Der Killer mit der Bohrmaschine
Ein anscheinend ziemlich gestörter Typ, bricht in einen Wohnkomplex ein und möchte anscheinend seinen Werkzeugkasten ausprobieren. Auch wenn der Filmtitel suggeriert, dass die Bohrmaschine seine Waffe ist, ist es eher der komplette Inhalt seines Werkzeugkastens. Nagelpistole und Hammer kommen hier nämlich ebenfalls zum Einsatz, wenn er die ersten 4 Frauen tötet. Bei Nummer 5 hat er aber anscheinend nicht das passende Werkzeug dabei, weshalb er sie entführt und mit nach Hause nimmt.
Ja, das klingt ziemlich krude und das ist es letztlich auch. Dieser Früh-Slasher aus dem Jahr 1978 ist letztlich keiner, der sich an die Regeln des Genre hält, da es sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab. Aber er ist wirklich nicht uninteressant, wenn man ihn im Kontext betrachtet. Inszenatorisch hat er starke Momente und durch die wirklich starke Musik hat er auch genügend Atmosphäre. Sie hätte nur gerne öfter eingesetzt werden können. Das Problem des Films, zumindest aus meiner Sicht, ist das Tempo und auch die Dosierung der jeweiligen Zutaten. In der ersten halben Stunde gibt er nämlich konstant Vollgas, da der Killer nicht mit Zeitabständen agiert, sondern eher in der gleichen Nacht, im gleichen Wohnkomplex zuschlägt. Dies bedeutet aber eben auch, dass es völlig unbekannte Opfer sind und dadurch halt nicht spannender wird, da man keinerlei Bezug entwickeln kann. Danach schaltet er dann ein wenig in den Leerlauf und stellt die Protagonisten vor. Gleichzeitig enthüllt er aber auch den Killer, der vorher nur mit Maske zu sehen war, weshalb ab da klar wird, das es auch kein Thriller wird. Tatsächlich geht es jetzt eher in Richtung Psycho-Drama, da die große Frage in den Vordergrund tritt, ob das entführte Opfer überleben wird. Allerdings macht der Film jetzt auch keinen Hehl daraus, warum die 15-jährige Laurie entführt und nicht ermordet wurde. Das ist zwar alles durchaus interessant und auch wirklich gut inszeniert, aber man ist wirklich passiv zum Zuschauen verdammt und stellt sich keinerlei Fragen, aus der man Spannung ziehen könnte. Handwerklich geht der Film in jedem Fall klar und auch an den Darstellern gibt es nicht viel auszusetzen. Die Morde sind durchaus stark gestaltet, aber jetzt auch nicht überbordend blutig, weshalb reine Gorehounds nicht viel damit anfangen werden. Insgesamt ist der Film jetzt kein Must have, aber für Fans die sich mit der Historie des Genres beschäftigen, in jedem Fall einen Blick wert.