Dich kriegen wir auch noch
"Die Teenies von Stepford"
Nach dem tragischen Tod seines Bruders zieht Steve mit seiner Familie zwangsweise von Chicago nach Cradle Bay. Eine miefige Kleinstadt auf einer Insel direkt vor der Küste. Kontakte zu knüpfen, erweist sich als nicht ganz einfach, denn die Schule ist in stark voneinander abgegrenzten Gruppen unterteilt. Besonders die "Blue Ribbons" hinterlassen durch ihr Musterverhalten ein befremdliches Bild, denn sie backen nicht nur Kekse und helfen Omis über die Straße, sondern neigen auch zu drastischen Gewaltausbrüchen. Das erkennt man auch bei einer Schlägerei mit einem der Rock und Autofreaks an der Schule. Doch nur einen Tag später, trägt genau dieser Freak die Jacke der Blue Ribbons und zerstört in einer öffentlichen Zeremonie sein heißgeliebtes Fahrzeug. Derweil freundet sich Steve ein wenig mit dem Außenseiter Gavin an, der ihn davor warnt, sich mit denen einzulassen, denn er hat merkwürdige Dinge beobachtet. Mord und auch seltsame Versammlungen......
1998 erschienen gleich zwei Hybriden aus den Bereichen Highschool im Verbund mit Body Snatchers. Im Setting merkt man recht deutlich, dass "The Faculty" und eben auch "Dich kriegen wir auch noch!" in der Phase kurz nach "Scream" entstanden ist. Da ich beide Genre mag, kann da eigentlich auch nicht viel schief gehen. Tatsächlich orientiert sich "Dich kriegen wir auch noch" aber eher an "Die Frauen von Stepford", als an die Invasion in "Die Dämonischen". Schließlich sollen hier aufmüpfige Teenager in Musterknaben und Mädchen umgewandelt werden. Regisseur David Nutter war zu dem Zeitpunkt eher im TV bekannt, allerdings durch Akte X und Millennium auch erfahren in Sachen Mystery und das hat er auch in diesem Film sehr gut hinbekommen. Leider ist seine eigentliche Fassung nirgends greifbar, denn der Film hätte viel länger gehen sollen und letztendlich sind von ca. 115 Minuten nur noch 80 Minuten verfügbar. Tatsächlich ist dies auch ein wenig das Manko im Film, denn er wirkt etwas gehetzt und lässt die Möglichkeiten einer tiefen Atmosphäre ein wenig ungenutzt. Allerdings bin ich froh, dass das alternative Ende nicht verwendet wurde, wobei ich mit dem Jetzigen auch nicht komplett zufrieden bin. Auch wenn sich das bislang nicht so anhört, ist der Film dennoch gelungen. Die Kombination "Teenie-Slasher in Stepford" ist spannend umgesetzt und liefert viele gute Momente. Die Musik von Mark Snow, der natürlich ebenfalls für Akte X und Millennium bekannt ist, passt ebenfalls hervorragend zu den Bildern, was bereits eindringlich im Vorspann zu hören ist. Mit Katie Holmes, James Marsden und Nick Stahl auch für die Entstehungszeit prominent besetzt, was sich absolut auszahlt, auch wenn riesige Herausforderungen ausbleiben. Wenn man diese Art von Film mag, ist es insgesamt ein wirklich sehenswerter Vertreter, allerdings sollte man den Plot nicht ernsthaft hinterfragen, da man dann auch sofort auf eine Menge Unmöglichkeiten stößt. Interessanterweise gab es im gleichen Jahr noch einen TV Film mit einem sehr ähnlichen Thema. Der trug in Deutschland dann auch treffend den Titel "Teufliche Engel - Sie kriegen euch auch noch". Allerdings habe ich den nicht gesehen.