Lucky # Slevin

Dieses Thema im Forum "Kurzkritiken und Diskussion" wurde erstellt von Frankie, 3. Dezember 2008.

  1. Frankie

    Frankie Leinwandlegende

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    Gesamtübersicht aller Kritiken zu Lucky # Slevin:

    #02 03.12.08 Tom
    #03 03.12.08 Vince
    #04 03.12.08 Punisher
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Dezember 2008
  2. Frankie

    Frankie Leinwandlegende

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    AW: Lucky # Slevin

    Kritik von Tom

    Lucky#Slevin

    Nach all der positiven Kritik hab auch ich es endlich geschafft mein Steelbook aus dem Regal zu holen und mir den Streifen anzusehen. Mit einer mittlerweile recht hohen Erwartungshaltung hatte ich nach guten 45min dann doch meinen ersten Gähner fallen lassen und mich gefragt ob ein solcher Film einzig durch seine aberwitzigen gleichzeitig genialen Dialoge überleben kann. Im selbigen Moment bekam ich die Antwort in Form mehrerer Kugeln die durch die Schalldämpferläufe vom Profikiller "Goodkat" (Bruce Willis) nicht präziser hätten mir durch den Kopf knallen können! Der Film zog sein Tempo brachial an und wurde zum richtigen Vergnügen welches einem nach der Auflösung nur noch ein dickes Lächeln in dem sowieso schon zerfetzten Gesicht hinterlassen hatte.

    Ohne jede Ahnung kam mir der Stil des Films sehr bekannt vor und ich war wenig überrascht als ich herausbekam das der Regisseur "Paul McGuigan" ist welcher den ebenfalls mit "Josh Hartnett" besetzten Romantik-Thriller "Wicker Park/Sehnsüchtig"gedreht hat. Dieser ist nach ähnlichem Muster gestrickt in Form eines supersüßen Romantik-Thrillers den ich jedem nur ans Herz legen kann.

    Überaus gelungen gewählt ist der Cast welcher hier dem Regisseur zur Verfügung stand und keine Wünsche offen läßt. "Josh Hartnett" ist nun endgültig sein "Pearl Harbor" Touch wie auch sein "Jungdarsteller" Image losgeworden und erwachsen geworden. Schon in "Sin City" hätte ich mir mehr von dieser lässig coolen Leinwandpräsenz gewünscht welche dort eindeutig zu kurz kam. "Morgan Freeman" als "The Boss" und "Sir Ben Kingsley" als "The Rabbi" spielen ihre Rollen gowohnt locker runter ohne sich großartig anstrengen zu müssen jedoch voll überzeugend. "Lucy Liu" die nicht umbedingt mein Fall ist hält sich dezent im Hintergrund und hat zu meiner Freude weniger Auftritte als ich vorher geglaubt habe. "Bruce Willis" als skrupelloser Auftragskiller spielt hingegen alle an die Wand und ist mir seiner wortkargigkeit und coolnes nur zum niederknien! Des weiteren sehen wir bekannte Gesichter wie "Danny Aiello" (Leon der Profi) und "Stanley Tucci" (Terminal).

    Was bleibt ist ein extrem cooler und clever vertrickter Thriller mit dem Touch einer Gangsterkomödie. Tolle Dialoge die wirklich zum ablachen sind und eine Crew wie man sie selten in einem solchen Film erlebt hat sind wahrscheinlich der Grund warum wir hier den nächsten Geheimtip haben welcher es noch nicht mal in die deutschen Kinos geschafft hat. Traurig aber warum auch immer...

    Gesamtwertung 8/10
     
  3. Frankie

    Frankie Leinwandlegende

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    Kritik von Vince

    LUCKY # SLEVIN

    In meiner ofdb-Kritik mutmaßte ich noch, dass dieser Film bei Erscheinen möglicherweise weniger Aufmerksamkeit erfahren würde, als er verdient hätte. Inzwischen, da die 9er und 10er nur so purzeln, bin ich geneigt, diese Aussage zurückzunehmen. Offenbar hat sich der Geheimtipp-Status selbstständig gemacht und propagiert nun ein Meisterwerk vor dem Herrn, ein absolutes Must See, die sprichwörtliche Bibel des Kinofilms. Doch ist es das tatsächlich?

    So unterhaltsam, gewitzt und gekonnt "Lucky # Slevin" auch umgesetzt sein mag, es handelt sich tatsächlich "nur" um eine äußerst vergnügliche Gangsterkomödie, die aber narrativ keinerlei Innovationen setzen kann. Wer bereits McGuigans Gangster No.1 zu Gesicht bekommen hat oder das Vergnügen mit dem bis dato in Deutschland noch nicht erschienenen Revolver von Guy Ritchie hatte, der wird schnell erkennen, dass der Schotte nur sich selbst und seine Kollegen wieder rezitiert, leicht justiert in neu wirkende, frische Bahnen.

