The Artist

Dieses Thema im Forum "Kurzkritiken und Diskussion" wurde erstellt von Die wilde 13, 20. Januar 2012.

  1. Die wilde 13

    Die wilde 13 Storyboard Mitarbeiter

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    Gesamtübersicht aller Kritiken zu The Artist:

    #02 20.01.12 Die wilde 13
    #08 04.02.12 Vince
     
    Zuletzt bearbeitet von Tarantino1980 - 4. Februar 2012
  2. Die wilde 13

    Die wilde 13 Storyboard Mitarbeiter

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    The Artist


    Wir schreiben das Jahr 1927. George Valentine (Jean Dujardin) ist der Star von Hollywood. Sein (Stumm)Filmheld ist eine Mischung aus Clark Gable und Errol Flynn begeistert die Massen und die Kinos sind proppenvoll. Auch nach Drehschluss kann George seine Rollen nicht ablegen und führt sich auf wie Douglas Fairbanks persönlich. Als dann der Tonfilm und dessen Stars das Publikum immer mehr begeistert und der Stummfilm dem Untergang geweiht ist, will George das nicht wahrhaben und kämpft zunächst noch dagegen an...

    The Artist ist eine Verbeugung vor der großen Stummfilmzeit und ihren Machern und Stars. Gleich in der ersten Szene eine eindeutige Hommage an Metropolis, dessen Entstehungsjahr ja auch 1927 ist. Alles ist auf Authenzität getrimmt. Das Filmformat ist ein etwas schiefes 4:3, der Vorspann ist wie damals und auch der berühmte Schriftzug "Hollywood" über L.A. ist noch das originale "Hollywoodland". Klar, Farbe und Ton sucht man auch (fast) vergebens bis auf die Musik, die, wie es sich für einen Stummfilm eben gehört, die Handlung und die Emotionen perfekt unterstützt.

    Jean Dujardin spielt sich wirklich die Seele aus dem Leib. Mit jeder Faser gibt er den stummen Schauspieler, der mit Mimik und typisch theatralischer Gestik seine unverwundbaren Filmhelden zum Leben erweckt. Das macht er mit soviel Charme und Witz, das das Zuschauen eine wahre Freude ist. In einer Szene macht er sich auch ein wenig lustig über das damalige übertriebene chargieren der Schauspieler. Bei einem Dreh zu seinem neuen Film - er spielt einen Agenten - muss George Valentine mehrere Takes vornehmen, bis die Aufnahme passt. Mit jedem neuen Take wird sein Blick und seine Gestik verruchter und exzentrischer. Zum Schreien komisch aber trotzdem nicht herablassend gemeint, eher mit einem humorvollen Augenzwinkern. Toll!

    In den Nebenrollen begeistern Bérénice Bejo als Peppy Miller, der neue Star am (Ton)filmhimmel, die sich ausgerechnet in George Valentine verknallt hat, John Goodman als Produzent mit gutem Herz (was damals ja nicht gerade zu den Tugenden eines A.Zukor oder C.B DeMille gehörte) und James Cromwell als loyaler Chauffeur Clifton.

    Es muss damals schon eine Art Kulturschock gewesen sein, das man die liebgewonnen Filmhelden hat sprechen hören. Das kann man weder mit der Einführung vom Farbfilm, Stereoton oder Cinemascope vergleichen und schon gar nicht mit der heutigen 3D Technik. Das sind alles mehr oder weniger Spielereien, die dem Medium Film weitere interessante Facetten verliehen haben, nicht mehr und nicht weniger. Die Einführung des Tons war aber nach Erfindung des Filmes selber der Quantensprung schlechthin. Das sich damit damalige Schauspieler schwer taten, kann man spätestens nach genuss von "the Artist" nachvollziehen. Ihnen erging es nicht anders wie den meisten von uns heute, die sich nicht vorstellen können, einen Stummfilm zu sehen.
    Leute, vergesst alle Vorbehalte gegen den Stummfilm. The Artist nimmt euch an die Hand und lässt eure Vorbehalte im Nu verstummen. Ihr müsst es nur wollen.

