antworten.
Der Film ist krank, kalt, humorlos aber "realistisch". Kein plattpolierter Hollywood Splatter Blockbuster aber auch kein dümmlicher Amateur Gewaltporno,- Martyrs hat seine eigene Philosophie und die Gewalt erzählt eine kranke Geschichte über Suchende und die Frage aller Fragen...
aber schaut selbst ;)
8,5/10
 

Travis

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Martyrs


Was das Thema Folterfilme anbetrifft, werden tatsächlich immer neue Meßlatten angefertigt, denen auch ich mich nicht mehr stellen möchte. Gerade die Franzosen momentan dabei, die Widerwärtigkeiten der asiatischen "Filmemacher" ala "Giunea Pig" in einem Maße zu steigern, dem ich nicht mehr zu folgen bereit bin. Bestes Beispiel ist für mich "Martyrs". Ein völlig sinnloser Gewaltporno der übelsten Sorte. Sicher, am Ende erhält man eine Erklärung, wer dahinter steckt und warum all dies geschah. Die Erklärung ist aber lächerlich und fadenscheinig, dient einzig dem Martyrium des gequäten Zuseher am Ende ein lächerliches Deckmäntelchen überzuziehen. Das muß und will ich nicht haben. Auch "Inside" schlägt in eine ähnliche Kerbe.

Dabei bin ich wirklich nicht leicht zu erschüttern. Mir gefällt der 1. Teil von "Hostel" immer noch und auch dem 2. Teil kann ich durchaus positive Seiten abgewinnen.Denn beide Filme erzählen zumindest eine Geschichte, auch wenn diese fragwürdig ist. Mich hat die Geschichte, auch wenn sie noch so plakativ umgesetzt wurde, in ihrer Fülle erschlagen, da ich derartige Szenarien - wenn die Umstände passen - durchaus für möglich erachte. Der Mensch, so denn man ihn läßt, ist zu unglaublichen Grausamkeiten fähig.
Auch die Saw-Filme erzählen zumindest eine Geschichte, die in ihrer Kernaussage denkbar wäre, weshalb ich auch gerade beim 3. und teilweise auch beim 4. Teil der Reihe in Grenzberweich gezwungen wurde, die so eigentlich schon nicht mehr brachte.

Doch bei "Martyrs" wrden Grenzen überschriiten, die meiner unmaßgeblichen Meinung nach nicht überschritten werden dürfen. Hier wird die Folter und deren qualvollste Umsetzung zum einzig dominierenden Stilmittel erhoben. Eine, auch nur im Ansatz plausible Geschichte sucht man vergebens. .Da geht es wirklich nur mehr um die unerträgliche Folter als einziges Stilmittel, daß bis zum Exzeß ausgereizt wird.

Ein Filmgenuß, wie auch immer geartet, kann sich da bei mir nicht einstellen. Warum? Weil.es sich aus meiner Sicht nicht um einen Horrorfilm handelt, sondern um ein explizites Foltervideo, daß fälschlicherweise dem Horrorgenre zugerechnet wird. Ich war, bin und werde wohl für immer ein Horrorfilmfan bleiben. Doch derartige Machwerke beschmutzen "mein" Genre geradezu und sollten deshalb diesen Genre nicht zugrechnet werden. Ist jetzt fast zwei Wochen her, seit ich mich durch "Martyrs" in wahrsten Sinne des Wortes durchgequält habe und dennoch hält mein Ekel diesem "Film" gegenüber unvermittelt an. Da gehört schon etwas dazu, jemand wie mich so zu schockieren. Auch eine Leistung.

