Die Frauen von Stepford

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Die Frauen von Stepford

Joanna und Walter Eberhard haben von New York die Schnauze voll. Zumindest Walter hat komplett mit der Großstadt abgeschlossen und sehnt sich nach Ruhe. Die findet er in dem kleinen Ort Stepford. Hier sieht alles nach der perfekten Idylle aus. Hier gibt es einen Männerclub, zu dem er schnell Anschluss findet und die Frauen im Ort sind alle extrem häuslich, freundlich und immer um die besten Rezepte bemüht, sowie auch um das Wohlergehen des jeweiligen Gatten. Joanna hingegen kommt gar nicht zurecht. Mit den Frauen vor Ort kann sie gar nichts anfangen, da sie außer Kochen, Backen und Putzen keinerlei Interesse an anderen Dingen haben. Sie freut sich aber wahnsinnig mit Bobby eine Freundin gefunden zu haben, die ebenfalls neu in der Stadt ist und mit ihr auf der gleichen Wellenlänge liegt. Eine weitere Verbündete finden sie in Charmaine, die allerdings kurze Zeit später ihren heiß geliebten Tennisplatz abreißen lässt, damit ihr Mann endlich sein Schwimmbad bekommt. Die beiden Freundinnen beginnen zu recherchieren, denn eins ist inzwischen sonnenklar: Mit den Frauen von Stepford stimmt etwas nicht und sie haben panische Angst davor genauso zu enden.

Ira Levin schrieb die Romanvorlage im Jahr 1972. Der Autor verfasste unter Anderem auch die Bücher zu Rosemarie`s Baby und „Boys from Brazil“, weshalb man direkt weiß, dass dies nicht gerade gewöhnliche Routine Unterhaltung werden wird. Regisseur Bryan Forbes verpackte die Geschichte auch in sehr ruhigen, idyllischen Bildern, die aber auch satirische Züge aufweisen. Natürlich wird hier das Idealbild der Frau aus grauer Vorzeit auch auf die Spitze getrieben und gestaltet sich, wie in einem Werbekatalog der 50er. Die perfekte Hausfrau! Still, unterwürfig und nur damit beschäftigt dem Ehemann das Allerbeste zukommen zu lassen. Stepford scheint also Männern, die mit der Emanzipation nicht klarkamen, eine Oase zu bieten. Der Fokus liegt im Film aber eben auf 2 Frauen mit viel Persönlichkeit, denen das Verhalten äußerst seltsam vorkommt. Im Verlauf der Spieldauer, hätte ich mir allerdings von der subtilen Bedrohung noch ein paar Variationen gewünscht, da er die Ruhe etwas zu lang auskostet. Dennoch mag ich die Atmosphäre des Films und auch die beiden Hauptdarstellerinnen, die wirklich sympathisch sind und denen man echt die Daumen drückt. Ab einer bestimmten Phase des Films gibt er dann nämlich auch seine stoische Ruhe auf zieht mächtig die Spannungsschraube an. Der Film besitzt heute noch einen absoluten Kultfaktor und der Begriff „Stepford-Wives“ ist im englischsprachigen Raum auch ein bekanntes Synonym geworden, um eine Über-Hausfrau zu klassifizieren. Aber auch hierzulande, ist der Film unter Filmfreunden natürlich absolut bekannt und geschätzt und gilt als Klassiker.
 

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Das Original habe ich leider bis heute noch nicht gesehen, aber die Geschichte kenne ich aus der Neuverfilmung mit Nicole Kidman. Zudem haben sich ja einige Filme der letzten Jahre auf unterschiedliche Weise dem Thema genähert und wurde deutlich von „Die Frauen von Stepford" inspiriert. Insbesondere Jordan Peeles „Get Out" oder auch Olivia Wildes „Don't Worry Darling". Beide Filme wären ohne die zugrundeliegende Geschichte von „Die Frauen von Stepford" undenkbar. Daher ist es für mich nicht erklärbar, wieso der Film bis heute nicht auf Blu-ray in Deutschland veröffentlicht worden ist. Auch die sehr alte DVD ist nicht mehr zu bekommen. Echt schade, denn sobald es eine neue Veröffentlichung des Films gibt, würde ich mir diese direkt zulegen, um endlich einmal das Original sichten zu können.
 

deadlyfriend

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Terror in New York

Die Reporterin Kaye fährt nach Stepford und freut sich auf einen vergleichbar fröhlichen Job. Sie möchte nämlich untersuchen, weshalb in diesem Ort alle so glücklich sind, denn Stepford besitzt die niedrigste Scheidungsrate in den USA und gleichzeitig die niedrigste Kriminalitätsrate. Doch ihre Vermutung, mit offenen Armen von fröhlichen Einwohnern empfangen zu werden, zerschlägt sich relativ schnell. Deshalb wird sie langsam argwöhnisch und versucht hinter die Kulissen zu schauen.

Regisseur Robert Fuest, der bereites mit den beiden Teilen zu Dr. Phibes glänzen konnte und zudem auch den hervorragenden "Tödliche Ferien" inszeniert hatte, drehte den zweiten Teil um die Frauen von Stepford im Jahr 1980 für das Fernsehen. Durch die Reporterin gibt es auch direkt einen interessanten Ansatz, anstatt die gleiche Geschichte nochmals zu erzählen. Durch den vorhandenen Wissensvorsprung des Zuschauers sind ihre Ermittlungen und Interviews dann auch spannend gestaltet und dadurch das Fuest die Atmosphäre der Stadt ans Original angelehnt hat, ist man auch ganz schnell wieder mitten im Geschehen. Dennoch gibt es Änderungen, was hauptsächlich die "Umpolung" betrifft. Durch den Vermerk "10 Jahre" später zu Beginn des Films, was sich wahrscheinlich auf den Roman bezieht, wird implementiert, dass man inzwischen wissenschaftliche Fortschritte gemacht hat. Trotzdem funktionieren manche Einfälle im Kontext weniger gut, wie beispielsweise die Sirene, die im Kontext viel zu auffällig ist. Für das denkwürdige Finale aber wiederum notwendig.

Der Film ist kein "Must have", allerdings für Fans von Stepford trotzdem interessant, auch wenn er nicht das Niveau des Erstlings erreicht. Die Darsteller machen ihre Sache in jedem Fall ordentlich, aber die superbe Darstellung von Katharine Ross und Paula Prentiss im Original, wird nicht erreicht. Dafür haben wir einen frühen Auftritt von Don Johnson in einer Nebenrolle. Höchstwahrscheinlich hat der Film auch nur dadurch den Weg nach Deutschland gefunden. Seinen Bekanntheitsgrad hat man sich nämlich zu Nutze gemacht und ihn groß auf das Cover genommen. Dieses Cover gehört dann auch zu den Dümmeren des hiesigen Marktes. Lächelnd mit Wumme in der Hand und einer Frau in Strapse, hat es einfach nur gar nichts mit dem Film zu tun. Darüber hinaus noch der unpassende und wirklich dämliche Titel "Terror in New York". Der Film spielt durchgehend in Stepford und lediglich die Reporterin stammt aus New York, was dann auch der einzige Bezug dazu ist. Im Original lautet der Film nämlich "Revenge of the Stepford Wives".

Für Don Johnson Fans ist der Film also eher ungeeignet, wer aber noch ein wenig in dem beschaulichen Örtchen mit den seltsamen Frauen verweilen möchte, kann sich den Film gerne ansehen.
 
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