    10/10
     
  3. Tarantino1980

    Tarantino1980 Screenplay Mitarbeiter

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    AW: The Artist

    Eine super Krititk die mich doch jetzt sehr neugierig auf diesen Film gemacht hat. Mal sehen ob ich es schaffe ihn im Kino zu sehen. Auf jeden Fall ist er durch Deine tolle Kritik definitiv in meinen Fokus gerückt ;)! :hoch:
     
  4. Die wilde 13

    Die wilde 13 Storyboard Mitarbeiter

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    AW: The Artist

    Danke für dein Lob und du machst bestimmt nichts falsch, wenn du ihn dir ansiehst. Sehr amüsant und beste Unterhaltung. :hoch: Ich sag nur "PÄNG!!" ;):lol:
     
  5. KINOMENSCH

    KINOMENSCH Leinwandlegende

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    AW: The Artist

    Hast Du den in einer Preview sehen können?Ich frage, weil der Start ja erst nächste Woche ist.

    Bin gespannt, ob er dann in den Charts auftaucht!!
     
  6. Die wilde 13

    Die wilde 13 Storyboard Mitarbeiter

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    AW: The Artist

    So in der Art. Es war eine Sondervorstellung in der Lichtburg für Senioren. Mensch, ich mir so jung vor. :D War aber sehr angenehm mit den älteren Herrschaften. Kein Geraschel von Popcorntüten, etc. und auch keine Werbung. Dafür gab es einen Sektempfang. :hoch:
     
  7. Tarantino1980

    Tarantino1980 Screenplay Mitarbeiter

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    AW: The Artist

    Klingt sehr gut. Wenn ich ihn mir ansehen dann auch nur in einem Programmkino den in einem Multiplex, falls er da überhaupt läuft in meiner nahegelegenen UCI Kinowelt, ist definitiv kein Publikum für solche Filme vorhanden und wenn ich mir dann mir irgendwelchen Kiddies die sich dann die ganze Zeit nur unterhalten und wahrscheinlich sich auch noch über den Film lustig machen, mir so einen Film ansehen müsste könnte es passieren das ich zum Amokläufer werde :nice:.
     
  8. Vince

    Vince Filmstar

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    The Artist

    Einen Stummfilm über die Stummfilmzeit zu machen, ist zunächst mal ein Wagnis. Nicht nur deswegen, weil man verdammt gut im Marketing sein muss, um dem heutigen Publikum so etwas Absonderliches schmackhaft zu machen; sondern auch und vor allem, weil die Arthaus-Klientel einem solchen Experiment Selbstzweck und Gimmicklastigkeit anlasten könnte. Wozu das Getue in Schwarzweiß, mit originalgetreuem 1.37:1 und Bildflackern, warum selbst die Gestalt annehmen, die man beschreiben möchte? Das ist die Kernfrage, die darüber entscheiden lässt, ob man in „The Artist“ Blenderei erkennt oder einfach die Liebe zum Medium Film.

    Denn Michel Hazanavicius sucht die stilistische Authentizität. Das beginnt bei Jean Dujardin, der dem Clark-Gable-Typus wie aus dem Gesicht geschnitten ist und in Frack gekleidet und schwarzweiß abgefilmt einen Entertainer der späten 20er Jahre ebenso urtümlich spielt wie den Geheimagenten der 60er und 70er Jahre in den „OSS“-Verfilmungen. Es endet bei der unglaublichen Konsequenz, mit der das Programm durchgezogen wird – ein Stummfilm liegt hier fürwahr vor, lediglich unterbrochen für eine poststrukturelle Unterbrechung mit plötzlichen Toneffekten: In einem Alptraum erwacht die akustische Welt um Dujardins Figur George Valentin zum Leben, während er selbst voller Entsetzen feststellen muss, dass er stumm bleibt.

