Terror in New York
Die Reporterin Kaye fährt nach Stepford und freut sich auf einen vergleichbar fröhlichen Job. Sie möchte nämlich untersuchen, weshalb in diesem Ort alle so glücklich sind, denn Stepford besitzt die niedrigste Scheidungsrate in den USA und gleichzeitig die niedrigste Kriminalitätsrate. Doch ihre Vermutung, mit offenen Armen von fröhlichen Einwohnern empfangen zu werden, zerschlägt sich relativ schnell. Deshalb wird sie langsam argwöhnisch und versucht hinter die Kulissen zu schauen.
Regisseur Robert Fuest, der bereites mit den beiden Teilen zu Dr. Phibes glänzen konnte und zudem auch den hervorragenden "Tödliche Ferien" inszeniert hatte, drehte den zweiten Teil um die Frauen von Stepford im Jahr 1980 für das Fernsehen. Durch die Reporterin gibt es auch direkt einen interessanten Ansatz, anstatt die gleiche Geschichte nochmals zu erzählen. Durch den vorhandenen Wissensvorsprung des Zuschauers sind ihre Ermittlungen und Interviews dann auch spannend gestaltet und dadurch das Fuest die Atmosphäre der Stadt ans Original angelehnt hat, ist man auch ganz schnell wieder mitten im Geschehen. Dennoch gibt es Änderungen, was hauptsächlich die "Umpolung" betrifft. Durch den Vermerk "10 Jahre" später zu Beginn des Films, was sich wahrscheinlich auf den Roman bezieht, wird implementiert, dass man inzwischen wissenschaftliche Fortschritte gemacht hat. Trotzdem funktionieren manche Einfälle im Kontext weniger gut, wie beispielsweise die Sirene, die im Kontext viel zu auffällig ist. Für das denkwürdige Finale aber wiederum notwendig.
Der Film ist kein "Must have", allerdings für Fans von Stepford trotzdem interessant, auch wenn er nicht das Niveau des Erstlings erreicht. Die Darsteller machen ihre Sache in jedem Fall ordentlich, aber die superbe Darstellung von Katharine Ross und Paula Prentiss im Original, wird nicht erreicht. Dafür haben wir einen frühen Auftritt von Don Johnson in einer Nebenrolle. Höchstwahrscheinlich hat der Film auch nur dadurch den Weg nach Deutschland gefunden. Seinen Bekanntheitsgrad hat man sich nämlich zu Nutze gemacht und ihn groß auf das Cover genommen. Dieses Cover gehört dann auch zu den Dümmeren des hiesigen Marktes. Lächelnd mit Wumme in der Hand und einer Frau in Strapse, hat es einfach nur gar nichts mit dem Film zu tun. Darüber hinaus noch der unpassende und wirklich dämliche Titel "Terror in New York". Der Film spielt durchgehend in Stepford und lediglich die Reporterin stammt aus New York, was dann auch der einzige Bezug dazu ist. Im Original lautet der Film nämlich "Revenge of the Stepford Wives".
Für Don Johnson Fans ist der Film also eher ungeeignet, wer aber noch ein wenig in dem beschaulichen Örtchen mit den seltsamen Frauen verweilen möchte, kann sich den Film gerne ansehen.