Die Brut

deadlyfriend

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Die Brut

Dr. Raglan (Oliver Reed) leitet eine Klinik, die sich auf Psychoplasmatik spezialisiert hat. Die Therapie beschäftigt sich also damit, dass Patienten ihren Hass und ihre Wut aus früheren Erlebnissen kanalisieren und dadurch manifestieren. Dies äußerst sich in unterschiedlichen Formen. Hauptaugenmerk ist aktuell Nola Carveth, die ein besonderes Interesse bei Dr. Raglan hervorruft. Ihr Mann ist unterdessen mit dem gemeinsamen Kind zu Hause, als seine Schwiegermutter ermordet wird. Der Mörder wird schon bald als Leiche entdeckt und es handelt sich um ein seltsames, kleinwüchsiges Wesen, welches ziemlich deformiert ist. Trotzdem geschieht im Umfeld schon bald ein weiterer Mord.

"Die Brut" greift zwar den Faden der Vorgängerfilme von David Cronenberg erneut auf, allerdings geht er dennoch neue Wege. Inhaltlich und inszenatorisch. Diesmal ist nämlich keine apokalyptische Epidemie mit hoher Ansteckungsgefahr im Fokus, sondern eher ein Mikrokosmos, der aber dennoch wissenschaftlich medizinische Versuche als Grundidee aufweist. Auch wenn sie möglicherweise aus "Alarm im Weltall" übernommen wurde, ist auch hier wieder "Stereo" das Basiswerk, welches sich als roter Faden durch das komplette Frühwerk des kanadischen Regisseurs zieht. Man merkt der Produktion auch an, dass sie inzwischen teurer geworden ist. Einmal dadurch, das mit Oliver Reed ein anders Kaliber an Darstellern gewonnen werden konnte, aber erstmalig ist auch eigens für einen Film komponierte Musik zu vernehmen. Howard Shore (Herr der Ringe) ist nämlich der Komponist, der auch nachfolgend sehr oft für David Cronenberg am Start war. Interessant ist allerdings, dass der Score an Bernard Herrmann und seine Musik zu "Psycho" angelehnt ist. Hitchcock ist einfach überall!
Der Aufbau ist relativ ruhig und konzentriert sich auf die Therapie, ohne dabei so bedrohlich wie die Vorgänger zu wirken. Zumindest vordergründig, denn etwas tiefer ist hier eine Menge zu spüren. Die Therapie-Sitzungen sind möglicherweise auch ein Manko, denn zumindest ich persönlich finde da eher wenig Zugang bzw. ich komme da einfach schwieriger rein. Das macht trotzdem nichts, denn der Film wird mit zunehmender Spieldauer immer spannender und bietet obendrein ein sensationelles Finale, welches man so schnell nicht vergessen wird. Das sind Szenen, die man zuvor nie gesehen hat und auch danach wird man danach suchen müssen. Absolut ikonische und verstörende Bilder, die auch hier wieder zeigen, wie erfrischend und kreativ die Regisseure der 70er waren.
Insgesamt sehe ich das Frühwerk von David Cronenberg inzwischen als Pflichtprogramm für Freunde des 70er Jahre Horrors an und "Die Brut" gehört da unweigerlich dazu.
 
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