Der Mordprozeß O'Hara

Die wilde 13

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Filmkritiken
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Der Mordprozeß O'Hara


Nachdem sich der alkoholkranke Staranwalt James P. Curtayne (Spencer Tracy) seiner Gesundheit und seiner Tochter zuliebe mehr oder weniger zur Ruhe gesetzt hat, wird er durch ein befreundetes Ehepaar in einen Fall verwickelt, der alles von ihm abverlangt.

John Sturges inszenierte diesen in s/w gedrehten Gerichtsthriller im Jahre 1951. Neben der (mal wieder) famosen schauspielerischen Leistung von Spencer Tracy besticht der Film vor allem durch seine intensive Bildsprache mittels extremen Kontrasten. Kameramann John Elton ist das wirklich hervorragend gelungen (alleine die Anfangssequenz mit der Eingangstreppe!!) und unterstützt dadurch vorzüglich die spannende Story, die sich nicht nur alleine auf packende Wortduelle im Gerichtssaal stützt, sondern den Protagonisten auch darüber hinaus jede Menge Platz bietet.

Die Nähe zum Film Noir ist offensichtlich, da Bildsprache, der verbitterte, einsame Held, der, wenn es denn sein muss, auch mit unlauteren Methoden zum Ziel kommen will und eine in Ansätzen vorhandene Femme Fatale eigentlich keinen anderen Schluss zulassen. Andererseits ist mehr als die Hälfte des Films hell und eben im Gerichtsgebäude gedreht, so das er vorwiegend doch dem Genre des klassischen Gerichtsthriller zuzuordnen ist. Die Mischung jedenfalls ist bemerkenswert gut gelungen. Einzig der Score bleibt nur Durchschnitt und ist austauschbar. Aber aufgrund der anderen Aspekte durchaus zu verschmerzen.

Ein Schmanckerl für Filmfreunde sind auch die Auftritte von James Arness und dem blutjungen Charles Bronson, der hier sein Debüt in einem Spielfilm feiert aber leider im Cast nicht erwähnt wird. Trotzdem erkennt man ihn sofort, wenn er seinen kurzen Auftritt hat.

Insgesamt ein rundum gelungener und spannender Film (Noir), der eine Veröffentlichung auf DVD oder gar auf Blu mehr als verdient hätte.

8,5/10
 
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