    In nur dieser einen Szene werden direkt mehrere Zitate eingesponnen, ohne dafür banale Post-Tarantino-Reflexe in Anspruch nehmen zu müssen: Während Idee und Arrangement des Tagtraums stark an die Traumszene aus Ingmar Bergmans „Wilde Erdbeeren“ erinnert, fühlt man sich bei der Art und Weise, wie die Tonspur als Effekt eingesetzt wird, auf „Blackmail“ gestoßen, Alfred Hitchcocks ersten Tonfilm. Dieser beginnt als Stummfilm, bis mit einem Knall eine neue Ära noch innerhalb eines Filmes Einzug findet. Auf „Blackmail“ wird darüber hinaus später noch einmal in einem Satz angespielt, wenn Peppy Miller (Bérénice Bejo) ihrem Produzenten Al Zimmer (John Goodman) beteuert: „Don’t you understand? I am blackmailing you!“.

    „The Artist“ fokussiert sich also auf die große Umbruchsphase Hollywoods zu dessen Glanzzeiten und inszeniert die Traumfabrik postkartengleich als Hort des Glückes und der Tragödie – so, wie sich Hollywood eben auch selbst gerne sieht, weshalb die Oscarnominierungen rückblickend logisch erscheinen. Den Protagonisten geschehen schreckliche Dinge, doch inszeniert sind sie als Filmhandlung, bei denen der Zuschauer zwar kräftig mitfiebern kann, immer jedoch die Distanz der Leinwand zu überbrücken hat. An Einzelschicksalen ist „The Artist“ im Gegensatz zu den thematisch und stilistisch verwandten „Sunset Boulevard“ und „Ed Wood“ nur insofern interessiert, als dass sie der Handlung Dynamik verleihen sollen. Entsprechend unterhaltsam und von erstaunlicher Leichtigkeit geprägt ist das Resultat geworden. Dujardin stellt „nur“ ein wie mit Tusche gezeichnetes Profil zur Verfügung, das der betont einfachen, ja geradezu konservativen Geschichte bzw. ihrem vorgeschriebenen Schicksal folgt wie eine Daumenkinofigur dem Schreibblock – ein Grinsen vom Kinoplakat, ein skeptischer Blick auf die Vorführung eines ersten Tonfilms, dann eine verregnete Nacht im Ohrensessel mit einem Glas Whisky, während sich die Regentropfen auf der blassen Haut des von Veränderungen bedrohten Mannes abzeichnen. Alles Szenenbilder, gemacht wie für einen Kinoaushang (einmal steht Valentin mit hängendem Kopf gar vor einem Kino, dessen Reklame den Titel „Lonely Star“ ankündigt – mehr Screenshotmotiv geht nicht), die in kunstvoller Verkleidung die alte Geschichte von Aufstieg und Fall erzählen sollen.

    Wer in diesem Zusammenhang jedoch eine klischeehafte, unoriginelle Geschichte bemängelt oder dem Film vorwirft, er schlachte die Stummfilmästhetik für niedere Zwecke (den Oscar etwa) aus, dem entgeht vielleicht sein besonderer Kniff. Der liegt in der Herausforderung „21. Jahrhundert“ begraben: Setzt man einem Publikum, dem von der Computertechnologie inzwischen fast grenzenlose Freiheit geschenkt wurde, ein Dogma wie den Stummfilm vor - wird es die Möglichkeiten begreifen, die sich hier exklusiv bieten?

