Madhouse - Party des Schreckens
Julia hatte keine ganz einfache Kindheit. Ihre Zwillingsschwester hat sie immer wieder tyrannisiert und gerade Geburtstage waren eher ein Martyrium. Nicht verwunderlich, dass man sich im Erwachsenenalter vollständig voneinander entfernt hat. 7 Jahre ist der letzte Kontakt her, als der Onkel anruft und ihr mitteilt, dass ihre Schwester mit einer schweren Erkrankung in der Klinik liegt und ein Besuch helfen könnte. Widerstrebend folgt sie der Einladung und der alte Hass seitens der Schwester ist von der ersten Sekunde an wieder da. Aber nicht nur das, denn kurze Zeit später flieht sie aus der Klinik und bald ist wieder Geburtstag. Nicht nur ihr eigenes Leben ist nun in Gefahr, sondern auch ihr Umfeld.
Oftmals wird "Party des Schreckens" als Slasher verortet, während ich ihn deutlich näher im Giallo sehe. Direkt zu Beginn wird nämlich diese Assoziation hergestellt und damit meine ich nicht allein den in den Credits auftauchenden Komponist Riz Ortolani. Die ersten Bilder aus der Kindheit könnten nämlich auch von Sergio Martino oder Lucio Fulci stammen, weshalb ich direkt darauf eingestimmt wurde. Aber auch im weiteren Verlauf erkennt man durch die Kameraarbeit von Roberto D`Ettore Piazzoli durch und durch italienisches Flair. Die Perspektiven in Verbindung mit der Musik sind für mich sogar ganz deutlich und wenn man bedenkt, dass Regisseur Ovidio G. Assonitis in den 70ern "The Child" von Aldo Lado produziert hat, weiß man ebenfalls dass er sich nicht zum ersten Mal mit diesem Terrain befasst. Das heißt, dass Freunde des italienischen Genre-Kinos hier durchaus reinschauen sollten, auch wenn er inhaltlich ein paar andere Wege geht. Aber keine Sorge, Handschuhe und Messer gibt es auch hier. Trotzdem ist er eher wie ein Psycho-Thriller angelegt, der in den USA spielt und dort auch gedreht wurde. Vielleicht wird er deshalb eher als Slasher angesehen, obwohl er tatsächlich nur wenige Mechanismen gemein hat. Die Atmosphäre des Films ist hervorragend gelungen, obwohl man ihn bestimmt auch um 10 Minuten hätte straffen können, da der Zustand der Bedrohung irgendwann ausgereizt erscheint. Dennoch bleibt der Film spannend und schafft es durch einige interessante Einlagen immer wieder für Furore zu sorgen, was letztendlich in einem fantastischen Finale auf der Geburtstagsparty mündet, welche, während dem Film immer wieder durch eine Art Countdown angekündigt wird. Freunde des "Whodunit" kommen hier allerdings weniger auf ihre Kosten, da relativ schnell klar ist, was hier läuft. Zumindest partiell. Die Darsteller sind fast alle absolut in Ordnung und mit Hauptdarstellerin Trish Everly kann man sogar problemlos mitfiebern. Allerdings sollte man die Motivation der ganzen Geschichte nicht hinterfragen, sonst könnte man sich den Spaß am Film versauen. Ein Faible für Figuren der etwas anderen Art sollte man ebenfalls mitbringen, da hier nicht wirklich alle einen handelsüblichen Geisteszusatnd besitzen. Der Film von 1981 ist somit den Genre-Freunden durchaus zu empfehlen, allerdings könnte auch der Horror Zuschauer, der die Filme Ende der 70er/Anfang der 80er schätzt, sehr viel Freude damit haben. Giallo-Fans die ihn bislang ignoriert haben, sollte aber in jedem Fall mal einen Blick riskieren. Auch wenn er ein wenig davon abweicht, könnte es sich lohnen.