Blumen der Nacht
Die Familie Dollanger hat alles, was sie braucht. Ein Haus und ein richtiges Idyll. Die 4 Kinder sind überglücklich und bereiten den Geburtstag des Vaters vor und wollen ihn überraschen. Vor der Tür steht nur leider die Polizei und übermittelt seinen tragischen Tod. Der tragische Verlust hat auch schon bald monetäre Auswirkungen, da die Mutter nicht mehr weiß, wie sie ihre Kinder durchbringen soll. Die Ersparnisse sind aufgebraucht und auch das Haus ist nicht zu halten. Notgedrungen wendet sie sich an ihre Eltern, die sie vor 17 Jahren verstoßen und enterbt haben. Der schwerreiche Vater liegt im Sterben und sie hofft, dass sie wieder ins Testament aufgenommen wird. Allerdings werden sie mit einer eisigen Kälte auf dem riesigen herrschaftlichen Landsitz empfangen. Nicht nur mit bloßer Kälte, sondern mit Verachtung. Die Hausherrin lässt die Kinder ihren Hass von der ersten Begegnung an spüren. Trotzdem werden sie von ihrer Mutter gebeten mitzuspielen, den strengen Regeln zu gehorchen, da sie Zeit benötigt, um wieder an die Gunst der Familie zu kommen. Die Kinder werden dafür auf eine Art Dachboden verfrachtet, dürfen nicht raus und sich auch nicht im Haus bewegen. Die missgünstige Großmutter stellt ihnen lediglich Essen zum Überleben zur Verfügung, was immer spärlicher wird. Auch die Mutter selbst, lässt sich von Woche zu Woche immer seltener Blicken und scheint irgendwann verschwunden zu sein. Die Kinder planen einen Ausbruch, um nachzusehen was los ist.
Die Verfilmung des Bestsellers von V.C. Andrews, die auch am Drehbuch beteiligt war, ist zumindest in Lesezirkeln nicht sehr positiv aufgenommen worden. Dennoch besticht der Film, durch eine tolle Atmosphäre und da man nur genauso viel weiß wie die Kinder, wird es auch immer rätselhafter und spannender, was im Haus vor sich geht. Die Locations sind allererste Sahne und die Ausstattung ist einfach nur fantastisch. Die Szenerie ist wirklich toll gelungen, aber man hätte da auch ein gutes Stück mehr rausholen können. Der Film, der im Original den deutlich besseren Titel "Flowers in the Attic" trägt, besitzt nämlich auch diverse Längen, die man umgehen hätte können. Denn leider wiederholt sich vieles, was meistens in den direkten Begegnungen zwischen Kindern und Großmutter liegt. Die liefern nämlich keine neuen Erkenntnisse und irgendwann wird die Bedrohung und Gefahr offensichtlich und irgendwann weiß man, dass sich das nicht ändern wird. Daraus macht der Film zu wenig und variiert lediglich die Art der Begegnungen. Trotzdem sehenswert, denn im letzten Drittel ändert sich das Wissen und damit auch die Tragweite der Dinge, die hier geschehen und die haben es wirklich in sich. Leider haftet ihm die Zuteilung "Thriller" an und wenn man diverse Bilder oder Trailer sieht, riecht es bisweilen sogar nach Gothic-Horror und das ist der Film nicht. Im Grunde ist es eher ein Drama, welches dennoch die Zutaten der genannten Genres besitzt, aber für mich nicht das Hauptaugenmerk ist. Die Musik von Christopher Young passt ebenfalls sehr gut dazu und unterstreicht die unheimliche oder auch ungemütliche Atmosphäre. Mit Louise Fletcher und Kristy Swanson sind auch bekannte Namen dabei und die Beiden bleiben auch in Erinnerung. Eine wirklich brillante Geschichte, die leider in der Mitte diverse Längen aufweist, aber im Finale mächtig Eindruck hinterlässt.