Auf der anderen Seite muß man diesem "Film" aber auch zu Gute halten, daß eine schier unerträgliche Atmosphäre erzeugt wird, die ich in diesen Grenzbereichen aber nicht mehr benötige. Auch die darstellerischen Leistungen liegen deutlich über dem allgemeinen Standard. Weshalb auch ich es mir mit meiner endgültigen Bewertung nicht wirklich einfach machen kann. Inhaltlich ist es eine ganz eindeutige 2/10-Wertung, wenn nicht noch tiefer. Aber inszenatoisch muß man auch diesem "Machwerk" zubilligen,daß auch ein 5/10 noch nicht zu hoch gegriffen ist. Ein zweischneidiges Schwert, dem ich mich nur ungern noch einmal stellen möchte.
 

kelte

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AW: Martyrs

deine Kritik ist absolut verständlich und ich kann deine Denkweise nachvollziehen, warum dir Martyrs nicht gefällt.
vorallem hast du den Film sogar noch Objektiv dazu bewertet was Inzenierung und Darsteller betrifft. Wow! Wenn ich einen Film hasse bekommt irgendwie alles sein Fett weg :)
Es ist absolut OK wenn die gezeigte Gewalt einen Ekel hervorruft denn man muss diese Form der Gewalt nicht Gutheißen.
Trotzdem erzählt der Film eine nachvollziehbare Geschichte, die sicherlich Krank ist aber bedingt der Filme die vor 2 Dekaden ein Fulci verbrochen hatte, ist Martyrs im gezeigten noch ein Teeniegeburtstag. Nicht aber von der Story!
Hostel hatte auch eine Geschichte versucht ist aber in der Inzenierung zu sehr über amerikanischen Vorurteilen gegenüber den Ostblock + dem eigenen Way of Boobies gestolpert. Dann noch die miserablen FX.
Martyrs ist ein 10Tonnen Hammerschlag unter die Schädeldecke. kalt, roh und bedrohlich bringt der Film seinen Stil rüber. Hostel war eher Comic.
Allerdings ist die Geschichte von Saw sicherlich interessanter wenn auch ein gewalttätiger, inhaltlicher Abklatsch von Phone Booth. trotzdem erste Sahne.
Ich freu mich schon auf die nächsten Franzosen Filme,- allerdings empfinde ich den Abscheu eher in Inside und der letzten Szene davon. Allerdings...so bekloppte sind denkbar! Lediglich hält kein Mensch diese Folterdistanz aus...
 

mr.bauer

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Schön dass ihn sich der Taxifahrer auch mal reingezogen hat. :hoch: Ich kann mir gut vorstellen wer ihn sich bald auch reinziehen wird. :D
 

Travis

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deine Kritik ist absolut verständlich und ich kann deine Denkweise nachvollziehen, warum dir Martyrs nicht gefällt.

Somit also keinerlei Konfliktpotential zwischen uns beiden, für konträre Diskussionen, da jeder die Einstellung des anderen nachvollziehen kann. Was im übrigen für mich auch bei deiner Kritik gilt, obwohl wir beide höchst unterschiedlich bewerten. :)
Wow! Wenn ich einen Film hasse bekommt irgendwie alles sein Fett weg

Da bin ich wohl mißverstanden worden. Ich hasse den Film nicht. Er hat mich nur hochgradig verstört und in seiner Konsequenz angewidert. Aber einen Film zu hassen, dazu gehört schon mehr. Da hasse ich schon eher "300" und all das, wofür er steht. Aber das ist eine andere Baustelle. ;)

Trotzdem erzählt der Film eine nachvollziehbare Geschichte, die sicherlich Krank ist aber bedingt der Filme die vor 2 Dekaden ein Fulci verbrochen hatte, ist Martyrs im gezeigten noch ein Teeniegeburtstag. Nicht aber von der Story!
Aha, haben wir da doch den Ansatz einer konträren Sichtweise. Denn genau diese Story ist es, was mich an "Martyrs" so unendlich stört. Ab hier können wir ja jetzt nach Herzenslust spoilern, ohne auf andere Rücksicht nehmen zu müssen. Also sollte ab hier nur jemand mitlesen, der den Film bereits kennt oder keine Angst vor Spoilern hat, da der Spoiler-Button hier nicht zum Einsatz kommt.

Wo ist denn da eine Story? Da wird ein kompletter Film lang auf unerträgliche Weise gefoltert und das Ganze abschließend als eine billige Nahtoderfahrung verkauft, die Einblicke in das Leben nach dem Tod gewährt. Plakativer und billiger ist imho nicht möglich, dem vorher gezeigten ein pseudo-moralisches Deckmäntelchen überzustülpen. Die komplette dahinter steckende Organisation ist für mich eine zutiefst traurige Lachnummer. Da waren die deutschen Nazi-Rednecks aus „Frontiers“ ja noch geradezu glaubhaft und plausibel. Also, wenn du dieses Gebilde als Story bezeichnest, dann liegen wir in dieser Einschätzung tatsächlich nicht konform.