    Entsprechend ernsthaft behandelt Hazanavicius sein Sujet. Obwohl Ironie (alleine durch Dujardins unvergleichliche Gesichts- und Körpermimik) und das Spiel mit dem Zuschauerwissen stets beibehalten werden, liest sich „The Artist“ parallel durchaus als klassischer und nahtloser Beitrag, der nicht viel anders gedreht ist als ein 90 Jahre alter Film. Das gelingt, indem das Tempo nie heutigen Sehgewohnheiten zuliebe plötzlich abgeändert wird, nur um den Rezipienten mit der Nase auf ein Zitat zu stoßen. Sämtliche Dinge, die es zu erkunden gibt (und das sind genug, um den Film auch noch ein zweites oder drittes Mal zu sehen und immer wieder Neues zu entdecken), werden ganz seiner Interpretation überlassen. So ist es seine Entscheidung, ob er hier mal Fred Astaire, dort William Powell, Errol Flynn oder Douglas Fairbanks entdeckt oder ob er einfach nur mit Spannung (der Spannung des Erwarteten) der Geschichte folgt.

    Warum also an neun Jahrzehnte alte Filmgeschichte anknüpfen? Nicht etwa, weil früher alles besser war; vielmehr, weil es früher andere Möglichkeiten gab, sich auszudrücken. Oder wie sollte man den Schlussgag mit der „Päng!“-Schrifttafel in einem modernen Film umsetzen? „The Artist“ umarmt letztlich die Vielfalt der Kunstformen und leistet dadurch, dass er sich selbst als Stummfilm präsentiert, seinen Beitrag für das aktuelle Jahrzehnt. Der meisterhafte „Sunset Boulevard“ bleibt selbstverständlich unerreicht, wenn es darum geht, die Tragik und auch den wirtschaftlichen Umschwung begreiflich zu machen, der Hollywood Anfang der 30er umwehte. Hier bleibt Hazanavicius’ Film holzschnittartig. Aber auch nur, um seine Scheinwerfer auf ein ganz anderes Anliegen zu richten. Somit muss die Frage nicht lauten „Warum ein Stummfilm?“, sondern vielmehr: „Warum denn nicht?“
    9/10
     
  9. Vince

    Vince Filmstar

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    AW: The Artist

    Wir waren auch die einzigen jüngeren Besucher, alle anderen waren allermindestens Mitte 50, aber bei uns war das keine Sondervorstellung für Ältere - es sind einfach nur Ältere gekommen. Und bei uns gab es zwar auch kein Popcorngeraschel, dafür hat aber eine der älteren Damen den Projektorbediener gebeten, den Ton doch etwas leiser zu machen, das sei ja viel zu laut...
     
  10. Willy Wonka

    Willy Wonka Locationscout Mitarbeiter

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    Dann will ich mich auch endlich mal zum Film äußern, denn schließlich gehört der Film für mich zu den meisterwartesten Filmen des noch jungen Kinojahres. Der Film hat genau die hohen Erwartungen erfüllt, welche ich an dem Film gestellt habe, aber auch genau hier ist schon ein kleines Problem, denn der Film bot in dieser Hinsicht für mich keine wirklichen Überraschungen. Alles war in meinen Augen perfekt umgesetzt und der Film strahlte wirklich die Aura eines alten Stummfilms aus (die Inszenierung ist hervorragend). Hinzu kommen noch die Metaebenen mit dem Traum und andere schöne Verweise, Symbole und Metaphern und für mich ein riesiger Unterhaltungswert, weil ich selbst immer wieder nach Verweisen auf alte Filme gesucht und gefunden habe.

    Dass am Ende die Schauspieler wirklich mit dem Sprechen begannen, passt zum Aufbau und Thema des Films, aber dennoch hätte ich es mir gewünscht, dass diese Stummfilmhommage wirklich einmal „stumm" bleibt. Aber das ist vermutlich lediglich Geschmackssache.

