Spider Labyrinth
Professor Whitmore arbeitet an einem Projekt, welches sich mit einer mehreren tausend Jahren alten Religion beschäftigt. Dazu sind verschiedene Forscher aus mehreren Kontinenten beschäftigt, die ihre Erkenntnisse fleißig mitteilen. Nur der Kontakt zu Professor Roth in Budapest ist abgebrochen, weshalb er dorthin reist, um nachzusehen, aber auch um seine Ergbebnisse mitzunehmen. Schon bald nach seiner Ankunft stellt er ein paar Merkwürdigkeiten fest und der Kollege Roth scheint in panischer Angst zu leben. Nicht nur das! Wenige Stunden nach dem ersten Besuch wird er ermordet aufgefunden. Whitmore beginnt zu ermitteln, doch jeder der anscheinend etwas Auskunftsfreudiger ist, segnet recht bald das Zeitliche.
Auch wenn das Cover und der Titel einen Spinnen-Horrorfilm suggerieren, ist es keiner. Nicht direkt, Spinnen kommen zwar vor, allerdings bezieht sich der Titel eher auf ein weitreichendes, okkultes Netz, welches keine Gefangenen macht. Der Film von Gianfranco Giagni aus dem Jahr 1989 gehört also eher zum Okkult-Thriller mit Horror Einflüssen, die aber zuweilen auch das Terrain des Giallo betreten. Nicht nur weil ein Fremder im Ausland ermittelt, sondern auch wegen der Inszenierung der Mordszenen. Einmal weil FX-Spezialist Sergio Stivaletti am Werk war, allerdings erinnert die Ausleuchtung auch an die Herren Bava und Argento, während wieder andere Sequenzen des Films an Lucio Fulci erinnern. Trotzdem bleibt er weitestgehend im Bereich Horror, einer gewissen Alptraumlogik folgend, wodurch eine "wohlige" Atmosphäre erzeugt wird. Gerade die menschenlereen Straßen in Budapest sind fanatstisch gefilmt und die Katakomben erinnern eben an Bava und Fulci. Durch all diese Zutaten ist "Spider Labyrinth" ein absolut sehenswerter Vertreter Italiens, auch wenn er erst 1989 erschienen ist. Allerdings gehört er in diesem Zeitraum zur Speerspitze des italienischen Kinos, über dem für mich nach wie vor "Etoile" von 1989 thront, den sich aber einfach ums verrecken niemand ansehen will. Aber auch hier gibt es die Parralele "Budapest", denn beide Filme nutzen die fantastischen Kulissen der Stadt. Dafür muss man dann eben auch ein wenig veranlagt sein, sich in Atmosphäre verlieren zu können, ohne auf eine Action-Sequenz zu warten, denn der Film ist sehr ruhig und mysteriös vorgetragen und lebt von seinem Ambiente. Geholfen hat man dem Film natürlich auch seitens Wicked Vision. Der Sprung von VHS auf UHD ist einfach sensationell, weshalb man das Label immer wieder lobend erwähnen muss. Dazu natürlich Tonnen an Bonusmaterial, wodurch man quasi eingeladen wurde, sich mit dem Film zu beschäftigen. Ich hoffe diese Einladung wird von vielen Filmfans angenommen.