Was Fulci anbetrifft, hat er in seiner Zeit sicher auch Grenzen überschritten und mit der Kamera dort draufgehalten, wo es wirklich weh tut. Siehe nur die Augenszene aus „Woodoo…“. Eine Beispielkette, die sich beliebig fortsetzen ließe. Aber Fulcis großes Plus war es, seine Filme meist auch mit klassischen Horrorszenarien lovecraftscher Prägung zu verbinden. Somit ist Fulci nur sehr bedingt in diese Kette einzubringen. Einzige Ausnahme ist wohl seine Resteverwertung in „Nightmare Concert“. Was Fulci anbetrifft, bin ich allerdings nicht ganz objektiv. Ich hatte noch die Ehre, Signore Fulci persönlich kennengelernt zu haben und habe dort innerhalb eines sehr guten Gesprächs einen Mann kennengelernt zu haben, der durchaus Distanz zu seinen Filmen hatte und konträre Sichtweise zuließ. Ein sehr intelligenter Mann, der viel von Eigenironie hielt. Habe bis heute den größten Respekt vor Fulci und dessen Lebenswerk.
 

kelte

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AW: Martyrs

Somit also keinerlei Konfliktpotential zwischen uns beiden, für konträre Diskussionen, da jeder die Einstellung des anderen nachvollziehen kann. Was im übrigen für mich auch bei deiner Kritik gilt, obwohl wir beide höchst unterschiedlich bewerten
Gibts bei mir eh nicht, da ich niemanden seine Meinung umdrehen will. Selbst wenn ich über Geschmak mit jemand anderem plaudere, bestehe ich lediglich darauf das meine Meinung respektiert wird, so wie ich eine andere Meinung auch respektiere. Das man unterschiedlich diskutiert, bei auseinandergehenden Sichtweisen, ist ja die Natur der Sache. Solange man dabei nicht diesesn albernen :lol: benutzt, stehen die Chancen gut das ich mein gegenüber selber nicht verarsche. :D
Da bin ich wohl mißverstanden worden. Ich hasse den Film nicht. Er hat mich nur hochgradig verstört und in seiner Konsequenz angewidert. Aber einen Film zu hassen, dazu gehört schon mehr. Da hasse ich schon eher "300" und all das, wofür er steht. Aber das ist eine andere Baustelle
Liegt an meiner Ausdrucksweise mit dem mißverstehen,- denn es lag nicht in der Absicht dir das anzukreiden, zumal du wirklich objektiv den Film besprochen hast. Selbst wenn du es nicht objektiv getan hättest, wäre es immer noch dein persönlicher Geschmak und ich bin ein grosser Fan vom Recht der freien Meinungsäusserung :) Solange man natürlich nicht ohne Grund anfängt zu beleidigen.
Aber ich hatte auch 300 im Kopf und der Film hat niemals eine Chance bei mir,- oder Frank Miller überhaupt, wenn er so weiter macht...aber ebenso verstehe ich das andere den Film wertfrei und als idealen Feierabendnonsens goutieren.
Aha, haben wir da doch den Ansatz einer konträren Sichtweise. Denn genau diese Story ist es, was mich an "Martyrs" so unendlich stört. Ab hier können wir ja jetzt nach Herzenslust spoilern, ohne auf andere Rücksicht nehmen zu müssen. Also sollte ab hier nur jemand mitlesen, der den Film bereits kennt oder keine Angst vor Spoilern hat, da der Spoiler-Button hier nicht zum Einsatz kommt.
jepp my dear :) das dünne Eis ist überwandert und niemand kann nun schimpfen wenn wir, und hoffentlich bald noch andere, loslegen.