    Gar keine Frage war der Ton ein Quantensprung, aber wenn man es genau nimmt, gab es auch schon vorher den Ton. Dieser funktionierte nur auf eine andere Weise. Das Kinoerlebnis wurde zu Beginn des Films vor allem durch die Vorstellung selbst geprägt. Live-Orchester oder Filmvorführer, welche bestimmte Szenen kommentierten, waren keine Seltenheit. Mit der Erfindung des Tonfilms ging dem Medium Film etwas „verloren", was in „The Artist" eindrucksvoll mit dem Traum dargestellt worden ist. (Der Film wurde hektischer, oberflächlicher, schneller und vor allem ging die Aura und Autonomie dieser Kunstform verloren) Alle weitere „Spielereien" haben in dieser Hinsicht nicht so einen großen Einschnitt bewirkt, weil dem Film nichts unbedingt etwas „verloren" gegangen ist. Dem Medium wurden neue Facetten abgewonnen, aber es gab weiterhin die Filme ohne diesen neuen Techniken wie Farbe, CGI, 3-D, Stereoton, Tiefenschärfe etc.. Einzig mit der zunehmenden Digitalisierung des Mediums „Film" werden wir den „Film" an sich verlieren.

    Ein wunderbarer Absatz, den ich nur unterschreiben kann.

    Bei uns in der Vorstellung waren überraschend viele junge Leute zwischen 25 - 35 Jahren und selbstverständlich viele über diese Altersgrenze vertreten. Die Menschen, welche den Stummfilm selbst noch richtig miterlebt haben, werden in den meisten Fällen heute sowieso nicht mehr ins Kino gehen wollen oder können.
     
  11. Die wilde 13

    Die wilde 13 Storyboard Mitarbeiter

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    Jetzt ist es schon ein Problem, wenn ein Film alle Erwartungen erfüllt. :lol: Willy, du hast echt schon zu viele Filme geguckt! :D;)
    Nein, im ernst, ich verstehe dich schon. Man geht ja auch ins Kino, um sich in eine andere Welt entführen zu lassen oder um spannende Momente zu erleben. Da The Artist eine Hommage ist, fallen derlei Dinge natürlich weg, weil man ja eben dieser Hommage beiwohnen will und im Prinzip weiss, was kommen sollte. Hier hat The Artist doch ganze Arbeit geleistet und das kann man ihm nicht zum Vorwurf machen. ;)

    Das ist schon klar, das der Ton beim Stummfilm durch die live eingespielte Musik durch Orchester oder Wurlitzerorgel immer eine wichtige Rolle gespielt hat. Von der Metropolis-Auführung mit einem 60-köpfigem Orchester in der Lichtburg im letztem Jahr schwärme ich noch heute und bis zum Ende meiner Tage. Beeindruckender geht es auch mit *Dolby-Megadigital mit THX- Pustmichweg-Technologie* nicht.:)
    Der Tonfilm ließ den Film an sich eigenständiger werden, weil er sich nun von der Pantomime viel stärker abgrenzen konnte. Erst durch den Einsatz von Sprache und Geräuschen im Film selber wurde der Film in meinen Augen zu einer völlig eigenständigen Kunstform. Verloren ging ihm dadurch aus heutiger Sicht natürlich die Romantik und Magie der Gestik und Mimik, die so nicht mehr gebraucht wurden. Das hatte dann auch zur Folge, das es schneller (hektischer?) zur Sache kam.
    Das Schöne an The Artist ist, das es aber auch heute noch in der althergebrachten Weise funktioniert.



    ................................................
    (Unterschrift)
    :)

    Ich bin da nicht representativ, weil ich eh in einer Seniorenvorstellung war. Außer mir war da keiner unter 60. :nice:
     
  12. Willy Wonka

    Willy Wonka Locationscout Mitarbeiter

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    Das ist ja auch nur eine persönliche Sache und mit der Hommage hat das auch nicht viel zu tun, denn es gibt genug Filme, welche als Hommage aufgebaut sind und dennoch noch das gewisse Etwas haben, was ich vorher in dieser Form nicht erwartet habe. „Hugo Cabret" hat das zum Beispiel bei mir geschafft.

