Vermutlich ja...bis gestern!
Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Endlich jemand

Wie geil ist das denn?
Angefixt durch deine aktuellen KK's der letzten Wochen wollte ich dann doch erstmal mit dem ersten Trümmerfilm beginnen, der momentan auf Prime läuft. Der erste deutsche Nachkriegsfilm und dann so ein Brett! Ich bin verblüfft und begeistert gleichermaßen! Vorweg finde ich schon mal herausragend, das hier nicht beim Begriff zwischen Ost und West unterschieden wird. Klar, zur Entstehungszeit gab es eh noch keine zwei deutsche Nationen aber das man das auch heute noch liest, finde ich prima. Mir geht nämlich dieses Ossi und Wessi nach fast 37 Jahren der Wiedervereinigung so dermaßen auf den Keks aber das nur am Rande.
Kann ich komplett bestätigen. Das nervt wahnsinnig. Menschen

Aber der Film ist für mich einfach gigantisch.
Das kann ich komplett so unterstreichen und zwar doppelt und dreifach. Da waren Aufnahmen und Perspektiven bei, die mich total geflasht haben.
Das kann man heute auch nicht mit CGI nachstellen. Das sieht alles so unglaublich aus.
Zum Beispiel die Szene, als Mertens kurz davor ist, Brückner zu erschießen ist durch den genialen Schattenwurf einfach nur phänomenal. Ich wurde ein ums andere Mal u.a. an Die Nacht des Jägers oder Die Killer erinnert.
Ich fand es einfach toll, dass man einfach mit dem Expressionismus weitergemacht hat. Eben an die Zeit angeknüpft, die filmisch im Land vor dem Krieg zugegen war. Nur diesmal in echten Kulissen.
Und die Kulisse des zerstörten Berlins erzeugt eine Wucht, die ich bei Billy Wilders Eine auswärtige Affäre nicht so intensiv gespürt habe. Leider liegt dessen Sichtung schon wieder viel zu lange zurück um da mehr ins Detail zu gehen aber eine weitere wird bald folgen.
Den hatte ich vor kurzer Zeit wieder gesehen, fand aber die Bilder trotzdem stark. Da muss man aber natürlich auch sagen, dass zu Drehzeit schon etwas aufgeräumt wurde. 1946 war halt alles noch komplett zerstört. Durch "Die Mörder sind unter uns" ist bei mir ja auch der Trümmerfilm in den Fokus gerückt. Durch den und "Alraune" eben noch Hildegard Knef, die ich in beiden Filmen und natürlich auch in "Die Sünderin" einfach sensationell fand.
Das man in diesen Zeiten überhaupt die Kraft und Muse hatte, einen Film in dieser Trümmerlandschaft zu drehen, finde ich extrem bemerkenswert. Danke an alle damals Beteiligten für dieses sehr wertvolle Zeitdokument, das zumal auch noch künstlerisch als auch gesellschaftlich mehr als relevant ist bis in unsere Zeit.
Kann ich komplett unterschreiben. Das sind wirklich Dokumente, bei denen ich wahnsinnig froh bin, dass sie existieren. Dann aber eben auch dieses unglaubliche Thema des Films, welches ich unvorstellbar schwierig finde. Man muss sich das mal vorstellen, dass man aus einem Lager kommt und dort wieder wohnen möchte und um dich rum sind mit Sicherheit Leute, die gut fanden, dass du im Lager warst, aber du weißt nicht wer..... Dann siehst du eventuell den Aufstieg eines Verbrechers, der aber nicht als solcher deklariert wurde, sondern fröhlich weitermacht. Das hat der Film wahnsinnig gut eingefangen. Eben auch die Gegensätze. Auf der einen Seite Menschen, die einfach sofort die Vergangenheit liegen lassen und nicht daran erinnert werden möchten, da sonst kein Neuanfang möglich ist, was auch die Filme über Fritz Bauer sehr gut verdeutlicht haben, aber auf der anderen Seite die Menschen, die daran zerbrochen sind und ohne Aufarbeitung nicht mehr leben können Der Film ist für mich ein absolutes Meisterwerk!
Interessant finde ich übrigens, das das ursprüngliche Ende wesentlich direkter war und die Sowjets damals intervenierten aus Angst dagegen, das diese Selbstjustiz Schule machen würde.
Auch das ist ein wichtiger Punkt. Diese Filme mussten mit viel Feingefühl für die aktuelle Zeit inszeniert werden und auch ein Wegweiser sein. Das sind alles Gründe, warum ich mich mit dem Trümmerfilm und dem deutschen Nachkriegsfilm etwas intensiver beschäftigt habe und sie dadurch natürlich im Kontext der Zeit untersucht habe. Da musste man oftmals mit unterschiedlicher Perspektive beurteilen.
Wie Dr. Mertens nach dem erfolgreichen Luftröhrenschnitt bin auch ich jetzt glücklich! Glücklich, diesen Film gesehen zu haben. Die Blu-ray habe ich im Übrigen gestern noch bestellt...
Und ich weil ihn sich jemand angesehen hat. Die Rezi ist 14 Jahre alt und inzwischen mit Sicherheit verbesserungswürdig, aber ich freue mich tierisch dass jemand dem Film eine Chance gegeben hat, die er einfach verdient hat. Auch wenn eben viele Jahre ins Land gegangen sind. Auch interessant, dass bei diesen Filmen die Eindrücke einfach im Kopf bleiben, während bei Filmen die neuer sind, das meiste schon nach wenigen Tagen und Monaten wieder vergessen ist.
Würde zu gerne wissen, wie deine Eindrücke waren, denn gesehen hast du ihn mittlerweile bestimmt.
