Beim Sterben ist jeder der Erste

Travis

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Gesamtübersicht aller Kritiken zu Beim sterben ist jeder der Erste:

#02 02.12.08 Vince
 
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Travis

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AW: Beim sterben ist jeder der Erste

Kritik von Vince

BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE

Sehr realistisch gehaltener Hillbilly-Thriller mit einer bodenständigen, nichtsdestotrotz intensiven und einfallsreichen Inszenierung. Der Thrill kommt hier auf ganz leisen Sohlen und gewinnt seine Durchschlagskraft durch die sich fast beiläufig entwickelnde Geschichte, in deren Verlauf die Gefahr lange Zeit nicht erkannt wird. Im Gegenteil, zusammen mit den Hillbillies wird zunächst noch fröhlich Banjo gespielt, bis es in die bergige Waldlandschaft geht und man ein eklatantes Zusammentreffen hat.
Es wird nichts künstlich dramatisiert durch Score oder Schnittmontage, wodurch dem naturalistischen Werk eine grauenerregende Normalität zu eigen wird, die für eine bizarre Stimmung sorgt. Damals unverbrauchte Gesichter wie Jon Voight und Burt Reynolds zeigen sich schauspielerisch wie physisch topfit, krackseln über Berg und Tal und zeigen inmitten ihrer Anstrengung ehrlich wirkende Emotionen, die dem Zusammenspiel mit den Gegenspielern (bei denen es sich laut imdb um echte Bewohner der Umgebung handelt) eine konkurrenzlose Authentizität verleiht. Ein beeindruckendes Werk mit einem unübersehbaren Einfluß auf den Thriller und Horrorfilm der Folgezeit.
8/10
 

Travis

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AW: Beim sterben ist jeder der Erste

Hier gebe ich sogar noch einen Punkt mehr als du. Boorman hat ja später so manche Verfehlung in die Filmlandschaft gepflanzt, Exorzist 2, aber hier ein Meisterwerk abgeliefert. Wirkliche Schwachstellen kann man mit der Lupe suchen und wird sich dennoch schwer tun sie aufzuspüren. Dafür gibt es zahlreiche Höhepunkte. Der behutsame und sich immer mehr steigernde Spannungsaufbau, die mehr als gelungenen Charakterzeichnungen, die ebenso minimalistische wie effektvolle Inszenierung und so vieles mehr, machen ihn zu einem der ganz großen Meisterwerke des Genres. Man muß ihn ganz klar als den Archetyp des Backwood-Genres klassifizieren. Ohne ihn hätte es zahlreiche Backwood- und Horrorfilme nicht gegeben, jedenfalls nicht in ihrer heute bekannten Machart. Deswegen neige ich bei diesem Film, aufgrund seiner expliziten Vorreiterrolle sogar dazu, meine ursprüngliche 9/10 auf eine glatte 10/10 aufzurunden.
 

Dwayne Hicks

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AW: Beim sterben ist jeder der Erste

Was für ein Brett...ins Gesicht!

Eigentlich bin ich kein großer Fan des Backwood Genres, aber dieser Film macht im Gegensatz zu seinen Nachkommen vieles richtig.
Dabei will ich den Film auf keinen Fall auf dieses eine Genre beschränken, um Himmels willen, aber man merkt den Einfluss.

Es geht alles sehr bedächtig los mit einigen Szenen zur Auflockerung wie z.B. das Geniale Banjo/Gitarren Duel!

Generell ist der Soundtrack sehr Minimalstisch gehalten was aber alles andere als schlimm ist, im Gegenteil.

Die Charaktere selbst sind ebenfalls angenehm Klischee frei bzw. agieren/verhalten sich teils anders als man es vermuten würde.
Sogar Burt Reynolds der sehr cool den harten Hund spielt darf schwäche zeigen!

Überhaupt ist die Inszenierung recht bodenständig, die Stunts nichtmal gedoubelt....gibts sowas Heute noch?

Auch der Gewaltgrad ist für 1972 verdammt hart und über die FSK 16 muss ich mich doch wundern.
Nicht das der Film permanent ausarten würde aber die wenigen Spitzen brennen sich ins Hirn und sind erschreckend authentisch inszeniert.

Genau das macht den Film auch aus, dieser Realismus der den meisten Backwoods irgendwie abgeht...
Moral spielt hier eine große Rolle und während die meisten Film diese Art mit ein direkten Ende abschließen wird man hier mit einem richtig unwohlen Gefühl zurück gelassen...

Deliverance...so der Orginaltitel, zu gut deutsch "Befreiung" "Erlösung" oder "Rettung"....ob der Film das Verspricht will ich nicht Verraten...man sollte es aber unbedingt herausfinden!

9/10
 
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AW: Beim sterben ist jeder der Erste

Es geht alles sehr bedächtig los mit einigen Szenen zur Auflockerung wie z.B. das Geniale Banjo/Gitarren Duel!

Legendäre Szene!

Überhaupt ist die Inszenierung recht bodenständig, die Stunts nichtmal gedoubelt....gibts sowas Heute noch?

Nicht in diesem Ausmaß...Daniel Craig springt vielleicht schon mal gesichert von einem Balkon auf den nächsten, aber keiner klettert wie Voight eine Felsenwand hoch!
 

dax

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AW: Beim sterben ist jeder der Erste

@ Dwayne

Deiner tollen Kritik kann ich in fast allen Punkten zustimmen, allerdings in einer nicht:

Der Film ist ein klarer 10/10 Kandidat.

Er ist inszenatorisch ein Meisterwerk, schafft es sogar Reynolds zu Höchstleistungen zu treiben, hat ein Genre geprägt, bzw. erschaffen und wie damals Halloween von Carpenter für den Slasherfilm hat er die Regeln für das Backwoodgenre in Stein gemeißelt.
Zudem ist er immer noch absolut unübertroffen.
Und so ganz nebenbei ist er neben dem Omega Man und Romeros Dawn einer meiner drei absoluten Lieblingsfilme.;)
 

Dwayne Hicks

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AW: Beim sterben ist jeder der Erste

Die 10 hau ich nur sehr sehr selten raus und noch seltener nach der ersten Sichtung....ja Asche auf mein Haupt :D

Aber nach mehreren Sichtungen kann schonmal eine 10 drauß werden :)

Selbst eine 9 ist ja schon verdammt hoch....eine Note die ich in letzter Zeit vorallem an Klassikern vergebe.
 
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