Mädchen in Uniform

deadlyfriend

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Mädchen in Uniform

Die Halbwaise Manuela hat es nicht gerade einfach. Ihre Mutter verstarb früh und der Vater kümmert sich nicht wirklich um sie. Ihre Tante schiebt sie auch noch in ein Internat ab, welches streng nach Zucht und Ordnung geführt wird. Selbst Hunger ist dort keine Not, sondern eine Tugend, aus der man Disziplin ableiten möchte. Völlig verloren klammert sich in dem frostigen Umfeld an jegliche Wärme, die sie findet. Sie hat zwar relativ schnell Anschluss bei den Schülerinnen, allerdings fehlt ihr dennoch eine herzliche Zuneigung. Die findet sie partiell bei Fräulein von Bernburg, der einzigen Lehrerin, die versucht ein Vertrauensverhältnis mit den Schülerinnen aufzubauen und dadurch auch ein Dorn in den Augen der eisigen Oberin ist. Die 14-jährige Manuela verliebt sich in die Lehrerin, von der sie auch wiederkehrend umsorgt wird. Bei einer Schulaufführung, bei der verbotenerweise im Nachgang Alkohol konsumiert wird, kommt es zu einem Eklat, der sämtliche Welten in der Schule erschüttert.



Ein 14 Jahre altes Mädchen, welches sich in eine Lehrerin verliebt, war 1931 nicht gerade das Standard-Thema, welches in den Kinos lief. Dazu wahrscheinlich obendrein der erste Kuss, zwischen zwei Frauen, in der Geschichte des Kinos stattfand. Für das Entstehungsjahr wahrlich heftiger Tobak aber auch in anderen Teilen ist der Film äußerst geschichtsträchtig. Es kam nämlich nicht so oft vor, das Drehbuch und Regie von zwei Frauen übernommen wurden und es obendrein keine Männerrolle im Film gibt. Natürlich hatte der Film Jugendverbot, allerdings war er im In- und Ausland absolut erfolgreich. Dennoch geriet er irgendwann in Vergessenheit, was mit Sicherheit auch daran lag, dass Hauptdarstellerin Hertha Thiele recht bald in der Versenkung verschwand. Nicht ganz freiwillig, da sie sich weigerte in Propagandafilmen mitzuspielen erteilte man ihr schon bald ein Berufsverbot. In den letzten Jahrzehnten hat man den Film allerdings wiederentdeckt und gerade in lesbischen Kreisen wird er auch hofiert. Dabei sehe ich dies nicht einmal als das Hauptthema des Films, denn hier steht für mich einfach Menschlichkeit im Vordergrund. Man könnte also auch von einer ganz frühen Variante vom "Club der toten Dichter" sprechen. Ein kleines Manko ist allerdings das Alter der Darstellerinnen, da man die 14 Jahre nur in seltenen Fällen abnimmt. Hertha Thiele war beispielsweise bereits 23, als der Film gedreht wurde und das sieht man eben. Dorothea Wieck, die die Lehrerin von Bernburg verkörpert, war genauso alt. Trotzdem spielen sie alle ihre Rollen mit Leidenschaft, weshalb man das auch irgendwie verschmerzen kann. Regisseurin Leontine Sagan liefert zusätzlich tolle Bilder und nutzt die Kulissen des Militärwaisenhauses in Potsdam hervorragend. Die Bilder im Rondell des Treppenaufgangs sind beispielsweise äußerst einprägsam. Für mich persönlich also ein Klassiker der deutschen Filmgeschichte, welcher kurz nach der Stummfilm-Ära entstand und gerne weiter entdeckt werden darf. 1958 entstand dann auch das heute wesentlich bekanntere Remake mit Romy Schneider, aber auch das Original lohnt sich wirklich.
 

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Mädchen in Uniform (1958)

Die Halbwaise Manuela hat es nicht gerade einfach. Ihre Mutter verstarb früh und der Vater kümmert sich nicht wirklich um sie. Ihre Tante schiebt sie auch noch in ein Internat ab, welches streng nach Zucht und Ordnung geführt wird. Selbst Hunger ist dort keine Not, sondern eine Tugend, aus der man Disziplin ableiten möchte. Völlig verloren klammert sich in dem frostigen Umfeld an jegliche Wärme, die sie findet. Sie hat zwar relativ schnell Anschluss bei den Schülerinnen, allerdings fehlt ihr dennoch eine herzliche Zuneigung. Die findet sie partiell bei Fräulein von Bernburg, der einzigen Lehrerin, die versucht ein Vertrauensverhältnis mit den Schülerinnen aufzubauen und dadurch auch ein Dorn in den Augen der eisigen Oberin ist. Manuela verliebt sich in die Lehrerin, von der sie auch wiederkehrend umsorgt wird. Bei einer Schulaufführung, bei der verbotenerweise im Nachgang Alkohol konsumiert wird, kommt es zu einem Eklat, der sämtliche Welten in der Schule erschüttert.


Wie man an der Einleitung bereits erkennen kann, ist die Verfilmung von 1958 fast ein 1:1 Remake. Dennoch variiert es den Stoff in einigen Nuancen, die man wahrscheinlich nur erkennt, wenn man die Filme kurz hintereinander gesehen hat. Allerdings wurde der Film in Farbe gedreht und bietet mit Romy Schneider und Lilli Palmer 2 Topstars der damaligen Zeit. In einer Nebenrolle ist zusätzlich Christine Kaufmann zu sehen. Der unverwüstliche Produzent Artur Brauner wollte den Film unbedingt neu verfilmen, da ihn das Original als Jugendlicher tief beeindruckt hatte. Vielleicht sind auch deshalb nur ein paar wenige Nuancen anders als in der Verfilmung von 1931. Welche Fassung man besser findet, hängt wahrscheinlich von persönlichen Dingen ab, denn aus meiner Sicht haben trotz Inhaltsgleichheit, beide Versionen verschiedene Vorzüge. Wenn man Romy Schneider Fan ist, wird man eventuell eher dahin tendieren, aber für mich liegen in den Darstellungen aller Beteiligten Vor- und Nachteile. Tatsächlich finde ich einige Rollen im Original besser besetzt, aber eben auch umgekehrt. Allerdings liegen für mich Lilli Palmer und Dorothea Wieck als Fräulein von Bernburg gleichauf, da ich beide fantastisch fand.

Mir persönlich gefiel die schwarz-weiße Optik des Originals etwas besser, da der Film dadurch etwas kälter und unnahbarer wirkte. Der Grundton war insgesamt etwas finsterer angelegt. Trotzdem sind auch in der 58er Variante die Kulissen klasse und es ist wirklich schwierig für mich, mich auf eine bessere Version festzulegen. Allerdings ist ein Original eben auch ein Original und somit der Ursprung. Erstkonsumenten sollten sich daher für die Version entscheiden, mit der man filmisch vertrauter ist. Mit der Optik der 30er Jahre oder mit der Optik der späten 50er. Da ich mit Beidem vertraut bin, lege ich mich halt nicht fest.
 
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