Die Fliege
Was das Männermagazin Playboy dann doch für interessante Wege bereiten kann. Dort im Heft wurde nämlich 1957 eine kleine Kurzgeschichte von George Langelaan veröffentlicht, die 5 Filme zur Folge hatte und eventuell dadurch auch einen gewissen Gene Roddenberry beeinflusst hat, was aber wohl nicht belegt ist. Möglich wäre es allerdings, dass auch das Raumschiff Enterprise sich die Erfindung von André Delambre zu Nutze gemacht hat, auch wenn der Grundgedanke bereits im späten 19. Jahrhundert existierte.
Regisseur Kurt Neumann verfilmte diese Kurzgeschichte allerdings bereits 1 Jahr nach Erscheinen im Heft und blieb auch sehr nah an der literarischen Vorlage. Deshalb beginnt der Film mit einem drastischen Mord. Helene Delambre bringt nämlich ihren Ehemann um. Mit einer Presse, die seinen Kopf und seinen Arm völlig vernichtet. Sie gesteht auch den Mord, allerdings rückt sie nicht mit dem Motiv dafür raus. Inspektor Charas und auch der Bruder des Ermordeten versuchen das Geheimnis zu ergründen. Aber auch, warum sie völlig hysterisch eine Fliege mit einem weißen Kopf jagt.
Auch wenn der Film damals zum Teil viele negative Kritiken erhielt, dürfte er bei vielen Zuschauern für schlaflose Nächte gesorgt haben. Gerade die letzten Szenen sind im Grunde echt hart und jemand mit einer Spinnenphobie wird durch den Film mit Sicherheit nicht geheilt werden. Gerade auch für das Erscheinungsjahr ist das alles schon heftiges Stöffchen, obwohl er im Grunde auch ganz viel eines Dramas besitzt, da er die prekäre Familiensituation in den Vordergrund stellt. Durch die wirkt aber alles nochmal schrecklicher.
Heute ist "Die Fliege" natürlich ein Stück weit Popkultur, was natürlich auch durch das Remake von David Cronenberg erreicht wurde, aber man muss sich vorstellen, dass man eben damals den Inhalt nicht kannte, als man ins Kino ging. Wenn man da ohne große Vorkenntnisse reingestolpert ist, wird der für eine ganze Menge Unwohlsein gesorgt haben.
Ansonsten ist natürlich das Erscheinungsjahr zu spüren und das meine ich durchweg positiv. Tolle Kulissen und Einrichtungen, die für das Labor gebaut wurden und natürlich das Mitwirken von Horror-Ikone Vincent Price, den man als Filmfan sowieso nur lieben kann. Für mich ein insgesamt tolles Beispiel, wie schön und kreativ diese Sci-fi-Horrorfilme in den 50ern waren.