Frankenfish

Dieses Thema im Forum "Kurzkritiken und Diskussion" wurde erstellt von LivingDead, 6. Dezember 2008.

  1. LivingDead

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    #02 06.12.08 LivingDead
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Dezember 2008
  2. LivingDead

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    AW: Frankenfish

    Frankenfish

    Man nehme eine handvoll gut aussehender junger Menschen, stecke sie in ein Boot und lasse sie in den tiefsten Urwald schiffen, um dort einem nach dem anderen einem bösen, mutiertem Monster zum Opfer fallen zu lassen. Schon haben wir die genreübliche Ausgangssituation, welcher sich so ziemlich jeder Horrorfilm dieser Sparte bedient. Exemplarisch seien hier nur einmal „Anaconda“ (1997), der schwache Nachfolger „Anacondas – Jagd nach der Blut - Orchidee“ (2004) und „Lake Placid“ (1999) genannt, die sich allesamt dieser Matrize bedienten und dennoch ungemein unterhaltsam waren. Dass sich dieses Thema mit der Zeit nicht abnutzt, hat weniger mit der oftmals hanebüchenen Story und dem ständig gleichen Ablauf derselbigen zu tun, als vielmehr damit, den Trieb des Zuschauers, die Protagonisten einem grausamen Tod durch ein spektakuläres Monster sterben zu lassen, zu befriedigen. Denn anders als in üblichen Slasher-Movies fallen die Charaktere hier keinem maskiertem Menschen zum Opfer, sondern einem unberechenbaren Tier, welches ohne Rücksicht und Gnade tötet; ohnehin kein Mitleid empfindet, und dadurch seinen ganz eigenen Reiz besitzt.

    Auch Regisseur Mark A.Z. Dippé („Spawn“) erfindet das Rad in seinem bis dato dritten Film nicht neu; nein – er hält sich sogar streng genau an jenes gegebene Muster, welchem sich schon die unzähligen anderen Tierhorrorfilme bedienten. Dippé schickt seine Protagonisten in ein Sumpfgebiet in Louisiana, in dem ein mysteriöser Killerfisch Angst und Schrecken unter den Bewohnern verbreitet. So weit – so einfallslos. Auch der unglaublich dämliche Name „Frankenfish“ (FRANKENfish – Bitte?!) lässt nichts Gutes verheißen.
    Warum der Film aber dennoch sehenswert ist liegt schlicht und ergreifend an der souveränen Inszenierung Dippés. Selbst das Drehbuch – so stereotyp es auch ist - lässt nicht mal annähernd so viele Peinlichkeiten zu, wie man vermuten könnte. Auch die Darsteller geben eine solide Leistung ab; obwohl die Charaktere einmal mehr stereotyp gezeichnet wurden: Es gibt wieder einmal den überheblich, nervigen Idioten; den mysteriösen schweigsamen Jäger, der dem Monster den Krieg erklärt; eine noch mysteriösere Wahrsagerin, die die Dorfbewohner bisher vor dem Bösen schützen konnte; und natürlich die obligatorischen verächtlichen Hintermänner, die in Verbindung mit dem Monster zu stehen scheinen… Dennoch, oder gerade deswegen macht der Film unheimlichen Spaß.
    Doch das alles nützt nichts wenn das „Monster“ nie zu sehen ist, oder schlecht animiert wurde. Doch auch hier erlaubt sich „Frankenfish“ keinen Fauxpas und serviert dem Zuschauer mit dem gefräßigen Riesenfisch eine grandiose Schlachtplatte, die zudem auch mit – im Rahmen des Budgets – äußerst gelungenen Effekten punkten kann. Zwar kann man die Herkunft des Fisches aus dem Rechner mehr als erahnen, doch im Endeffekt effekttechnisch nur im geringen Maße schlechter als z.B. „Anaconda“ oder eben „Lake Placid“.

    Auch das „Ableben“ der Darsteller ist überraschend blutig inszeniert worden. Wurde in dem harmlosen „Anacondas“ nur angedeutet, was mit den Darstellern passiert, so hält Dippé gnadenlos drauf: Da werden Köpfe und Gliedmaßen abgetrennt und das Blut spritzt wie nichts Gutes. Zudem muss auch nicht lange gewartet werden, bis der erste gefräßige Fisch auftaucht. Brauchte ein „Anacondas“ eine knappe dreiviertel Stunde um warm zu laufen, so ist man in „Frankenfish“ schon nach rund 25 Minuten mitten in der Action. Und wenn der Fisch erst einmal angreift, dann lässt er so schnell auch nicht locker… Schon erstaunlich, was Dippé hier mit einem solch geringen Budget abliefert.

    Letzten Endes bleibt ein mehr als unterhaltsamer Tier-Horrorfilm, welcher durch seine tolle Umsetzung ein immenses Spaßpotenzial birgt. Man sollte sich nicht vom Titel abschrecken lassen; Wer „Anaconda“ mochte, der wird auch hier garantiert Spaß haben.
    Dennoch bleibt es ein Rätsel, warum eine Gurke wie „Anacondas – Jagd nach der Blut-Orchidee“ den Weg ins Kino schafft und ein Film wie „Frankenfish“ sein Dasein in Videotheken fristen muss.

    6/10
     
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