M - Mission Hoffnung

deadlyfriend

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M - Mission Hoffnung

Nordmazedonien? Kroatien? Kosovo? Ja, auch wenn man diese Länder jetzt wahrscheinlich nicht wirklich mit Filmen in Verbindung bringt, kann sich der Blick über den Tellerrand hinaus, manchmal lohnen. Ich war in jedem Fall schwer beeindruckt von dieser wirklich ungewöhnlichen Geschichte und auch der Herangehensweise.
Der Film bringt uns in die Welt nach der Apokalypse. Einer Zombie Apokalypse! Allerdings kommen Freunde von Gulasch, blutigen Shootouts und Fressorgien hier absolut nicht auf ihre Kosten. "M - Mission Hoffnung" ist ein eher ruhiger Film mit einer tollen Atmosphäre, der sich einfach nicht dem Zwang unterwerfen möchte, Gore abzuliefern. Danke!

Der kleine Marko lebt mit seinem Vater im Wald und wird eher spielerisch mit Darstellungen von Märchen und bösen Mächten außerhalb des Waldes aufgezogen. Allerdings ohne wirkliche Vaterliebe, sondern eher mit Härte, um ihn wohl besser vorzubereiten. Bei seinen Streifzügen trifft er irgendwann auf einen weiteren Jungen in einem Wohnwagen. Die beiden freunden sich schnell an, da sie ansonsten sehr einsam sind und so etwas gar nicht kennen. Die Idylle bleibt aber nicht sehr lange, denn der Wald "beschützt" sie nicht mehr vor den bösen Mächten.

Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht schreiben, denn die Geschichte bietet tolle Stationen und Einfälle, die man einfach besser selbst erleben sollte. Das bringt aber wirklich nur etwas, wenn man solche ruhigen, aber trotzdem spannenden Filmen etwas abgewinnen kann. Bei der typischen Zombie-Fraktion scheitert er nämlich regelmäßig. Regisseur Vardan Tozija konzentriert sich nämlich auf seine Protagonisten, die Atmosphäre und die Bilder. Gerade die Wälder mit seinen Bächen sind wunderschön eingefangen aber auch die Endzeit Szenarien sind absolut gelungen. Gerade die Sequenz an einem Bahnhof ist wirklich toll gefilmt. Untypisch, aber brillant ist auch die Idee manche Sequenzen mit einem Voice-Over zu versehen. Allerdings nicht wie man es ansonsten kennt, denn Marko liest aus seinem Märchenbuch, mit sich als Hauptfigur darin. Märchen ist insgesamt auch ein Stichwort, mit dem man sich dem Film nähern sollte. Ein dunkles Märchen über einen Jungen der seine gute Fee im steinernen Tal finden will. Also seine Mutter in der völlig zerstörten Stadt.
Auch wenn zwischendrin leider zu konventionellen Maßnahmen des Zombie-Genres gegriffen wird, dominieren trotzdem die ungewöhnlichen Einfälle den Film. Mir hat er wirklich gut gefallen und ich hatte viel Freude an den wunderbaren Landschaftsaufnahmen, dieser ungewöhnlichen Freundschaft, der Atmosphäre und seinem märchenhaften Glanz.
 
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