Wo ist denn da eine Story? Da wird ein kompletter Film lang auf unerträgliche Weise gefoltert und das Ganze abschließend als eine billige Nahtoderfahrung verkauft, die Einblicke in das Leben nach dem Tod gewährt. Plakativer und billiger ist imho nicht möglich, dem vorher gezeigten ein pseudo-moralisches Deckmäntelchen überzustülpen. Die komplette dahinter steckende Organisation ist für mich eine zutiefst traurige Lachnummer. Da waren die deutschen Nazi-Rednecks aus „Frontiers“ ja noch geradezu glaubhaft und plausibel. Also, wenn du dieses Gebilde als Story bezeichnest, dann liegen wir in dieser Einschätzung tatsächlich nicht konform.
Diese Organisation nehme ich für ernster als die Rednecks aus Frontiers. Es gibt genug esotherische Spinner mit nem haufen Kohle, die gewiss so eine Sache ankurbeln könnten, für die Suche nach der Frage aller Fragen. Was passiert nach dem Tod?
Anhand der gezeigten Aufnahmen, der Bilder von Verstorbenen nach einem Martyrium beschränkt sich die Frage,- wohin schauten alle? Und es ist nicht unbedingt erfunden, das sterbende eine Art von Tunnelblick entwickeln.
Aber eine Chainsaw Familie aufm Land lieber Travis , das ist doch genau so Unlogisch. Schau dir nur die Autos an, die machten die Sache schon länger und das ohne einer Notiz von nahm? Die Suche der Verwanden nach den Personen samt Staatshilfe? Aber es ist ja alles ne Story in einem Horrorfilm und somit kann ich damit leben.
Was Fulci anbetrifft, hat er in seiner Zeit sicher auch Grenzen überschritten und mit der Kamera dort draufgehalten, wo es wirklich weh tut. Siehe nur die Augenszene aus „Woodoo…“. Eine Beispielkette, die sich beliebig fortsetzen ließe. Aber Fulcis großes Plus war es, seine Filme meist auch mit klassischen Horrorszenarien lovecraftscher Prägung zu verbinden.
Zuerst,- Fulci ist für mich der Grösste! Ich liebe ihn und sein Setdesign samt Maskenbilder de Rossi! Aber mir hing vor geistigen Auge der New York Ripper oder eben andere Filme jener Dekade, wo es nur ums killen ging auf grausame Weise. Die ich wegen der fiktiven Art allerdings mag.
Martyrs ist ein moderner, brutaler Terrorfilm der alles andere als ohne Hirn drauflosfoltert.
Da wäre eher Saw 4 zu nennen. Niemand der in Rache lebt, baut so Maschinen wie die Gelenkverdrehmaschine. Das ist unlogisch und dient nur zur Schaustellung kranker, perverser Tötungsphantasien für den voyeristischen Zuschauer (wie ich einer bin). Martyrs geht direkt und ehrlich vor. Sie rotzt direkt die Familie weg und muss spüren, das sie ihren Dämon nicht killen konnte. Der bleibt weiterhin vorhanden und wären beide direkt abgehauen, wäre der Film auch zu Ende gegangen und plausibel.
Was dann passiert ist auch plausibel und leider Storytechnisch typisch für Horrorfilme. Man bleibt noch was im Haus und schon steht die Organisation vor der Tür, die ja immer in Kontakt steht und aufmals nichts mehr hört. Daraus erfolgt weiterhin eine Kette brutaler Szenen,- die aber der Story dienen.
 
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kelte

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Wo ist denn da eine Story? Da wird ein kompletter Film lang auf unerträgliche Weise gefoltert und das Ganze abschließend als eine billige Nahtoderfahrung verkauft, die Einblicke in das Leben nach dem Tod gewährt. Plakativer und billiger ist imho nicht möglich, dem vorher gezeigten ein pseudo-moralisches Deckmäntelchen überzustülpen.
war mein Text zu lange? Dann ne kürzere Anmerkung,->
Plakativ wäre gewesen wenn man bei der Häutungsszene draufgehalten hätte oder die Schlussszene mit der Chefin der Organisation. Würde es dem Aspekt, pure geile Gewalt nur zeigen zu wollen, dienen,- dann hätte die Kamera dort gewiss draufgehalten.
 
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