Die Fliege

deadlyfriend

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Gesamtübersicht aller Kritiken zu Die Fliege:

#02 05.03.2026 deadlyfriend

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#03 06.03.2026 deadlyfriend

Gesamtübersicht aller Kritiken zu Der Fluch der Fliege:

#04 06.03.2026 deadlyfriend
 
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deadlyfriend

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Die Fliege

Was das Männermagazin Playboy dann doch für interessante Wege bereiten kann. Dort im Heft wurde nämlich 1957 eine kleine Kurzgeschichte von George Langelaan veröffentlicht, die 5 Filme zur Folge hatte und eventuell dadurch auch einen gewissen Gene Roddenberry beeinflusst hat, was aber wohl nicht belegt ist. Möglich wäre es allerdings, dass auch das Raumschiff Enterprise sich die Erfindung von André Delambre zu Nutze gemacht hat, auch wenn der Grundgedanke bereits im späten 19. Jahrhundert existierte.

Regisseur Kurt Neumann verfilmte diese Kurzgeschichte allerdings bereits 1 Jahr nach Erscheinen im Heft und blieb auch sehr nah an der literarischen Vorlage. Deshalb beginnt der Film mit einem drastischen Mord. Helene Delambre bringt nämlich ihren Ehemann um. Mit einer Presse, die seinen Kopf und seinen Arm völlig vernichtet. Sie gesteht auch den Mord, allerdings rückt sie nicht mit dem Motiv dafür raus. Inspektor Charas und auch der Bruder des Ermordeten versuchen das Geheimnis zu ergründen. Aber auch, warum sie völlig hysterisch eine Fliege mit einem weißen Kopf jagt.

Auch wenn der Film damals zum Teil viele negative Kritiken erhielt, dürfte er bei vielen Zuschauern für schlaflose Nächte gesorgt haben. Gerade die letzten Szenen sind im Grunde echt hart und jemand mit einer Spinnenphobie wird durch den Film mit Sicherheit nicht geheilt werden. Gerade auch für das Erscheinungsjahr ist das alles schon heftiges Stöffchen, obwohl er im Grunde auch ganz viel eines Dramas besitzt, da er die prekäre Familiensituation in den Vordergrund stellt. Durch die wirkt aber alles nochmal schrecklicher.
Heute ist "Die Fliege" natürlich ein Stück weit Popkultur, was natürlich auch durch das Remake von David Cronenberg erreicht wurde, aber man muss sich vorstellen, dass man eben damals den Inhalt nicht kannte, als man ins Kino ging. Wenn man da ohne große Vorkenntnisse reingestolpert ist, wird der für eine ganze Menge Unwohlsein gesorgt haben.
Ansonsten ist natürlich das Erscheinungsjahr zu spüren und das meine ich durchweg positiv. Tolle Kulissen und Einrichtungen, die für das Labor gebaut wurden und natürlich das Mitwirken von Horror-Ikone Vincent Price, den man als Filmfan sowieso nur lieben kann. Für mich ein insgesamt tolles Beispiel, wie schön und kreativ diese Sci-fi-Horrorfilme in den 50ern waren.
 

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Die Rückkehr der Fliege

Nach nur einem Jahr kam bereits ein Nachfolger zur Fliege in die Kinos. Im Grunde schließt er auch direkt an, allerdings passt das nicht wirklich zusammen. Vincent Price sieht logischerweise noch genauso aus wie im Vorgänger aber durch Philippe müssen inzwischen 20 Jahre vergangen sein. Der Sohnemann ist nämlich inzwischen Feuer und Flamme, das Werk seines Vaters fortzuführen. Mangels Kapitals versucht er es mit zarter Erpressung seines Onkels, der widerwillig mitmacht. Zusätzlich holt er sich noch einen Vertrauten ins Labor, der allerdings gar nicht so vertrauenswürdig ist. Dadurch entstehen dann auch Elemente des Thrillers, die jetzt nicht so wirklich ins Sujet passen. Ist man doch weiterhin eher interessiert, was mit diesen Apparaturen bewerkstelligt wird, aber trotzdem ist er auch der Katalysator für die weitere Handlung. Durch seine Geldgier wird nämlich erst der erneute Schrecken ausgelöst.