    Vor allem der Stummfilm in den 1920er Jahren erreichte beinahe die Perfektion in ihrer visuellen Kraft und Ausdrucksweise und durch den Tonfilm wurde der Film realistischer und hat sich mehr unserer Wirklichkeit angepasst. Die Ästhetik des Stummfilms ist vergleichbar mit einem klassischen Gemälde und der Tonfilm ist in dieser Hinsicht mehr das Äquivalent zum Foto.
     
  13. Kratos666

    Kratos666 Filmgott

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    272. The Artist (BD) (6/10)
    Also einen gewissen Charm hat er ja, die Schauspieler sind auch alle sehr sympathisch und machen einen tollen Job, dennoch konnte ich dem Treiben da nix groß abgewinnen.
    Ich habe festgestellt das ich einen Stummfilm in Zeiten von 5.1 und 7.1 einfach nicht brauche und mir da einfach wirklich die Sprache fehlt.
    Außerdem hab ich dank der vielen Vorschusslorbeeren einen überwältigenden Film erwartet, den bekam ich schon, allerdings nur in den ersten Paar Minuten.
    Dann war der Ahaeffekt verpufft und alles plätscherte meiner Meinung nach ziemlich inhaltslos dahin.
    Letztendlich war er nicht schlecht, aber mir reicht es absolut ihn einmal gesehen zu haben.
     
  14. Willy Wonka

    Willy Wonka Locationscout Mitarbeiter

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    Inhaltslos? Das musst du mir einmal genauer erklären, denn inhaltslos ist für mich der Film keineswegs.
     
  15. Leatherface

    Leatherface Filmvisionaer

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    Kratos war schon gut, ich bin noch besser:D

    The Artist
    grandios langweilig und öde. War überhaupt nicht mein Fall und zudem der erste Film, der teils im Schnelldurchlauf geschaut wurde. Hm ja, Dialoge gabs ja eh keine:lol:
    0/5
     
  16. Vince

    Vince Filmstar

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    Tjoa, manche Leute sollten manche Filme halt einfach meiden! Umgekehrt geht ja nicht. ;)
     
  17. kelte

    kelte Filmvisionaer

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    stimmt :) und daran halte ich mich auch strickt.
    Wobei der im Schnelldurchlauf gewiss eine ungeahnte Komik hervorbringen könnte
     
  18. 2moulins

    2moulins Leinwandlegende

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    AW: The Artist

    Finde Deine Kritik sehr schön geschrieben und absolut zutreffend. :hoch:

    Hab' den Film jetzt endlich mal gesehen und war selbst gespannt darauf, wie ich mit einem Stummfilm zurecht komme. Nach all den positiven Meinungen, die ich von Anfang an wahrnahm, war es dann doch keine Überraschung, dass er auch mir ausgesprochen gut gefiel. Ich vermisste den Ton gar nicht. Erstaunlich, mit welch wenigen Texttafeln ein 100-minütiger Film erzählt werden kann, ohne Verständnislücken zu lassen.

    Die Optik könnte echt den 20ern entsprungen sein, und das im 21. Jahrhundert! Hut ab, dass sich jemand wagte, ein solches Experiment einzugehen! Dujardin spielt absolut erstklassig und die mir zuvor unbekannte Bérénice Bejo passte auch hervorragend.

    10/10
     
  19. Vince

    Vince Filmstar

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    AW: The Artist

    Dann mal unbedingt die großartigen "OSS 117"-Filme angucken, da spielt sie nämlich auch mit. ;)
     
  20. 2moulins

    2moulins Leinwandlegende

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    AW: The Artist

    Ich habe beide OSS 117-Filme in der Sammlung. Dass Bérénice Bejo dort auch mitspielt, war mir bisher gar nicht aufgefallen. Bei der nächsten Sichtung werde ich mal auf sie achten.:)

    Danke für den Hinweis.
     
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