    Dabei laufen Willis, Liu, Kingsley, Freeman und sogar der junge Hartnett zur absoluten Hochform auf, glänzen mit ihren frechen Dialogen und intensiven Schauspielleistungen, doch dass der Fischkopf Drehbuch schon in der ersten Viertelstunde zu stinken beginnt, macht es recht einfach, das Ende zu erraten. Auch so mancher Stimmungsumschwung muss in Kauf genommen werden.

    Dafür entschädigt das coolste Produktionsdesign seit Oma Eusebias Wohnzimmer (die Tapeten sind einfach der Knaller), ehrliche Charaktere und eine stylishe Konstellation, die später zu einem Gänsehaut erregenden Finale kulminieren wird. Da macht der Umstand, dass man eigentlich viel schneller denkt als das Skript, kaum noch etwas aus.
    7/10
     
  4. Frankie

    Frankie Leinwandlegende

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    AW: Lucky # Slevin

    Kritik von Punisher

    LUCKY # SLEVIN

    Also ich hab den Film vor paar Tagen und gestern nochmal angeschaut.

    Nach 20 minuten habe ich mich gefragt wieso der Film bei uns nie im Kino erschienen ist. Top Darsteller, gute Inszenierung und eine vielversprechende Story, was ist da schief gegangen?

    Nach weiteren 20 minuten war mir klar warum. Denn nach ca. 45 Minuten war die Luft raus. Die besten Dialoge wurden schon im Trailer gezeigt, die (für mich) zwei coolsten Charactere Elvis und Sloe kamen nur am Anfang zum Einsatz (die gelöschten Szenen mit den beiden hätten ruhig drin bleiben können sogar müssen). Josh Hartnett konnte mich auch nicht hinters Licht führen, war einfach viel zu unglaubwürdig cool. Wird von zwei Mafiosis abgeführt und hat auf alles eine Antwort parat. Was für mich die größte Schwäche des Streifens war, waren eben die Dialoge bzw. die Geschwindigkeit in der sie geführt wurden. Kaum sagt einer was und schon kriegt er eine Antwort gedonnert. Einfach zu perfekt. Die Rolle von Lucy Liu war auch total unglaubwürdig, die Nachbarin die gleich auf Columbo Modus schaltet, ja klar. Gott sei Dank habe ich nicht so eine Nachbarin.

    Jedenfalls bin ich irgendwann nach 60 minuten eingeschlafen und kurz vor der Auflösung wieder aufgewacht. Also gleich wieder zurück gespult, mir einen Kaffee gemacht und versucht durchzuhalten. Und wurde nicht belohnt. Fast alles ist so gekommen wie ich es mir schon in den ersten 10 minuten gedacht hatte. Dabei bin ich richtig schlecht im raten.

    Ein Vergleich mit Klassikern wie Pulp Fiction ist viel zu weit hergeholt. Was übrig bleibt ist ein kleiner Gansterfilm mit großen Darstellern der mit hoher Wahrscheinlichkeit im Kino gefloppt wäre. Aber durch den Hype der DVD schon genug Kasse machen wird.

    Erst hatte ich 7 von 10 Punkten vergeben, nach dem zweiten Mal schauen gebe ich 5 von 10 Punkten. Auf ein drittes Mal habe ich keine Lust, da gucke lieber zum 100. Mal Pulp Fiction oder Snatch oder sogar Bube,Dame,König,grAS.
     
  5. Travis

    Travis Regie Mitarbeiter

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    AW: Lucky # Slevin

    Jetzt habe ich es auch endlich geschafft, mir den Film zu Gemüte zu führen. Ein wirklich cool, locker und unterhaltsam gemachter Gangster-Film, der zweifellos seine Höhepunkte hat. Doch das Potential zum Kultfilm hat er wohl eher nicht. Dazu sind Storyverlauf und die weit vorhersehbaren Plottwists zu wenig innovativ. Auch die Dialoge pendeln irgendwo zwischen genialen Momenten und bloßer oft nur aufgesetzter Dampfplauderei., die mehr zu sein vorgeben möchten als tatsächlich dahintersteckt. An den Leistungen der Darsteller gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Alle spielen daß, was man von ihnen erwarten kann und das mit sichtlicher Spielfreude. Besonders von Josh Hartnett war ich mehr als positiv überrascht. Stellenweise drängte sich mir geradezu der Vergleich zum jungen Brad Pitt auf. So bleibt für mich unter dem Strich ein höchst unterhaltsamer Film, den ich mit einer guten, hoch verdienten 7/10 bedenke.

