Der schöne Körper der Deborah
Das frisch vermählte Ehepaar Deborah und Marcel treffen zufällig auf einen Bekannten des Gatten, der ihn wüst beschimpft und ihm die Schuld am Tod einer Frau gibt. Marcel ist komplett irritiert und möchte die Reise abbrechen, um sich seiner Vergangenheit zu stellen. Dies ist allerdings nicht so einfach, denn Deborah wird schon bald von Anrufen terrorisiert und zusätzlich ist in ihrer gemieteten Villa immer wieder Musik zu hören, deren Herkunft schwierig zu ermitteln ist.
Romolo Guerrieri hat im Jahr 1968 mit "Der schöne Körper der Deborah" eine Art Prototyp für diese Spielart des Giallo entworfen und hatte dabei einige Mitstreiter an Bord, die hier eine Menge für ihre eigenen Filme mitnahmen. Natürlich sind an dieser Stelle Namen wie Sergio und Luciano Martino zu nennen, wie auch Ernesto Gastaldi. Zudem fuhr man mit Caroll Baker, Jean Sorel, George Hilton, Ida Galli und Luigi Pistilli eine Garde auf, die in den Folgejahren den Giallo prägten. Allein durch diese Konstellation heraus, ist der Film für den Genre-Fan quasi unverzichtbar. Aber auch darüber hinaus, ist der Film absolut sehenswert. Der Aufbau erinnert an die Thriller der 50er und eben die 60er und kümmert sich zunächst um seine Charaktere. Eben ein wenig ähnlich wie es auch in amerikanischen und britischen Thrillern dieser Zeit üblich war. Durch die Locations und der Eleganz der Kamera, besitzt der Film auch dieses weltmännische Flair, aus der Welt der Reichen und Schönen und sieht insgesamt eher, wie eine große Produktion aus, was natürlich auch durch Carroll Baker, Jean Sorel und Drehorte wie Genf hervorgerufen wird. Der Plot ist mysteriös und spannend gestaltet und beinhaltet einige Wendungen, die bis ins Ziel ausgereizt werden. Ich persönlich finde ihn absolut großartig und kann tief in den Sog des Films eintauchen, der auch durch die Musik von Nora Orlandi unterstützt wird. Umberto Lenzi wird ihn mit Sicherheit gesehen haben, da seine folgenden Filme ganz stark mit Deborah verwandt sind und das liegt nicht allein daran, dass Caroll Baker gleich mehrfach die Hauptdarstellerin war. Auch diese Spielart des Giallo, die besonders in den Jahren Ende der 60er und Anfang der 70er populär war, schätze ich ungemein, weshalb ich diesen Startschuss uneingeschränkt empfehlen kann.