Mädchen in Uniform (1958)
Die Halbwaise Manuela hat es nicht gerade einfach. Ihre Mutter verstarb früh und der Vater kümmert sich nicht wirklich um sie. Ihre Tante schiebt sie auch noch in ein Internat ab, welches streng nach Zucht und Ordnung geführt wird. Selbst Hunger ist dort keine Not, sondern eine Tugend, aus der man Disziplin ableiten möchte. Völlig verloren klammert sich in dem frostigen Umfeld an jegliche Wärme, die sie findet. Sie hat zwar relativ schnell Anschluss bei den Schülerinnen, allerdings fehlt ihr dennoch eine herzliche Zuneigung. Die findet sie partiell bei Fräulein von Bernburg, der einzigen Lehrerin, die versucht ein Vertrauensverhältnis mit den Schülerinnen aufzubauen und dadurch auch ein Dorn in den Augen der eisigen Oberin ist. Manuela verliebt sich in die Lehrerin, von der sie auch wiederkehrend umsorgt wird. Bei einer Schulaufführung, bei der verbotenerweise im Nachgang Alkohol konsumiert wird, kommt es zu einem Eklat, der sämtliche Welten in der Schule erschüttert.
Wie man an der Einleitung bereits erkennen kann, ist die Verfilmung von 1958 fast ein 1:1 Remake. Dennoch variiert es den Stoff in einigen Nuancen, die man wahrscheinlich nur erkennt, wenn man die Filme kurz hintereinander gesehen hat. Allerdings wurde der Film in Farbe gedreht und bietet mit Romy Schneider und Lilli Palmer 2 Topstars der damaligen Zeit. In einer Nebenrolle ist zusätzlich Christine Kaufmann zu sehen. Der unverwüstliche Produzent Artur Brauner wollte den Film unbedingt neu verfilmen, da ihn das Original als Jugendlicher tief beeindruckt hatte. Vielleicht sind auch deshalb nur ein paar wenige Nuancen anders als in der Verfilmung von 1931. Welche Fassung man besser findet, hängt wahrscheinlich von persönlichen Dingen ab, denn aus meiner Sicht haben trotz Inhaltsgleichheit, beide Versionen verschiedene Vorzüge. Wenn man Romy Schneider Fan ist, wird man eventuell eher dahin tendieren, aber für mich liegen in den Darstellungen aller Beteiligten Vor- und Nachteile. Tatsächlich finde ich einige Rollen im Original besser besetzt, aber eben auch umgekehrt. Allerdings liegen für mich Lilli Palmer und Dorothea Wieck als Fräulein von Bernburg gleichauf, da ich beide fantastisch fand.
Mir persönlich gefiel die schwarz-weiße Optik des Originals etwas besser, da der Film dadurch etwas kälter und unnahbarer wirkte. Der Grundton war insgesamt etwas finsterer angelegt. Trotzdem sind auch in der 58er Variante die Kulissen klasse und es ist wirklich schwierig für mich, mich auf eine bessere Version festzulegen. Allerdings ist ein Original eben auch ein Original und somit der Ursprung. Erstkonsumenten sollten sich daher für die Version entscheiden, mit der man filmisch vertrauter ist. Mit der Optik der 30er Jahre oder mit der Optik der späten 50er. Da ich mit Beidem vertraut bin, lege ich mich halt nicht fest.