Interessant ist allerdings, dass man den Nachfolger in schwarz-weiß gedreht hat, während das Original noch in Farbe zu sehen war. Dies hatte natürlich einmal mit Kostengründen zu tun, aber wohl auch, da man Horror damals eher ohne Farbe gedreht hat. Das ist aber definitiv kein Grund, warum er deutlich schwächer als der erste Teil geworden ist. Das liegt eher daran, dass er deutlich weniger Dramatik besitzt. Die Story ist nach einigen Minuten zu vorhersehbar und die Atmosphäre reicht nie an den Vorgänger heran. Dies liegt eben auch am etwas schnöden Thriller-Anteil, der zuviel Raum besitzt. Trotzdem ist der Film absolut anschaubar, wenn man ihn nicht wirklich mit dem Original vergleicht, was aber zwangsläufig passieren wird. Die Darsteller sind absolut okay und natürlich macht Vincent Price allein schon immer sehr viel Freude. Dennoch bleibt der Geschmack eines Schnellschuss, was das etwas holprige und nicht ganz ausgefeilte Drehbuch zeigt. Da hätte man einen besseren Anschluss und auch einen interessanteren Fortgang schreiben können. Aber wie gesagt, Spaß macht der Film trotzdem.
 

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Der Fluch der Fliege

1965 nahm man sich dem Stoff erneut an. Diesmal wurde das Thema allerdings in England aufgegriffen und mit Don Sharp verpflichtete man einen Regisseur der bereits für Hammer am Start war. Zusätzlich sind mit George Baker und Brian Donlevy einige Darsteller an Bord, die man aus dieser Zeit in ähnlichen Werken gesehen hat. Auch wenn der Anschluss völlig daneben gegangen ist, mag ich diesen dritten Teil sehr, da er eben diesen britischen Grusel Touch aus der Zeit besitzt und phasenweise durch die Atmosphäre des Gothic-Horrors brillieren kann.

Wenn man die Filme hintereinander schaut, was damals nun mal schlecht möglich war, muss man sich erstmal durch die Ausgangssituation durchkämpfen. Man wird zunächst mit einem Martin Delambre bekanntgemacht, bei dem man sich natürlich jetzt fragt, wer das sein soll. Gleicher Nachname aber noch nie erwähnt. Gleichzeitig hat er einen Vater, den man ebenfalls nicht zuordnen kann. Im Lauf des Films erfährt man dann, dass inzwischen 3 Generationen sein müssen, was bedeutet, dass der Film weit in der Zukunft spielen müsste. Allerdings sind ganz klar die 60er im Bild. Wenn man dies antizipiert, bekommt man aber einen interessanten Film zu sehen, der durch seine britische Ausstrahlung gewinnt.
Die Teleporter in der dritten Generation können inzwischen Länder verbinden. Deshalb gibt es eine Station in Kanada und England, was von den Wissenschaftlern kräftig genutzt wird und sich selbst teleportieren. Allerdings noch mit ein paar unerwünschten Nebeneffekten. Auch der Weg dorthin war eher steinig, denn 3 Menschen haben die Versuche nicht wirklich heil überstanden. Diese vegetieren nun in dem alten Gemäuer in einer Art Verlies und werden dort irgendwie am Leben gehalten. Ja, dies ist alles eher bei Frankenstein und Hammer angesiedelt, als es noch bei der Originalgeschichte der Fall war. Wenn man aber dahingehend ein Faible besitzt, kommt man auf seine Kosten. Ob der Film einem gefällt, kommt wahrscheinlich darauf an wie man ihm begegnet. Er erreicht natürlich nicht die dramatische Tiefe des ersten Films aber trotzdem schafft er es auf eine gewisse Art und Weise unangenehm zu sein. Gerade die Hauptfigur ist dahingehend sehr gut angelegt. Er ist der Sympathieträger des Films und dennoch aufgrund seiner gewissenlosen Taten im Sinne der Wissenschaft, auch eine hassenswerte Figur. Zudem ist der Bezug zum zweiten Teil, der zwar nur marginal angesprochen wird, durchaus interessant umgesetzt. Insgesamt kann man also viel Spaß am Film erlangen, wenn man sich mit der Grundkonstellation und einigen holprig geschriebenen Einfälle im Drehbuch arrangieren kann.
 
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