    Doch die momentane Euphorie um den Film kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das erinnert mich sehr stark an die Szenarien rund um "Running Scared". Da wurde auch über den grünen Klee gelobt, die 9er und 10er nur so rausgedonnert und dann legte sich dieser Hype relativ schnell wieder. Bester Beleg war ja unsere Jahreswertung, in der "Running Scared", aufgrund der zuvor gelaufenen Jubelarien, ja eigentlich ganz vorne hätte landen müssen. Das Resultat sah dann ja bekanntermaßen ganz anders aus. Da hatte ich damals im Vorfeld auch schon gesagt, daß der Film imo aktuell überbewertet wird und erst die Zeit zeigen wird, welchen Stellenwert er tatsächlich hat. Gleiches gilt jetzt auch für "Lucky...". Ein guter Film, keine Frage. Ein Meisterwerk? Wohl eher nicht.
     
  6. Despair

    Despair Filmvisionaer

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    AW: Lucky # Slevin

    Der Film ist bisher irgendwie völlig an mir vorbeigegangen, weswegen ich ihn mir gänzlich ohne Vorkenntnisse oder einer bestimmten Erwartungshaltung angesehen habe. Ich wurde positiv überrascht. Bruce Willis ist göttlich, Josh Hartnett, Morgan Freeman und Ben Kingsley spielen ebenso souverän wie die Nebendarsteller. Dass die Logik zeitweise abwesend war, hat mich nicht besonders gestört. Das Ende war zwar nicht bahnbrechend, hat mich aber doch ein klein wenig überrascht. Nur eins war mir absolut klar: dass Lucy Liu nicht "tot" bleiben würde. Dafür war ihre Rolle einfach zu sympathisch angelegt. :D

    Fazit: kein zweites "Pulp Fiction", aber ausgesprochen unterhaltsam bei der ersten Sichtung.

    7,5/10 Punkte
     
  7. King-of-Leon

    King-of-Leon Filmstar

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    Das Review der Zeitschrift Vice sagt für mich eigentlich alles aus:

    Wenn Quentin Tarantino für jede gute kriminelle Inszenierung, die zwischen Resevoir Dogs und Pulp Fiction entstanden ist, einen Euro bekommen hätte, hätte er bestimmt Drinks im Wert eines Jahres einer Kneipe zusammen. Du darfst immer noch deine Begeisterung und deinen Respekt für die Bombe, die Herr Tarantino auf die amerikanische Filmindustrie geworfen hat, beibehalten. Trotzdem ist es heutzutage schwierig, ihn nicht als eine imperative Impfung mit bedauernswerten Nebenwirkungen zu betrachten: Blähungen, Schwindel und Wahnvorstellungen. Nachahmer häufen sich mehr und mehr in dem Glauben, diese Coolness sei das Recht eines jeden Mannes. Und weil Tarantinos Errungenschaften eine Mischung aus Chuzpe, Filmnerd-Verrücktheit und Attitüde sind (die Art, die Charakteren erlaubt, über mehrere Skriptseiten über TV Serien und Kornflakes zu schwafeln), hat er seine Mini-Filmrevolution viel zu einfach aussehen lassen. Der Fimmel scheint ein paar Jahre zurück gegangen zu sein, aber überschrieben, können Screenplays mit voll gepacktem Slang anscheinend immer noch den durchschnittlichen IT-Typen beeindrucken. Lucky Number Sleven ist ein witziger und verzwickter Film, der wie eine Perle im Ozean der Mittelmäßigkeit scheint.
     
  8. Willy Wonka

    Willy Wonka Locationscout Mitarbeiter

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    Bei mir ist es schon länger her als ich den Film sah, aber ich habe damals irgendwie nichts von der Euphorie über den Film mitbekommen und somit habe ich mir den Film ohne irgendwelche "Vorurteile" angesehen und wurde angenehm überrascht. Ich glaube, dass ich den Film damals mit 7/10 bewertet habe, aber mehr ist da nicht unbedingt drin, aber für mich ein Film, welchen man sich immer Mal wieder angucken kann, weil der durch seine großartige Schauspielerriege sehr viele Pluspunkte holt.

    @ King-of-Leon

    Was ist „Vice“ für eine Zeitschrift? Ich habe vorher noch nichts von diesem Magazin gehört, aber der Text klingt sehr gut und hat mich neugierig gemacht.
     
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