A History of Violence

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A History of Violence

Tom Stall lebt mit seiner Familie in einer typisch amerikanischen Kleinstadt und betreibt dort ein kleines Café, als zwei richtig üble Typen den Laden betreten und lediglich Tyrannei und Gewalt im Sinn haben. Als sie gerade eine Angestellte erschießen wollen, greift Tom zur Waffe und erschießt die Beiden. Dadurch wird er zum gefeierten Helden, was ihm sichtlich zuwider ist, aber dennoch landesweit für Aufsehen sorgt. Dadurch tauchen 3 weitere Gangster auf, die ihn mit Joey ansprechen und angeblich noch eine Rechnung aus früheren Zeiten in Philadelphia mit ihm offen haben. Er bestreitet zwar vehement, dass er dieser Joey ist und gibt an, dass er noch nie in Philadelphia war, aber die Gangster sind davon nicht abzubringen, weshalb er schon bald um sein Leben und das seiner Familie kämpfen muss.


Nach dem brillanten Meisterwerk "Spider" habe ich absichtlich ein paar Tage in meiner Cronenberg Retrospektive vergehen lassen, bevor ich mich mit "A History of Violence" beschäftigen wollte. Das lag natürlich daran, dass ich ihn bereits kannte und somit wusste, dass er völlig andere Wege geht. Allerdings wollte ich "Spider" auch erstmal ein wenig sacken lassen und nicht zur Tagesordnung übergehen.
David Cronenberg inszenierte den Film 2005 und hat einmal mehr eine brillante Darstellerriege dabei. Neben Viggo Mortensen sind hier nämlich Maria Bello, Ed Harris und William Hurt und alle spielen großartig auf. Insgesamt ist der Film ein absolutes Brett und bietet richtig spannende Unterhaltung. Allerdings ist es der erste Film, in dem ich Cronenberg nicht sofort erkenne und vielleicht ist er auch deshalb so erfolgreich gewesen, da hier auch das eher dem Mainstream zugeneigte Publikum Interesse hatte. Auf den ersten Blick ist es nämlich ein völlig normaler Film, auch wenn er auf einen Comic basiert. Eine klischeebeladene Kleinstadtfamilie die sich gegen das Böse wehrt. Dennoch sehr ruhig und elegisch erzählt, mit heftigen Ausbrüchen garniert. Hierbei ist es wieder absolut interessant, wie Cronenberg den Zuschauer involviert. "A History of Violence" lässt ansonsten allerdings wenig Vergleiche zu seinem bisherigen Schaffen zu. Er ist deutlich konformer zum durchschnittlichen Geschmack, biedert sich aber trotzdem nicht komplett an, wenn man mal von der Figurenzeichnung der Kleinstadtfamilie aus der heilen Welt absieht. Objektiv betrachtet einfach ein ganz starker Film aber aus reiner Sicht des bisherigen Cronenberg Universums mit Filmen wie "Spider" oder "Videodrome" nicht auf gleicher Ebene. Allerdings war es auch einfach Zeit mal wieder einen Film mit großem Plus an der Kinokasse zu bewerkstelligen und klasse ist er ja trotzdem.
 
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