Nie wieder New York

Travis

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Gesamtübersicht aller Kritiken zu Nie wieder New York:

#02 13.06.08 Travis
 
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Travis

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Nie wieder New York


George Kellerman erhält von seiner Firma, einem Hersteller von Präzisionsinstrumenten, das Angebot als Vizepräsident in die Geschäftsleitung zu wechseln. Gemeinsam mit seiner Frau Gwen macht sich George aus Twin Oaks/Ohio auf den Weg nach New York. Alles ist minutiös geplant: Vom Abflug über die Landung auf JFK, über das Essen im luxuriösen Four-Seasons-Restaurant, bis hin zur himmlischen Liebesnacht des Ehepaares Kellerman in ihrer Suite im Waldorf Astoria Hotel. Doch als das Flugzeug über New York in eine Warteschleife gerät und anschließend wegen Nebels nach Boston umgeleitet wird, ist das für die Kellermans der Beginn einer haarsträubenden Odysee.

Nach dem Bühnenstück von Neil Simon inszenierte Arthur Hiller eine durchweg liebenswerte Komödie der Extraklasse. Eine Komödie, die keinerlei Anspruch auf wirklich tieferen Sinn erhebt. Einziger Sinn dieses turbulenten Spaßes ist es, sein Publikum höchst amüsant vom Alltagsstress zu befreien und 93 Minuten dabei beiwohnen zu lassen, wie ein kleinstädtisches Ehepaar mittleren Alters den Kampf gegen den Moloch New York, gegen die die Fallstricke des Lebens und letztendlich gegen ihre eigenen Unzulänglichkeiten aufnimmt. Ein Unterfangen, das Regisseur Hiller in beeindruckender Weise gelingt. Natürlich kann man bemängeln, daß diese Anhäufung von Mißgeschicken, unglaublichen Pech und absurden Zufällen in dieser Häufung an den Haaren herbeigezogen ist. Doch würde man sich mit dieser bei einer derartigen Komödien fatalen Argumentation und Sichweise nur selbst um einen köstlichen Spaß berauben. Viel vernünftiger ist es, sich entspannt zurückzulehnen und die Schlag auf Schlag auf den geneigten Zuseher herniederprasselnden Gags in vollen Zügen zu genießen. Teilweise im wahrsten Sinn des Wortes. Dafür bietet dieses komödiantische Meisterwerk mehr als genug Gelegenheiten. Fast im Minutentakt kann man befreit und lauthals lachend mitverfolgen, wie die Kellermans von einem Schlamassel in das nächste geraten. Besonders das Zusammenspiel von Jack Lemmon, in seiner Paraderolle als cholerischer Wüterich, und Sandy Dennis als dessen fast allzeit geduldige Ehefrau, ist der Leim der dieses Glanzstück zu einer echten Einheit zusammenschweißt. Sympatisch, in jeder Phase in höchstem Maße unterhaltsam und mit geradezu sensationeller Situationskomik gesegnet, zählt „Nie wieder New York“ auch knapp 40 Jahre nach seiner Premiere auch heute noch zu den ganz großen Vertretern jener Stilrichtung anspruchsfreier Komödien mit höchstem Unterhaltungswert.
Wäre jemals in den 60er/70er-Jahren jemand auf die Idee gekommen, aus der Entenhausener Duck-Familie eine Realverfilmung zu machen, wäre Jack Lemmon in der Form dieses Films die Traumbesetzung für die Rolle des Donald gewesen. Im Jahre 1999 folgte unter der Regie von Sam Weisman ein Remake, mit Steve Martin und Goldie Hawn in den Rollen von Lemmon und Dennis. Ein Remake, daß auch nicht im Ansatz, den Witz und Charme des Originals versprüht.

Gesamtwertung: 8/10
 

deadlyfriend

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AW: Nie wieder New York

Das kann man alles komplett unterschreiben. Eine richtige Perle in der Komödienlandschaft. Alleine wenn er als Begründung ständig seine Frau vorschiebt. (Sie müssen wissen meine Frau ist ein wenig nervös), (Gib die Tasche bitte beim Gepäck ab, dafür sind die hier da) (Warum hast du nur die Tasche beim Gepäck abgegeben?)
Und mit dem Kind im Gebüsch..........
Da könnte man so viele Szenen hervorheben. Ein wirklich toller Film.

Seine Liste mit Namen die er alle verklagen will............
 

dax

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AW: Nie wieder New York

Toll beschrieben Travis!
Ich lache mich hier schon schlapp wenn ich nur den Namen "George Kellermann" in Deiner Kritik lese, da ich dann Jack Lemmon in dieser Rolle sofort vor Augen habe.
Der Film ist eine der wenigen Komödien mit absolut unendlichem Haltbarkeitsdatum.
Der hat auch heute nichts von seiner Frische und seinem Spirit verloren.
Als Komödie schon fast ein kleines Meisterwerk.
Da sind soviele kleine und großer Gags drin, allein das Pfeifen seines Zahns, das einem permanent wieder was einfällt und man, obwohl man den Film schon ewig nicht gesehen hat, immer wieder Lachanfälle bekommt.
Ich gebe

9/10

Dem leider müden Steve Martin-Remake mit den möchtegern Gags, bei dem eigentlich keiner zünden wollte und der wohl zeitgemäßeren, aber dafür auch lächerlichen Story gebe ich ne

4/10

Eine der wenigen DVDs die ich sofort nach dem Ansehen wieder verkauft habe.
Schade eigentlich, da ich Steve Martin sonst sehr gern sehe.
 
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Travis

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AW: Nie wieder New York

Da könnte man so viele Szenen hervorheben. Ein wirklich toller Film.

.
Da sind soviele kleine und großer Gags drin....
Genau das ist es, was den unendlichen Charme dieses komödiantischen Juwels ausmacht. Die Gags sind allesamt in höchster Weise sympathisch, man liebt sie allesamt und genießt sie mit jedem neuerlichen Ansehen erneut. Geht jedenfalls mir so. Als ich den Film als Kind das erste Mal gesehen hatte, konnte ich mich vor Lachen kaum auf der Couch halten, habe den Versuch nach etwa der Hälfte der Laufzeit aufgegeben und den Rest am Boden rollend goutiert. Aber auch heute liebe ich jeden einzelnen dieser unzähligen Gags, genieße ihn während des Ansehens in vollen Zügen (die ja auch eine Rolle spielen) und freue mich im selben Moment schon auf den nächsten. Alle Lieblingsmomente auzuzählen wäre für mich gleich bedeutend, das Drehbuch und sämtliche Dialoge zu rezitieren.

Kenne eigentlich nur noch ein Komödie, bei der sich bei mir ein ähnliches Wohlfühl-Happening einstellt: Ein Ticket für Zwei.
 

dax

Filmvisionaer
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AW: Nie wieder New York

Kenne eigentlich nur noch ein Komödie, bei der sich bei mir ein ähnliches Wohlfühl-Happening einstellt: Ein Ticket für Zwei.

Jepp, die zähle ich auch dazu!
Auch hier kann ich mich schon beim Filmtitel biegen vor Lachen, weil mir schon wieder die ein oder andere Szene einfällt.

Für mich in meiner persönlichen Komödienhitliste noch ganz oben:

James Stewart in "Mr. Hobbs macht Ferien"
und "Ein Goldfisch an der Leine" mit Rock Hudson

Die haben alle einen sympathischen, stellenweise fast beiläufigen Humor,
der mir 1000 Mal besser gefällt wie der Fäkalhumor vieler heutiger Filme.
 
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