Crimes of the Future

deadlyfriend

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Crimes of the Future

Fast alle erwachsenen Frauen auf der Erde sind ausgestorben. Dr. Adrian Tripod untersucht dieses seltsame Phänomen und stellt einen Zusammenhang zu seinem ehemaligen Mentor, Antoine Rouge her, dessen Kosmetika dafür verantwortlich sein könnte.

Tatsächlich hört sich dies deutlich spannender an, als es letztlich ist, denn hier handelt es sich um einen frühen Experimentalfilm von David Cronenberg, der im Jahr 1970 veröffentlicht wurde. Nicht nur von der Jahreszahl besteht eine Nähe zu "Stereo", den er 1 Jahr zuvor drehte, denn man hat die gleiche Location verwendet und auch die Art des Films ist fast identisch. Es gibt keine Dialoge, auch wenn wir die Protagonisten sprechen sehen, hören wir sie nicht. Dafür aber eine Stimme aus dem Off, die das Gesehene begleitet, was aber von seltsamen Soundcollagen begleitet wird. Im Gegensatz zu "Stereo" ist "Crimes of the Future" in Farbe gedreht, weshalb ich den Erstling vorziehe, da mir das schwarz-weiß visuell einfach besser gefiel. Auch wenn sich die Handlung nach einer spannenden Geschichte anhört, ist sie eher bizarr umgesetzt und verzichtet auf gewohntes Sehverhalten. Es ist nun mal ein Amateurfilm, den Cronenberg ohne viel Budget 5 Jahre vor seinem ersten Spielfilm inszenierte. Dennoch sehr interessant, weil er zu diesem frühen Zeitpunkt Themen ansprach, die er später wiederkehrend verwendete. 52 Jahre später drehte er sogar einen Film, mit dem gleichen Namen, der seltsamerweise überall im Netz ohne einen direkten Zusammenhang gesehen wird, aber tatsächlich liegt hier zumindest die Grundidee von neu wachsenden Organen vergraben. Dennoch ist der Film nur für Cronenberg Komplettisten interessant, die sich tiefer mit dem Regisseur beschäftigen.
 
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