Das Grab der Lygeia

deadlyfriend

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Das Grab der Lygeia

Verden Fell hat gerade seine Frau Lygeia zu Grabe getragen, die aber selbst als letzte Worte mitteilte, dass der Tod nicht das Ende ist. Bei einem Reitausflug stürzt eine junge Frau namens Rowena genau an diesem Grab. Verden kümmert sich um sie, bleibt aber eher feindselig zu ihr. Dennoch kommen sie sich näher, was sogar in einer Heirat mündet. Allerdings verläuft nicht alles nach Plan. Rowena wird immer wieder von einer schwarzen Katze attackiert und Verden selbst verschwindet immer in der Nacht. Steht das Paar unter dem Einfluss von Lygeia oder sind hier andere Mächte am Wirken?


Vincent Price, Roger Corman und Edgar Allan Poe sind natürlich eine Art Dreamteam, wenn es um mysteriöse Gruselfilme zu Beginn der 60er Jahre geht. Der letzte Film im Zyklus ist der vorliegende "Das Grab der Lygea", der aber tatsächlich erst in den 80ern in die deutschen Kinos kam. Dort scheiterte er aber auf ganzer Linie, da sich die Sehgewohnheiten natürlich komplett verlagert hatten. Zudem war die Synchro einfach nicht gut, weshalb man als Neueinsteiger, lieber die Version mit der TV Synchro nutzen sollte, sofern man nicht direkt zum O-Ton greift.

Der Film ist im Kontext des Trios aber auch ansonsten außergewöhnlich, da er nicht nur im Studio gedreht wurde, sondern viele Außenaufnahmen liefert. Gerade die verwendete Ruine des Castle Acre Priory liefert dafür aber auch sensationelle Bilder, welche die Atmosphäre des Films markant unterstreichen. Im Innern sind wir dann wieder in den Shepperton Studios, in dem wir das geschätzte und vertraute Grusel-Ambiente genießen dürfen. Wie im Erstling des Trios, "The House of Usher", gibt es hier aber keinen Dauergrusel mit Budenzauber, sondern die Elemente eines Dramas stehen hier im Vordergrund. Die Melancholie und Verdrossenheit der Figuren steht hier an erster Stelle und auch die eigentlich quicklebendige Rowina, verfällt langsam diesem nicht sichtbaren Alptraum. Optisch bewegen wir uns natürlich weiterhin im Gothic-Horror, mit zunehmender Spieldauer aber auch innerhalb der Handlung. Dennoch hätte ein wenig mehr Tempo nicht geschadet, da er in der Mitte doch manchmal recht träge wirkt und sich die Szenerien ein wenig wiederholen. Insgesamt natürlich dennoch sehenswert, wenn man diese Art von Film mag. Das Mediabook von Plaion ist dazu selbstverständlich die allererste Wahl.
 
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